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Durchsuchungen bei Waffenbehörde: Staatsanwaltschaft vermutet Mitschuld an Amoktat

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Von: Elias Bartl

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Schüsse in Hamburg
Blick auf den Einsatzort in Hamburg. © Jonas Walzberg/dpa

Ein Mitarbeiter der Waffenbehörde soll alle Warnungen vor Amokläufer Philipp F. ignoriert haben. Auch Mitglieder des Hanseatic Gun Clubs stehen im nun im Fokus der Ermittler.

Hamburg – Nach dem schrecklichen Amoklauf von Philipp F. am 9. März rücken ein Mitarbeiter der Waffenbehörde und drei Mitglieder des „Hanseatic Gun Club“ immer weiter in den Fokus der Staatsanwaltschaft Hamburg. Die Männer sollen erst dafür gesorgt haben, dass Philipp F. an seine Waffe kommt, mit der er dann sieben Menschen und sich selber das Leben nahm.

Am Donnerstagmorgen, 27. April 2023, wurden dann zehn Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Die Betroffenen waren die vier Beschuldigten sowie deren Wohnungen, Arbeitsplätze und Clubräume.

Nach Amoklauf bei den Zeugen Jehovas: Mitarbeiter der Waffenbehörde im Fokus der Ermittlungen

Dem Mitarbeiter der Waffenbehörde wird konkret vorgeworfen, durch Nachlässigkeit für sechs Todesfälle und 14 Verletzte fahrlässig verantwortlich zu sein. Laut Staatsanwaltschaft hatte er Informationen über den Amoktäter Philipp F., die er von einem Mitarbeiter des Hanseatic Gun Clubs erhalten hatte, nicht weitergegeben. Dabei hatte er das anonyme Schreiben, das er selbst dem Verfasser vorgeschlagen hatte, ignoriert.

In Unkenntnis dessen ordnete der zuständige Sachgebietsleiter der Waffenbehörde nur eine unangekündigte Aufbewahrungskontrolle für die Schusswaffen von Phillipp F. an, anstatt sich gezielt weitere Informationen zu verschaffen und die Schusswaffe nebst Munition sodann umgehend sicherzustellen.

„Hanseatic Gun Club“ wirbt mit fragwürdigem Slogan: Ermittlungen gegen Mitglieder

Der Weg zur eigenen Waffe ist nicht so dornenreich, wie es anfänglich scheinen mag.

Hanseatic Gun Club

Auch gegen drei Mitglieder des Prüfungsausschusses wird ermittelt. Sie haben Philipp F. ein falsches Sachkundezeugnis ausgestellt, obwohl er die Prüfung gar nicht bestanden hatte. Stattdessen hatte ein Mitglied der Prüfungskommission angeblich eine Nachprüfung durchgeführt und das Ergebnis gefälscht. Aufgrund dieses falschen Zeugnisses hatte Philipp F. im Dezember 2022 eine Waffenbesitzkarte erhalten und konnte eine Waffe sowie Munition besitzen.

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