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Mega-Projekt im Hamburger Süden: Marode Eisenbahnbrücken werden ersetzt

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Von: Kevin Goonewardena

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Täglich 1000 Züge queren die Süderelbebrücken in Hamburg. In den kommenden Jahren werden die Brücken abgerissen und neu gebaut. Bahn stellt Pläne vor.

Hamburg – Züge, die aus Niedersachsen, Bremen, aber auch dem Ruhrgebiet, Rheinland oder Süddeutschland in Hamburg eintreffen, müssen nicht nur die Elbbrücken kurz vor Einfahrt in den Hamburger Hauptbahnhof queren, sondern passieren den Strom bereits zwischen Harburg und der Elbinsel Wilhelmsburg das erste Mal. 1000 Züge fahren nach Angaben der Bahn täglich über die sogenannte Süderelbe, neben Zügen des Fern- und Regionalverkehrs, auch alle 5 Minuten die Linien der S-Bahn Hamburg und Güterzüge, zum Beispiel zum Rangierbahnhof Maschen, dem größten seiner Art Europas. Dass die in die Jahre gekommenen Brücken abgerissen und ersetzt werden müssen, ist schon länger bekannt. Nun hat die Deutsche Bahn im Rahmen einer Infoveranstaltung in Harburg die Pläne vorgestellt.

Name:Süderelbebrücken
Verlauf:zwischen Harburg und Wilhelmsburg
Länge:jeweils circa 350 Meter
Baujahr:1978, 1983, Anfang der 1990er

Hamburg: Eisenbahnbrücken über Süderelbe werden abgerissen und neu gebaut

Denn die Eisenbahnbrücken sind nach gerade einmal etwa 40 Jahre nach Fertigstellung bereits reif für den Abriss. Neben den Straßenbrücken (Alte Harburger Elbbrücke, Europabrücke und Brücke des 17. Juni) gibt es gleich vier Eisenbahnbrücken, auch wenn es den Anschein hat, es handele sich dabei um nur ein Bauwerk. Nach ihrer Nutzung sind das: die Brücke der S-Bahn, die Brücke für Personenbahn (Fern- und Regionalverkehr) und der Güterumgehungsbahn, sowie die Brücke für die Hafenbahn. Eröffnet wurden die Brücken alle zwischen 1979 und Anfang der 1990er Jahre, in den kommenden Jahren werden sie abgerissen und durch einen Neubau ab 2028 ersetzt werden.

Die Süderelbe Eisenbahnbrücken zwischen Wilhelmsburg und Harburg.
Blick auf die Süderelbebrücken zwischen Wilhelmsburg und Harburg. Die ältesten der vier Brücken sind gerade einmal 40 Jahre alt und schon abrissreif. © Deutsche Bahn AG

Die Streckenkapazität kann während der mehrjährigen Bauzeit durch Umfahrungen neben den Bestandsbrücken aufrecht erhalten werden.

Heißt es vonseiten der Bahn in Bezug auf den Abriss und Neubau der Süderelbebrücken

Dafür sorgen soll die Errichtung zweier Behelfsbrücken, neben der Baustelle. Für die S-Bahn wird demnach eine zweigleisige Brücke an östlicher Stelle, eine weitere Brücke mit sechs Gleisen soll zwischen der Bahn- und Europabrücke verlaufen. Die Bahn hat erste Informationen auf einer eigens eingerichteten Website zur Verfügung gestellt.

Eisenbahnbrücken Süderelbe: „Konstruktive Mängel“ bereits beim Bau 1978 entstanden

Dass die Brücken so marode sind, dass sie abgerissen werden müssen, ist bereits seit 2019 bekannt. Damals antwortete das Bundesverkehrsministerium laut Hamburger Abendblatt auf eine Anfrage des CDU-Bundestagsabgeordneten und heutigen Hamburger Landeschef seiner Partei Christoph Ploß: „Bei regelmäßigen Kontrollen der Eisenbahnüberführung Süderelbe hat die DB Netz AG 2018 festgestellt, dass der technische Zustand der Brücke einen Neubau notwendig macht.“ Schuld seien bereits beim Bau 1978 entstandene „konstruktive Mängel“, zitiert die Zeitung aus der Antwort des Ministeriums.

Ein ICE überquert die Süderelbe
Ein ICE überquert die Süderelbe über eine der vier Eisenbahnbrücken, die nun abgerissen und neu gebaut werden müssen. © Deutsche Bahn AG

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Süderelbe Elbbrücken: Erst am Anfang der Planungen – Baubeginn voraussichtlich 2028

Aktuell befindet sich das Mega-Projekt noch in einem sehr frühen Planungsstadium; tritt jetzt in die Entwurfsphase über. Hier geht es jetzt in erster Linie um Bautechnik sowie um Umwelt- und Lärmschutzaspekte, schreibt das Abendblatt. Darauf folgt das sogenannte Planfeststellungsverfahren, das Ende 2023 beginnen könnte und auf drei Jahre angelegt ist. Nach dem Abschluss der darauf folgenden vorbereitenden Arbeiten, könnte ein Baustart der neuen Süderelbe-Querung im Jahr 2028 erfolgen.

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