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Dunkel wegen Dummheit: Hamburg zahlt 400.000 Euro für Laternen – aber Strom fehlt

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Von: Christian Einfeldt

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400.000 Euro ausgeben für Laternen, die nicht leuchten? Hamburg hat genau das getan. Warum eine Installation im Volkspark weiterhin Probleme bereitet.

Hamburg – Fassungslosigkeit im Hambuger Stadtteil Altona: Lange hatte es gedauert, bis den politischen Forderungen nach neuen Lampen im dortigen Volkspark entsprochen wurde. Immerhin: Im November 2022 zieren nun inzwischen 48 Masten die Laufstrecke von Hamburgs größtem Park. Dort stehen sie allerdings schon seit über einem halben Jahr. Ohne etwas zu bringen allerdings. Denn: Im Februar aufgestellt, warten sie noch immer, dass sie zu leuchten beginnen.

Joggerinnen und Joggern werden mit Einbruch der kalten Jahreszeit im Dunkeln gelassen – und bleiben es wohl auch vorerst. Nach langem politischen Diskurs und Investitionen, die schon fast eine halbe Millionen Euro umfassen, fällt den Verantwortlichen nun plötzlich eines auf: Oh Schreck, der Stromanschluss fehlt!

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Nach jahrelangen Diskussionen: Lichter im Hamburger Volkspark leuchten nicht – weil Strom fehlt

Die Geschichte bringt einen zum Kopfschütteln, und lässt Unverständnis zurück – fast schon Ironie, dass auf den Lampen seit Monaten der Hinweis „nicht in Betrieb“ steht. Denn: Wann – oder ob überhaupt – die Lichter leuchten werden, ist aktuell noch völlig offen. Die Hansestadt Hamburg hat die Installation der Beleuchtung erstmals 2018 ins Gespräch gebracht. Nunmehr vier Jahre sind seitdem vergangenen. Die Zwischenzeit war geprägt von Zweifeln seitens der Grünen und einem unbedingten Willen der Realisierung, den man aus Kreisen der SPD vernommen hatte.

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Während die Grünen durch die Beleuchtung einen Schaden für Insekten und Fledermäuse gefürchtet hatten, hielt der Initiator der Idee, SPD-Politiker Andreas Bernau, der sich auch immer wieder lautstark in die Debatte um eine Umbenennung der Sylvesterallee in Uwe-Seeler-Allee einschaltet, an einer Umsetzung fest. Letzten Endes konnte man einen Kompromiss finden. Wie die Hamburger Morgenpost berichtet, einigte man sich darauf, dass die Beleuchtung im Volkspark installiert werden können.

Im Hintergrund ist ein Wohngebiet zu sehen, es ist dunkel, Laternen leuchten schwach. Im Vordergrund dreht ein Jogger seine Runde.
Jogger im Hamburger Volkspark sehen sich noch immer mit Laternen konfrontiert, die nicht leuchten, weil der Strom fehlt. ©  Sebastian Kahnert/dpa/Michael Gstettenbauer/imago/Montage

Allerdings sollen die Lampen nur zwischen September und Mai an sein – angesichts von Sparmaßnahmen in Zeiten der Energiekrise sicherlich ein nachvollziehbarer Ansatz. Jetzt schreiben wir November – doch auch weiterhin bleiben es nur Ansätze und Planungen. Und das Licht bleibt aus. Nicht, um Energie zu sparen. Sondern weil‘s schlocht nicht angeht. Es mangelt an Strom. Bloße Dummheit? Oder welche Hintergründe stecken dahinter?

Missverständnis geklärt? Hamburger Bezirksamt kümmert sich – offen, wann Laternen funktionieren

Nach Angaben der Bild kommen die Kosten der Lampen folgendermaßen zusammen: 250.000 Euro soll demnach die Stadt übernehmen, 150.000 Euro der Fußballverein aus der Nachbarschaft, der HSV, der sein Volksparkstadion ganz in der Nähe hat. Anfang dieses Jahres wurde endlich aus Planung Wirklichkeit. Doch, was bringen einem aufgestellte Lampen, die nicht leuchten? Es ist die Geschichte eines Missverständnisses zwischen dem Bezirksamt Altona und dem „Stromnetz Hamburg“.

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Wie die Mopo berichtet, sollte sich „Stromnetz Hamburg“ darum kümmern, dass der Volkspark einen neuen Stromkasten bekommt. Laut Pressesprecherin Anette Polkehn-Appel hätte das Unternehmen auch genau das getan: Bis zum Parkrand des Volksparks hätte man die Kabel verlegt. Nun müsse das Bezirksamt die Installation übernehmen. Das Bezirksamt sieht „behördeninterne Abstimmungsprozesse“ derweil als Grund, warum sich das Vorhaben weiter verzögert.

„Möglichst zeitnah“ wolle man die Kabel verlegen und endlich für Licht sorgen. Doch zusätzliche Faktoren wie „Verfügbarkeit ausführender Firmen und Witterung“ könnten laut Bezirksamt Pressesprecher Mike Schlink dafür sorgen, dass das Projekt weiter auf Eis liegt. Fortsetzung folgt.

Bis dahin bleibt die Frage, warum Behörden und „Stromnetz Hamburg“ nicht schon früher Licht ins Dunkel gebracht haben. Spötter würden an dieser Stelle wohl sagen, dass da nicht die hellsten Leuchten am Werk waren ...

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