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Elbtower Hamburg genehmigt: Der Wolkenkratzer wird dritthöchstes Gebäude Deutschlands

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Von: Kevin Goonewardena

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Die finale Baugenehmigung für den höchsten Mega-Wolkenkratzer der Stadt Hamburg wurde erteilt. Doch nicht nur das Tempo ruft Kritik am Elbtower hervor.

Hamburg – Nach der Elbphilharmonie bekommt Hamburg Mitte des Jahrzehnts mit dem sogenannten Elbtower das zweite neue, weithin sichtbare Wahrzeichen: Denn der Mega-Wolkenkratzer wird mit 64 Stockwerken verteilt auf 244,80 Metern Höhe alle Gebäude in der Hansestadt überragen.

Mit dem Hamburger Fernsehturm, für dessen Restaurant-Standort sich unter anderem Tim Mälzer bewarb, wird nach Fertigstellung des Elbtowers lediglich ein Bauwerk in Hamburg höher sein. Mit 276,5 Metern Höhe wird der Heinrich-Hertz-Turm, wie der Hamburger Fernsehturm offiziell heißt, den Elbtower Hamburg noch um gut 30 Meter überragen. Nun hat der Hamburger Senat die finale Baugenehmigung für den Elbtower Hamburg erteilt. Das berichten mehrere Medien, darunter die Deutsche Presseagentur.

Name:Elbtower Hamburg
Höhe:244,80 Meter
Anzahl Stockwerke:64
Architekten:David Chipperfield Architects
Baubeginn und Fertigstellung (geplant):Ende 2022 / 2025

Elbtower Hamburg: Kritik an schneller Baugenehmigung – Senatorin wird Alleingang vorgeworfen

Genehmigt hat den Elbtower Bau-Senatorin Dorothee Stapelfeldt (65, SPD), die der Baubehörde vorsteht. Dass die Baugenehmigung für den Elbtower erteilt wurde, wurde jetzt bekannt. Die Bild-Zeitung spricht deswegen von einem Alleingang der Senatorin.

Auch aus der Opposition in der Hamburger Bürgerschaft kommt Kritik: „Überraschend geht es nun mit der Baugenehmigung doch schneller – bisher war immer die Rede vom Sommer 2022“, zitiert das Hamburger Abendblatt etwa die stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Linken, Heike Sudmann. Die Politikerin ist der Ansicht, dass der Hamburger Senat alles unternehme, um dem Investor „goldene Brücken zu bauen“. Der Elbtower so Sudmann sei „völlig überflüssig“.

Signa Real Estate Gruppe: Investor des Elbtower Hamburg ist in der Hansestadt kein Unbekannter

Investor des Elbtowers ist die Signa Real Estate Gruppe, zu deren Portfolio bereits die Alsterarkaden in Hamburg und das Luxuskaufhaus Alsterhaus am Hamburger Jungfernstieg gehören. Signa Real Estate wiederum gehört dem Milliardär René Benko aus Österreich, der ebenfalls Eigentümer der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof ist. Die Baukosten für den Elbtower Hamburg liegen nach Schätzungen bei rund 700 Millionen Euro.

Die Elbphilharmonie, die Hauptkirche St. Michaelis, der geplante Elbtower und der Heinrich-Hertz-Turm in Hamburg
Der geplante Elbtower soll 245 Meter hoch werden. (24hamburg.de) © Stephan Wallocha/imago/Christina Sabrowsky/Armin Weigel/dpa

Wolkenkratzer Hamburg am Rand der Hafencity: Nach Fertigstellung dritthöchstes Gebäude Deutschlands

Der Baubeginn des Elbtowers ist für Ende 2022 geplant, heißt es in der Mitteilung der dpa von Montag. Die Fertigstellung des Mega-Wolkenkratzers, der den östlichen Abschluss der HafenCity bilden und direkt an den Elbbrücken errichtet werden wird, ist für das Jahr 2025 anvisiert. Mit seiner Höhe von 244,80 Metern wird der Elbtower nach Fertigstellung den dritten Platz unter den höchsten Gebäuden Deutschlands belegen. Vor dem Hamburger Bauwerk werden dann nur noch der Messeturm in Frankfurt am Main (256,5 Meter) und der nur wenige Meter höhere Commerzbank Tower (259,0 Meter), der sich ebenfalls in der Mainmetropole befindet, liegen.

Allerdings werden sich die Plätze voraussichtlich schnell wieder verschoben haben: Mit dem Millennium Tower A ist die Errichtung des mit 288 Metern höchsten Wolkenkratzer der Europäischen Union bis 2030 in Frankfurt geplant. Der Elbtower Hamburg würde dann den vierten Platz im nationalen Ranking einnehmen.

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Stararchitekt Sir David Chipperfield hat den Elbtower Hamburg entworfen

Schon jetzt finden an den Elbbrücken vorbereitende Maßnahmen für den Elbtower statt. Diese umfassen etwa den Aushub und die weitere Vorbereitung der Baugrube für den Mega-Wolkenkratzer, der direkt an der S-Bahn Hamburg Station „Elbbrücken“ errichtet wird und somit von Beginn an über einen Anschluss an das ÖPNV-Netz des HVV verfügen.

Der Brite David Chipperfield gilt als einer der renommiertesten Architekten weltweit. In Deutschland zeichnet sich Chipperfield unter anderem für den Neubau des Museum Folkwang Essen, das Literaturmuseum der Moderne in Marbach und mehrere Bauten auf der Berliner Museumsinsel verantwortlich. Darunter die Instandsetzung der Neuen Nationalgalerie. Auch an der Elbe hat der Stararchitekt bereits gewirkt: Dem 76 Meter hohe Empire Riverside Hotel auf dem ehemaligen Gelände der Astra Brauerei in Hamburg-St. Pauli liegt ein Entwurf Chipperfields zugrunde.

„Ökologische Katastrophe“: Kritik am Elbtower in der Vergangenheit auch aus Umweltschutzgründen

Doch die Planungen des Prachtbaus mit einer geschätzten Bruttogeschossfläche von mehr als 160.000 Quadratmetern in bester Lage, an den Elbbrücken und in Blickweite der Elbphilharmonie, ruft seit Anbeginn auch Kritiker auf den Plan. Etwa den ehemaligen Professor Dieter Läpple (80), Stadtforscher, der unter anderem an der HafenCity Universität lehrte. Läpple beizeichnete den Elbtower bereits in der Vergangenheit als „ökologische Katastrophe“, da der Megabau zu viel CO₂ aufgrund der Massen an Beton verbrauchen würde. Laut Läpple seien niedrigere Bürogebäude dahingehend effektiver. *24hamburg.de und fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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