Corona-Lockerungen

Einkaufen ohne Maske: Erstes Bundesland lockert – wann zieht Hamburg nach?

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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Seit Freitag dürfen Menschen in Sachsen auf ihre Maske beim Einkaufen verzichten. Wann wird die Maskenpflicht in Supermarkt und Discounter in Hamburg aufgehoben?

Dresden/Hamburg – In Sachsen können Menschen beim Einkauf endlich wieder durchatmen. Seit Freitag, dem 16. Juli, entfällt in Supermärkten und im Einzelhandel die Maskenpflicht. Die Voraussetzung: Die Sieben-Tage-Inzidenz darf nicht höher als zehn sein. Trotz Bedenken ist Sachsen damit das erste Bundesland, das einen großen Schritt Richtung Normalität macht. In Hamburg besteht die Maskenpflicht derweil nach wie vor. Doch könnte die Maskenpflicht jetzt auch in der Hansestadt gekippt werden?

Bundesland:Sachsen
Fläche:18.416 km²
Bevölkerung:4,078 Millionen (2019)
Hauptstadt:Dresden

Maskenpflicht: Bei einer Inzidenz unter zehn dürfen Sachsen ohne Maske einkaufen

Im Supermarkt ohne Maske einkaufen? Ein ungewohntes Bild, an das sich einige bestimmt erst wieder gewöhnen müssen – doch in Sachsen nun Realität. Seit vergangenem Freitag können Menschen landesweit das erste Mal seit langer Zeit wieder ohne Maske shoppen. „Man denkt immer, es fehlt etwas“, zeigte sich eine Dresdnerin verwundert. Trotz der Umstellung, auf das gewohnte Auf- und Absetzens der Maske verzichten zu dürfen, begrüßen viele Sachsen die neu gewonnenen Freiheiten.

Es sind Freiheiten, die Menschen bundesweit neidisch auf Sachsen blicken lassen. Während Hamburger vielerorts nur draußen die Maske abnehmen dürfen*, prescht das Bundesland mit der Corona-Lockerung bundesweit als Erstes vor. Der aktuelle Impffortschritt sowie sinkende Inzidenzen im Bundesland ermutigten das Kabinett zu dieser Entscheidung.

Dass es sich hierbei jedoch um eine Entscheidung handelt, die im direkten Verhältnis zur Entwickelung des Corona-Virus steht, machten die Politiker auch unmissverständlich klar. Nur wenn die Inzidenz unter zehn bleibt, darf im Supermarkt, wo seit dem 1. Juli neue Corona-Regeln gelten, ohne Maske eingekauft werden. Zudem muss stet der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden.

Hamburger müssen weiterhin eine Maske beim Einkaufen tragen.

Kritik an Aufhebung der Maskenpflicht beim Shopping

Die Aufhebung der Maskenpflicht in Sachsens Supermärkten stößt jedoch nicht überall auf Begeisterung. So warnt etwa der Vorsitzende der sächsischen Impfkommission, Thomas Grünewald, im Hinblick auf die bundesweit steigende Impfmüdigkeit davor, dass sich nun der Eindruck festsetzen könnte, die Corona-Pandemie sei nun überstanden.

Darüber hinaus sei es seiner Meinung schwierig, die Menschen bei steigenden Corona-Fällen dazu zu bewegen, dass sie die Maske erneut weiterhin zu tragen haben. Groß ist auch die Gefahr vor einer vierten Welle im Herbst, die aufgrund der rasanten Verbreitung der Delta-Variante* nicht unmöglich erscheint.

Einkaufen ohne Maske: Könnten bald auch Hamburger beim Einkaufen durchatmen?

Auch Hamburg wird zur Zeit von der Delta-Variante heimgesucht. Die Hansestadt befindet sich aktuell gar auf dem Weg zum Virusvariantengebiet. Vor allem angesichts der Delta-Variante, die auch im gesamten Norden um sich greift*, steht in der Hansestadt Hamburg eine Aufhebung der Maskenpflicht beim Einkaufen nicht zur Debatte. Möglich wäre, dass der Senat rund um Peter Tschentscher, der kürzlich eine Quarantäne-Pflicht für Reiserückkehrer forderte*, abwartet, inwiefern sich die neue Corona-Lockerung auf das Infektionsgeschehen in Sachsen auswirkt.

Bis zum 28. Juli haben Sachsen zumindest vorerst die Möglichkeit ohne Maske zu shoppen. Doch schon wenige Tage nach ihrer Einführung steht die Lockerung wieder auf der Kippe. Bereits am Montag, dem 19. Juli, berichtet der MDR von einer Inzidenz, die den kritischen Wert von zehn überschreitet. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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