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Eisige Kälte lässt Alster zufrieren: Wann kann man die Fläche betreten?

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Von: Christian Einfeldt

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In Hamburg wird es immer kälter. Minusgrade, Dauerfrost, allmählich gefriert sogar die Alster. Ab wann man dessen Eisfläche ohne Risiko betreten kann.

Hamburg – Die Straßen werden immer glatter und die Alster beginnt zu gefrieren: Der Winter mitsamt Eiseskälte und Minusgraden ist nun endgültig in Hamburg angekommen. Einhergehend mit den veränderten Witterungsbedingungen steigt das Unfallrisiko – sei es infolge eines Glätteunfalls im Hamburger Straßenverkehr oder aber weil Menschen sich auf die neu gebildeten Eisflächen der Alster wagen.

In der Vergangenheit berichtete die Feuerwehr Hamburg bereits häufig über Großeinsätze, schlimme Verletzungen bis hin zu Todesfällen auf dem Fluss. Warum die Gefahr eines Winter-Spaziergangs auf der Alster so hoch ist und ab wann man den zugefrorenen Fluss bedenkenlos betreten kann.

Fluss:Alster
Länge:56 km
Flusssystem:Elbe
Lage:Hamburg und Schleswig-Holstein

Hamburger Frost lässt nach: Alster nicht stabil genug für Eis-Spaziergänge

Das letzte Mal hat die Hansestadt Hamburg im Jahre 2012 zum „Alstereisvergnügen mit großem Budenzauber“ eingeladen. Seinerzeit spazierten etwa eine Million Menschen auf der Alster. Damals ging das. Der Winter brachte Dauerfrost und zauberte auf Hamburgs Fluss, der auch in diesem Jahr mit der Alstertanne eines der größten Weihnachts-Wahrzeichen der Stadt präsentiert, Eisflächen mit großer Tragkraft. Zehn Jahre später wird es in Hamburg wieder frostig. Es gibt Schnee und die Kälte ist allgegenwärtig.

Zugefrorene Alster.
Trotz Warnung der Stadt: Jahr für Jahr betreten Menschen Hamburgs zugefrorene Gewässer. © Chris Emil Janßen/Imago

Voraussetzungen dafür, die gerade erst zugefrorene Alster zu betreten, sind das aber noch keineswegs. Denn es handelt sich hierbei wortwörtlich um dünnes Eis: Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am vergangenen Montag, 12. Dezember 2022, mitgeteilt hatte, fehlt die Stabilität der Eisdecke. Die Gefahr eines Einbruchs ist zu groß. Nicht zuletzt angesichts dessen, dass der Frost in Hamburg bereits seit Mittwoch, 14. Dezember, wieder nachlässt.

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Hamburger Behörde schätzt Risiko ein: Eisflächen erst ab einer Dicke von 15 bis 20 Zentimetern sicher

Die Alster-Eisflächen laden aktuell also alles andere als zum Flanieren ein. In den kommenden Tagen wird sich daran übrigens auch nichts ändern. Im Gegenteil: Ein Polarwirbel trifft Deutschland, sorgt für warme Luftmassen und lässt wohl auch den Traum der weißen Weihnacht zerplatzen – romantische Spaziergänge auf der Alster damit vorerst wohl ebenfalls. Es bleibt ein Wagnis, das zur eigenen Sicherheit untersagt ist.

Um einen Alster-Spaziergang ohne Risiko möglich zu machen, braucht es zunächst einmal die offizielle Bestätigung seitens der Behörde für Umwelt und Energie. Verantwortliche messen im Zuge dessen die Dicke und damit die Stabilität der Eisfläche auf der Alster. Witterungsbedingte Faktoren sorgen jedoch dafür, dass selbst nach der Eismessung Instabilitäten nicht planbar sind. Nicht grundlos teilt die Stadt Hamburg auf ihrer Internetseite mit, dass „ein Eisspaziergang immer auf eigenem Risiko erfolgt“.

Hinweise und Notfall-Tipps der Feuerwehr:

- Eisflächen nie alleine betreten

- Bei einem Unfall andere Personen zur Hilfe rufen

- Eisflächen sollten mindestens 15 Zentimeter dick sein: Vor allem an dunklen Stellen gibt es ein hohes Einbruchrisiko

- Nur bekannte Gewässer betreten: An verschneiten und bewachsenen Oberflächen könnte das Eis dünner sein

- Rissiges Eis sofort verlassen

- Wenn das Eis beginnt, zu brechen: Flach hinlegen, das Gewicht auf eine größere Fläche verteilen und vorsichtig zum Ufer robben

Eisflächen in Hamburg: Warum die Lebensgefahr beim Einbruch so hoch ist

Dauerfrost ist die grundlegende Bedingung, die die Alster begehbar machen könnte. Es heißt, dafür braucht es eine Dicke zwischen 15 und 20 Zentimetern. Ein Level, das die Binnenalster nach Stadt-Angaben übrigens nicht erreichen kann. Hamburg warnt unabhängig der Witterungsbedingungen davor, die dortigen Eisflächen zu betreten.

Leichtsinnige gibt es dennoch Jahr für Jahr. Auch die Hamburger Feuerwehr weiß davon zu berichten. So etwa, als ein Eiseinbruch im vergangenen Jahr das Leben eines Hundes kostete oder ein Mädchen ihr Leben am Alsterfleet riskierte. Die Gefahr eines Todes ist infolge eines Eiseinbruchs besonders hoch. Betroffene ringen um Luft, das Herz ist einer Überlastung ausgesetzt und es dauert nicht lange, bis man ertrinkt und sein Leben wegen einer unbedachten Aktion verliert. Daher gilt auch dieses Jahr: Lieber ein zweites Mal nachdenken, bevor man unbedacht Hamburgs Eisflächen betritt.

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