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Einigung bei Metallern – „Beschäftigte werden zeitnah netto entlastet“

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Von: Steffen Maas

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Mitten in der Nacht kam der Durchbruch bei IG Metall und Arbeitgebern. Der Abschluss soll nun im besten Fall auch im Norden gelten.

Update vom 18. November 2022:  Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie hat es am frühen Freitagmorgen eine Einigung gegeben – und die soll im besten Fall auch für den Norden übernommen werden. Vorgesehen sind den Angaben von IG Metall und Arbeitgebern zufolge Lohnsteigerungen von 5,2 Prozent zum Juni 2023 und noch einmal 3,3 Prozent ab Mai 2024 bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Dazu kommen steuerfreie Einmalzahlungen von insgesamt 3000 Euro. Die Gewerkschaft im Norden strebt nun eine Übernahme dieses Pilotabschlusses an, wie sie am Freitag in Hamburg mitteilte.

Ursprungsartikel vom 16. November 2022: Hamburg – Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall für Mittwoch, 16. November 2022, im Norden erneut zu einem Warnstreik aufgerufen. Betroffen seien Betriebe in allen fünf norddeutschen Bundesländern. Die Gewerkschaft plane an ihrem „Küstenaktionstag“ in 13 Städten Demonstrationszüge und Kundgebungen – auch in Hamburg.

Name:IG Metall Küste
Organisationstyp:Gewerkschaft
Bundesländer:Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern
Mitgliederzahl:177.350 (Stand: 31.12.2021)

Warnstreik und Demos in Norddeutschland: Kundgebung von IG-Metall-Bezirksleiter in Hambrug

Die größten Aktionen mit jeweils drei Demonstrationszügen seien nämlich in Bremen und Hamburg geplant. In Bremen werde um 11:00 Uhr als Redner das geschäftsführende Vorstandsmitglied der IG Metall, Hans-Jürgen Urban, erwartet, in der Hansestadt Hamburg trete ebenfalls um 11:00 Uhr der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Daniel Friedrich, auf dem Fischmarkt vor die Metaller. Zuvor war die Demo dafür bereits öffentlichkeitswirksam durch St. Pauli und über die Reeperbahn gezogen und hatte so für Verkehrsbehinderungen gesorgt.

IG Metall Küste Hamburg St. Pauli Fischmarkt
Auch in Hamburg führte kein Weg am Warnstreik der Metaller vorbei: Zur Kundgebung am Fischmarkt zogen die Beschäftigten quer durch St. Pauli. © Elias Bartl

In Schleswig-Holstein seien Proteste in Flensburg, Itzehoe, Kiel, Lübeck und Rendsburg geplant. In Mecklenburg-Vorpommern gebe es in Rostock eine zentrale Kundgebung, in Niedersachsen sind Aktionen in Cuxhaven, Emden, Nordenham, Papenburg und Rastede angekündigt. Zum Warnstreik aufgerufen seien Zehntausende Beschäftigte.

Bisher keine Einigung am Verhandlungstisch: „Jetzt kriegen sie die Antwort“

„Nordmetall verweigert weiter eine Einigung am Verhandlungstisch. Jetzt kriegen sie die Antwort aus den Betrieben“, sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste per Pressemitteilung der Gewerkschaft. „Wir brauchen eine ordentliche Tabellenerhöhung ohne unerhört lange Laufzeit. Bis Ende der Woche muss eine Lösung her, sonst eskaliert der Konflikt.“

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Die IG Metall Küste verhandelt für die 130.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordwestniedersachsen und Schleswig-Holstein. Bereits am vergangenen Freitag hatten einen Tag nach der erfolglosen vierten Tarifrunde bei einem neuerlichen Warnstreik mehr als 6300 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt.

Forderung von IG Metall: Acht Prozent mehr Geld für die Beschäftigten

Die IG Metall verlangt für die bundesweit rund 3,9 Millionen Beschäftigten acht Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber hatten in den bislang regional geführten Verhandlungen jeweils Einmalzahlungen von 3000 Euro und zudem bei einer Laufzeit von 30 Monaten eine nicht bezifferte Erhöhung der Lohntabellen angeboten.

Nun setzt die IG Metall auf einen Pilotabschluss im Südwesten. Der Bundesvorstand der Gewerkschaft hatte am Montagabend, 14. November 2022, grünes Licht für einen Einigungsversuch im Bezirk Baden-Württemberg gegeben. Die Verhandlungen sollen in fünfter Runde am Donnerstag in Ludwigsburg beginnen. (Mit Material der DPA)

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