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Ende des Elbschlick-Streits: Hamburg einigt sich mit den Nachbarn

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Einigung unter Nachbarn: Im Streit um die Abklappung des Elbschlicks haben Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen eine Lösung gefunden.

Hamburg/Kiel/Hannover – Im zähen Konflikt um den bei der Elbvertiefung anfallenden Schlick haben Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen unter großem Zeitdruck laut Kieler Landesregierung kurz vor Weihnachten eine Verständigung erzielt. Hamburger Pläne, Schlick auch in der Außenelbe vor der Vogelschutzinsel Scharhörn auf Hamburger Gebiet und damit in der Nähe des besonders geschützten Wattenmeeres zu verklappen, sind damit vom Tisch. Neben Schleswig-Holstein hatte sich auch Niedersachsen gegen die vom Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) verfolgten Scharhörn-Pläne gewehrt.

Insel:Schahörn
Hamburger Gebiet:Stadtteil Neuwerk
Zone:Nationalparks Hamburgisches Wattenmeer

Hamburger Baggergut kommt jetzt vermehrt ins Schlickfallgebiet bei Helgoland

Stattdessen soll nun laut schleswig-holsteinischem Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) viel Schlick zum Seezeichen Tonne E3 bei Helgoland gebracht werden, wo die bisher vereinbarten Mengen ausgeschöpft sind. Dort fallen in einem sogenannten Schlickfallgebiet die Sedimente nach unten und bleiben dort auch langfristig liegen. Dies sei etwas ganz Anderes als die „irrsinnige Kreislaufbaggerei“, die anderswo auch in den letzten Monaten noch stattgefunden habe, sagte Goldschmidt. In den nächsten Wochen soll darüber gesprochen werden, in welchem Umfang die Hansestadt Hamburg Zahlungen für die ausgehandelte Anschlusslösung für E3 leisten wird.

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In einer digitalen Runde hatten am Dienstag die für Umwelt und Verkehr zuständigen Ressortchefs und die Chefs der Staatskanzleien über den Umfang mit dem ausgebaggerten Schlick gesprochen. Auch der Bund war beteiligt. Eine Lösung musste kurzfristig her, um den Umgang mit dem Schlick ab 1. Januar 2023 neu zu regeln.

Einigung im Elbschlick-Streit: Zufriedenheit in Kiel, Zukunftsfragen in Hamburg

„Heute ist wirklich ein guter Tag für Schleswig-Holstein, für Hamburg und für Niedersachsen“, sagte der Kieler Staatskanzleichef Dirk Schrödter (CDU). „Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, eine von allen Beteiligten gemeinsam getragene Lösung für das Sedimentmanagement, für den Hamburger Hafen, für die Tideelbe auch zu finden.“ Die Gespräche der letzten Wochen hätten sich wirklich gelohnt, sagte Schrödter.

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Zurückhaltender fiel die erste Reaktion aus Hamburg aus. „Mit der heute getroffenen Vereinbarung ist ein zeitlicher Raum eröffnet, um gemeinsame Lösungen auch in Detailfragen zu finden“, kommentierte Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD). Es müsse kurzfristig für die ausreichende Tiefe und Schiffbarkeit in der Elbe zum Hafen hin gesorgt werden.

„Ebenso erforderlich ist es aber auch, dass wir eine nachhaltige Lösung finden, bei der wir nicht kürzlich ausgebaggerte Sedimente binnen kürzester Zeit erneut transportieren müssen.“ Gemeinsam mit den Nachbarländern und dem Bund arbeite Hamburg daher nun an einer mittel- bis langfristigen Lösung zur Verbringung des Schlicks weit draußen in der Nordsee. Dies könne voraussichtlich ab 2025 der Fall sein.

Baggerarbeiten in der Elbe Elbvertiefung Elbschlick
Ein Bagger holt bei Arbeiten zur Elbvertiefung Schlick aus einem Hafenbecken. Jetzt ist auch geklärt, wo der zukünftig landen wird. (Archivbild) © Axel Heimken/dpa

Toxischer Hafenschlick: Umweltverbände sind zunächst zufrieden

Die Umweltverbände BUND, NABU und WWF begrüßten die Entscheidung. „So bleiben sensible Bereiche am Rand des Weltnaturerbes Wattenmeers von toxischem Hafenschlick verschont“, hieß es. Der nächste Schritt müsse sein, Scharhörn als Verklappungsort dauerhaft auszuschließen. Gleichzeitig bestehe auch für die Elbe weiterhin dringender Handlungsbedarf. (dpa)

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