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Elbbrückenquartier: Östliche Begrenzung von Hamburgs Hafencity im Blick

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Von: Ute Laukner

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Das Elbbrückenquartier in der Hafencity entwickelt durch den Amerigo-Vespucci-Platz, den Elbtower und dem Roots seine eigene Beliebtheitsdynamik.

Hamburg – Im Elbbrückenquartier der Hansestadt Hamburg an der Lebensader Elbe leben und arbeiten, das scheint hier das Motto des Hamburger Senats zu sein. Schon seit Jahren baut die damit beauftragte Hafencity Gesellschaft die Areale am Hamburger Hafen um.

Alte Gebäude werden für diese gewaltig großen Stadtentwicklungsmaßnahmen in der Hamburger Hafencity teilweise erneuert und neue Mieter ziehen danach ein. Manchmal, wie im Fall des Quartiers Elbbrücken, wird schlichtweg komplett neu gebaut. Die Menschen sollen typisch im Norden nah am Wasser wohnen und es nicht weit zur Arbeit haben. Im Sinne des Klimawandels klingt das gut, aber ist es das auch?

Elbbrückenquartier in Hamburgs östlicher Hafencity
Elbtower:64 Stockwerke
Holzhaus Roots:19 Stockwerke
Amerigo-Vespucci-Platz:10.000 Quadratmeter Fläche

Elbbrückenquartier: Der Elbtower ragt über Hamburgs Elbphilharmonie hinaus

Die Hafencity Gesellschaft steuert das größte innerstädtische Stadtentwicklungsprogramm im Hamburger Hafen. Internationale Architekten geben sich die Türklinken der Entscheider in die Hand und schlagen dabei die ungewöhnlichsten Bauvorhaben vor. So auch den bereits vor dem Bau umstrittenen Elbtower. Er wird direkt neben dem neuen Bahnhof Elbbrücken gebaut und weit über die Stadt hinaus sichtbar sein.

Das ist ein riesiges „Architektur-Leuchtturm“-Projekt des Elbbrückenquartiers. Wenn vom Süden her die Hamburg-Bewohner und Gäste der Stadt bei jedem Wetter mit dem Hamburger Verkehrsverbund – HVV – und der U-Bahn Linie 4 oder per Bahn in die Hansestadt hineinfahren oder mit dem Auto anreisen, wird das Projektgebäude der SIGNA Prime Selection AG aus Österreich vermutlich alle Blicke auf sich ziehen.

Elbbrücken: Konkurrenzdenken zwischen Hamburger City und neuem Quartier?

Typisch hanseatisch: Der Elbtower ist (noch?) nicht jedermanns und jederfraus Geschmack. Manche Hanseaten zweifeln bereits im Vorfeld daran, ob dies zukünftig der einzige wirtschaftliche Anziehungspunkt für neue Unternehmen sein wird. Und, ob sich die Hamburg-Touristen nur noch dort aufhalten werden, anstatt beispielsweise das weitere Leuchtturm-Projekt Elbphilharmonie und den langbeliebten und inzwischen umgebauten Jungfernstieg in der Innenstadt zu besuchen. Investor René Benko von der Signa Holding hält jedenfalls an seinen Plänen fest und steckt die geplanten 700 Millionen Euro weiter in sein Projekt.

Wie von langer Hand geplant, wird das Elbbrückenquartier durch den von dem Hamburger Verkehrsverbund neu gebauten und bereits eröffneten Elbbrücken-Bahnhof von Stararchitekt Volkwin Marg und seiner gmp-Architekten-Crew leicht erreichbar sein. Denn: Die eindrucksvolle Architektur des gigantischen Elbtowers mit schicken modernen Gastronomien als Treffpunkt für die internationalen interessierten Besucherinnen und Besucher sowie eine eindrucksvolle Kulturlandschaft werden sicherlich publikumswirksam anziehend wirken.

