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Wegen giftiger Raupen! Parkplatz an der Autobahn A1 gesperrt

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Von: Jakob Koch

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Eine ungewöhnliche Gefahr für die Gesundheit der Autofahrer droht an einer Autobahnraststätte in Hamburg: In den Bäumen am Parkplatz macht sich der Eichenprozessionsspinner breit.

Hamburg – Achtung, giftige Raupen! Auf der Raststätte Stillhorn Ost an der A1 (Bremen-Lübeck) lässt die Autobahnmeisterei zurzeit den Eichenprozessionsspinner in Hamburg bekämpfen. Lastwagenfahrer können die Parkplätze auf dem Rasthof bis einschließlich nächsten Dienstag nicht nutzen. Die Raststätte und die Tankstelle bleiben geöffnet. „Um einer Gesundheitsgefährdung vorzubeugen, muss die Bekämpfung des Befalls möglichst zeitnah erfolgen“, erklärte die Autobahn GmbH Nord.

Tier:Eichenprozessionsspinner
Wissenschaftlicher Name:Thaumetopoea processionea
Lebensraum:Hauptsächlich an Eichen
Nahrung:Blätter der Wirtsbäume

Eichenprozessionsspinner Hamburg 2022: Parkplatz an der A1 gesperrt

Der Eichenprozessionsspinner ist ein graubrauner Nachtfalter, dessen Raupen vor allem im Mai und Juni für den Menschen gefährlich werden können. Sie ernähren sich von den Blättern und Knospen verschiedener Eichenarten. Die mikroskopisch kleinen Brennhaare der Raupen können Hautreizungen oder Atemwegsbeschwerden auslösen.

Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners
In den Bäumen am Parkplatz macht sich der Eichenprozessionsspinner breit. Die Autobahnmeisterei lässt die Raupennester absaugen. © Veronika Boge/dpa

Eichenprozessionsspinner Hamburg 2022: Wo besonders viele Nester waren

Der Befall im Hamburger öffentlichen Grün lag nach Angaben der Umweltbehörde in den Jahren 2019 und 2020 etwa auf dem gleichen Niveau. Es seien 725 beziehungsweise 765 Befallsmeldungen eingegangen. „Für 2021 haben wir intern knapp 600 Befallsmeldungen bekommen – hier hat es demnach also eine leichte Abnahme gegeben“, erklärte Behördensprecherin Renate Pinzke.

Besonders viele Nester waren im vergangenen Jahr im Bereich des Autobahndreiecks Hamburg-Süd, im Öjendorfer Park, auf dem Hauptfriedhof Altona, im Stadtpark Winterhude und am Moorfleeter Deich gefunden worden.

Lüneburg setzt auf biologisches Mittel gegen Eichenprozessionsspinner

Der Landkreis Lüneburg setzt in diesem Jahr auf ein neues biologisches Mittel. Sein besonderer Wirkstoff sind Nematoden - auch Fadenwürmer genannt -, die speziell gegen den Nachtfalter wirken, wie die Kreisverwaltung mitteilte. Das Ziel der Aktion ist, Radfahrer, Mitarbeiter, die den Baumschnitt vornehmen, sowie die Bäume selbst zu schützen.

Der Betrieb Straßenbau und -unterhaltung trägt die Nematoden auf die Baumkronen der Eichen auf. Dafür fährt ein Traktor mit Fassanhänger und Sprühgebläse zu den befallenen Gebieten. Da die winzigen Fadenwürmer lichtempfindlich sind, wird das Mittel nach Sonnenuntergang auf die Bäume gesprüht. Die Nematoden entwickeln sich im Körper der Raupen und töten diese ab. Für Menschen und Haustiere sind die Würmer ungefährlich.

Wie gefährlich ist der Eichenprozessionsspinner?

Die Raupe des grau-braunen Nachtfalters kann mit ihren Brennhärchen starke Reizungen der Haut und der Atemwege sowie allergieähnliche Reaktionen auslösen. Dabei ist nicht mal ein direkter Kontakt zur Raupe erforderlich. Es reicht sogar, wenn ein Windstoß abgebrochene Brennhaare verteilt und diese in Berührung mit der Haut eines Menschen kommen. Lesen Sie weiter: Eichenprozessionsspinner: So schützen Sie sich vor Symptomen wie Ausschlag. (mit dpa)

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