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„Einfach zum Kotzen“: Inflation zur Weihnachtszeit nervt Hamburger

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Von: Christian Einfeldt

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Fassungslos und gleichgültig: Die Reaktionen auf die hohen Preise der Weihnachtszeit fallen in Hamburg unterschiedlich aus – sparen müssen dennoch die meisten.

Hamburg – Seitdem die Energiekrise die weltweite Inflation nährt, hat sich das Kaufverhalten vieler Menschen spürbar geändert. Steigende Preise inmitten der Weihnachtszeit: Selbst der Kauf des herkömmlichsten Gebrauchsgegenstandes muss mitunter zweimal abgewogen werden. Zeitgleich trennt sie mittlerweile nur noch wenige Tage vom Weihnachtsfest. Schon jetzt ist klar: Weihnachten im Jahre 2022 könnte besonders teuer werden.

Wird es ein Weihnachten des Verzichts? Inwiefern sind Menschen bereit, bei Geschenken für die Liebsten Abstriche zu machen? Ein Weihnachtsfest, von Geldnöten gezeichnet? 24hamburg.de berichtet, wie Hamburger mit der Situation umgehen.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Weihnachten während der Inflation: Viele Menschen müssen sparen

Es braucht keine hellseherischen Fähigkeiten, um schon jetzt voraussagen zu können, dass 2022 kein gewöhnliches Weihnachten bevorsteht. Folgen der Inflation und Energiekrise beschäftigen uns alle – ein Eindruck, der sich auf Hamburgs Straßen schnell bestätigt. „Was für eine Frage?“, entgegnet eine erzürnte Passantin. „Natürlich“, so die Frau weiter, wäre dieses Jahr zu Weihnachten alles anders. Preiserhöhungen würden vieles unbezahlbar machen. Freunden und Familie könne sie 2022 nur deutlich weniger Geschenke machen.

Sie zeigt auf einen Beutel, den sie bei sich trägt. „Hier ist alles drin und mehr Geschenke gibt es dieses Jahr nicht“. Der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt, die Weihnachtsfeier mit den Arbeitskollegen und dann natürlich noch das lange Weihnachtswochenende: Rund um das Weihnachtsfest könnten gleich mehrere Anlässe das Portmonee erleichtern – wie das 2022 zu finanzieren sei, wissen scheinbar nur die wenigsten.

Weihnachtsgeschenk.
2022 wollen viele Menschen in Deutschland weniger für Weihnachtsgeschenke ausgeben. (Symbolbild) © Annette Riedl/dpa

„Einfach zum Kotzen“: Hamburger Sparmaßnahmen treffen auf Gleichgültigkeit

Doch es gibt sie noch, die Menschen, die sich von den hohen Preisen keine schlechte Laune machen lassen wollen. 24hamburg.de trifft einen von ihnen auf St. Pauli. „Mich tangiert Weihnachten nicht so“: Nicht der all jährige Geschenkkauf, der laut einer aktuellen Studie bei jedem dritten Stress verursachen würde, sondern der Verzicht gehört für ihn zur winterlichen Tradition. „Keine Geschenke wie jedes Jahr“, sagt der Hamburger und zieht dabei genüsslich an seiner Zigarette.

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Jeder geht mit der Situation anders um. Zwei weitere Menschen wenden sich etwa nur kopfschüttelnd und genervt ab, als sie auf das Verhältnis zwischen Inflation und Weihnachtsgeschenken angesprochen werden. Andere finden es „einfach zum Kotzen“. Der Nachmittag in Hamburg zeigt: Viele Menschen sind in Eile – und viele sind es genau aufgrund der Mehrkosten zum diesjährigen Weihnachtsfest.

Umfrage zu Weihnachten: 21 Prozent wollen „deutlich weniger“ für Geschenke ausgeben

Repräsentative Studien sprechen eine eindeutige Sprache: „Vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern geht es aktuell vor allem darum, irgendwie über die Runden zu kommen“, sagt Michael Renz von der Ernst & Young GmbH in einer Pressemitteilung seines Unternehmens. Dessen Studie gibt an, dass Haushalte mit einem Nettoeinkommen von unter 25.000 Euro ihr Budget für Weihnachtsgeschenke um 24 Prozent einkürzen wollen.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov beziffert derweil den Anteil derer, die 2020 für Weihnachtsgeschenke „deutlich weniger“ ausgeben wollen, auf rund 21 Prozent. Der Gesamteindruck, der hängenbleibt: Gerade die Vorweihnachtszeit, bietet doch so viele Anlässe für besinnliche Themen – die Inflation und die hohen Preise gehören zweifelsohne nicht dazu.

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