1. 24hamburg
  2. Hamburg

„Eine Stadt wird bunt“: Ausstellung zeigt Hamburgs Graffiti-Geschichte

Erstellt:

Von: Christian Einfeldt

Kommentare

Graffitis prägen das Hamburger Stadtbild maßgeblich. Doch womit fing alles an? „Eine Stadt wird bunt“ nimmt Interessierte mit auf eine Zeitreise.

Hamburg – Menschen wie Mirko Reisser, Frank Petering, Oliver Davis Nebel oder Andreas Timm legten einst den Grundstein für das, was heutzutage in internationalen Kunstfestivals wie etwa der Millerntor Gallery zelebriert wird. Graffitis sind heute aus St. Pauli oder dem Schanzenviertel nicht mehr wegzudenken. Doch wie fing eigentlich alles an?

Das Museum für Hamburgische Geschichte macht es sich zur Aufgabe, sich genau dieser Frage zu widmen. 2021 erschein das Buch, nun die gleichnamige Ausstellung: „Eine Stadt wird bunt“ skizziert Hamburgs Graffiti-Geschichte ab Tag Eins.

Museum für Lokalgeschichte:Museum für Hamburgische Geschichte
Adresse:Holstenwall 24, 20355 Hamburg
Befindet sich in:Große Wallanlagen
Gründung:1908

Hamburgs Graffiti-Geschichte: „Eine Stadt wird bunt“ macht sie mit rund 500 Exponaten greifbar

Ein Blick in die Vergangenheit, um die Gegenwart zu verstehen: Graffitis prägen das Hamburger Stadtbild bereits seit mehreren Jahrzehnten. Legale Graffiti-Flächen oder Unternehmen, die Künstlerinnen und Künstler für Werbezwecke gewinnen wollen, sprechen Bände. Im Jahr 2022 sind Graffitis längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Auch, wenn noch heute Graffiti in Hamburg nicht vollends akzeptiert ist, hat sich der Ruf in der Stadt doch merklich gewandelt.

Ein weiter Weg, den die Initiatoren Mirko Reisser, Frank Petering, Oliver Davis Nebel und Andreas Timm in der Ausstellung „Eine Stadt wird bunt. Hamburg Graffiti History 1980–1999“ zum Ausdruck bringen wollen. „Alles, was du nachher hattest, waren diese Fotos und diese Fotos waren heilig. Die geben die Leute nicht gerne raus“, sagt etwa Nebel dem NDR. Umso bemerkenswerter, dass nun die rund 500 Exponate der Öffentlichkeit preisgegeben werden. Es sind Dokumente, die dabei auch immer ein Teil von Hamburgs Stadtgeschichte erzählen.

Nachrichten aus Hamburg direkt aufs Handy – ganz einfach via Telegram

„Eine Stadt wird bunt“ beginnt in den 80er-Jahren: Aus Nachkriegsbauten werden bunte Häuser

Auf Grundlage des 2021 veröffentlichten Buches „Eine Stadt wird bunt“ nehmen die Kuratoren Interessierte mit auf eine Zeitreise. Reisser, Petering, Timm und Nebel verfügen als Aktivisten über das notwendige Maß an Authentizität. Ein Faktor, den es insbesondere im Kontext der Hip-Hop-Kultur stets aufs Neuste zu beweisen gilt.

Graffiti.
„Eine Stadt wird bunt“: Eine Ausstellung, die die Anfänge von Hamburgs Graffiti-Geschichte zeigt. © EINE STADT WIRD BUNT

„Eine Stadt wird bunt“ setzt den Anfang zu Beginn der 1980er Jahre. Über US-amerikanische Filme wie „Wild Style“ oder „Beat Street“ lernt auch Hamburgs Jugend die Kunst mit den Spraydosen kennen. Das Filmmaterial aus den USA liefert genug Inspiration, so dass es nicht lange dauerte, bis geeignete Spots in Altona, Eidelstedt oder St. Pauli gefunden werden konnten. In der Ausstellung widmet sich das Museum für Hamburgische Geschichte der Entwicklung zwischen 1980 und 1999. Einer bedeutenden Zeit. So heißt es etwa im Pressetext des Museums, dass sich Hamburg in dieser Zeit gewandelt hätte – raue Nachkriegsbauten wurden plötzlich farbenfroh.

Informationen zur Ausstellung „Eine Stadt wird bunt. Hamburg Graffiti History 1980–1999“:

Ausstellungsdauer: 2. November 2022 – 31. Juli 2023

Öffnungszeiten (Museum für Hamburgische Geschichte):
Montag: 10 – 17 Uhr
Dienstags: geschlossen
Mittwoch bis Freitag: 10 – 17 Uhr
Samstag bis Sonntag: 10 – 18 Uhr

Features der Hamburger Graffiti-Ausstellung: Augmented Reality und nachgestelltes Jugendzimmer

Die Hamburger Ausstellung zeigt es eindrucksvoll: Die Graffiti-Geschichte der Stadt versteht sich keineswegs als homogenes, starres Gebilde – weder damals noch heute. Im stetigen Austausch mit der Musik- oder auch Breakdance-Bewegung der 80er- und 90er Jahre wird auch dieses Geflecht im Museum für Hamburgische Geschichte in Form von Kassetten oder Flyer nachvollzogen. Es ist also nur folgerichtig, dass Sprühdosen neben Schallplatten und Sneakern zu sehen sind.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Die vielen Details ziehen Interessierte in den Bann und machen die Kultur noch greifbarer. Einige der vielen weiteren Features: Ein für die Ausstellung nachempfundenes Jugendzimmer – so wie es sich eben ein Graffiti-Künstler der 80er Jahre eingerichtet hätte. Per Augmented Reality ermöglicht das Museum außerdem, sich an Orten fast vergessener Zeiten zu begeben. Dort, wo einst Graffiti-Geschichte geschrieben wurde.

„Eine Stadt wird bunt“ ruft einem das Hamburg der 80er- und 90er-Jahre ins Gedächtnis und rekonstruiert die Zeit für Außenstehende. Interessierte können sich davon bis zum 31. Juli 2023 ein Bild machen.

Auch interessant

Kommentare