Der große Amerigo-Vespucci-Platz in der Hafencity dient als Treffpunkt und Erholungsarea. Die noch jungen Bäume werden mit den Jahren für ausreichend Schatten in heißen Sommern sorgen.
Blick auf den Amerigo-Vespucci-Platz in der Hafencity. Der größte Platz im Quartier Elbbrücken bildet den östlichen Abschluss der Hafencity als öffentlicher Raum. © Marcus Brandt/dpa

Zudem soll es wohl eine Aussichtsplattform geben, die das Sightseeing vom Elbtower so richtig attraktiv machen soll. Die zu erwartenden Besucherströme müssen also problemlos und ohne große Menschenansammlungen und hinderliche Staus später bewältigt werden. Die Station Elbbrücken mit einem U- und S-Bahnangebot wurde am 7. Dezember 2018 eröffnet.

Elbbrückenquartier: Gut Ding will bekanntlich Weile haben

Wird das Elbbrücken-Areal zukünftig zum beliebten Quartier werden? Im Jahr 2022 wird jedenfalls erstmal noch eifrig daran gebaut. Die Pläne liegen vor und ein Baumodell im Kesselhaus in der Hafencity zeigt die abgeschlossenen Bauarbeiten sowie die noch laufenden und geplanten Bereiche. Auf einer geführten Guide-Tour erfahren die interessierten Besucher und Mieter bereits mehr zum neuen Elbbrückenquartier.

Die ersten Bewohner sind auch schon im Quartier in die Gebäude eingezogen. Einen weiteren Zugang als über den U- und S-Bahnhof Elbbrücken gibt es am anderen Ende gegenüber der Elbbrücken-Station von der Uni der Hafencity über die Baakenhafenbrücke oder die Versmannstraße.

Das Elbbrückenquartier verbindet am östlichen Ende des Baakenhafens diese beiden Landzungen. Die Versmannkai-Promenade und die gegenüber liegende Baakenhafen-Promenade enden in Richtung Elbbrücken in einem Neubauareal sowie dem Amerigo-Vespucci-Platz.

Elbbrückenquartier: Amerigo-Vespucci-Platz und das „Roots“ buhlen um Aufmerksamkeit

Schon im Juni 2021 wurde der nach dem italienischen, 1451 geborenen Florenzer Kaufmann, Seefahrer und Entdecker Amerigo-Vespucci-Platz inmitten des neuen Elbbrückenquartiers eröffnet. Zehntausend Quadratmeter Fläche zum Erholen, miteinander treffen und sicherlich auch als Fläche für allerlei Veranstaltungen. Der Platz ist ebenfalls ein lang geplantes Prunkstück und symbolisiert gleichzeitig ebenfalls den Abschluss der östlichen Hafencity.

Wer dachte, das wäre es schon mit den baulichen Attraktionen, der irrt. Mit dem höchsten Holzhaus Deutschlands wird wohl auch das „Roots“ alle Blicke auf sich ziehen. Die zukünftige Adresse des 65 Meter hohen und 19-geschossigen Holzgebäudes im Quartier Elbbrücken lautet übrigens Lucy-Borchardt-Straße 4.

Bekanntermaßen ein Projekt der in Hamburg ansässigen Garbe Immobilien-Projekte Gesellschaft. Mit im Boot sitzt das mehrfach ausgezeichnete Hamburger Architekturbüro Störmer Murphy and Partners. Auf der Fleetinsel gegenüber vom Neuen Wall befinden sich interessanterweise deren Studioräume.

Elbbrücken Quartier wächst mit den beiden Landzungen zusammen

Der Baakenpark mit dem „Himmelsberg“ am Baakenhafen sowie die an der Kaimauer der Norderelbe nahe dem Lola Rogge-Platz gegenüberliegende für Musikonzerte bekannte MS Stubnitz, sind beide fußläufig vom Elbbrücken Quartier erreichbar. Also für Familien-Spaß und Partyfieber ist schon mal gesorgt. Fehlen nur noch die neuen Bewohner und Gäste der Stadt.

Nach und nach fügt sich das Stück für Stück gebaute Hafencity-Puzzle zu einem Großen und Ganzen zusammen. Immer mehr Bauherren schließen sich bei diesem städtebaulichen Projekt zusammen und realisieren neuen Wohnraum und neue Bürogebäude. Damit niemand nasse Füße bekommt werden übrigens zu Beginn der eigentlichen Bauphase der Gebäude abgeschrägte Warften angelegt, auf denen bei Hochwasser diese Gebäude auf diese Weise aus dem Wasser ragen sollen. Aber hoffen wir, dass es dazu nicht kommt und auch zu keiner Sturmflut wie 1962.

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