Rund um den Bahnhof Holstenstraße

Drogen vor der Kita, Spritzen am Spielplatz: Altona hilflos gegen Junkie-Szene

  • Jan Knötzsch
    VonJan Knötzsch
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Ein Zustand zwischen traurig, abstoßend und unglaublich: Nahe des Bahnhofs Holstenstraße kriegt Altona die Junkie-Szene nicht in den Griff. Was bringt die Lösung?

Hamburg – Altona ist einer der bekanntesten Bezirke der Hansestadt Hamburg. Wegen des Fischmarkts unten am Hamburger Hafen. Auch den Stadtteil Blankenese, der zum Bezirk gehört, kennt fast jeder. Nicht nur in der Hansestadt Hamburg, sondern auch darüber hinaus. Auch wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ankündigte, dass sie nicht in den Nobelvorort von Hamburg ziehen wird. Doch die netten, hübschen Ecken von Altona sind nur ein Teil des Ganzen. Es gibt im westlichsten der sieben Bezirke in Hamburg auch den großen Schandfleck.

Und zwar den Bereich um den Bahnhof Holstenstraße: Drogen vor der Kita, Spritzen am Spielplatz – ein Zustand zwischen abstoßend, traurig und unglaublich. Das Schlimmste: Altona scheint hilflos gegen die Junkie-Szene. 24hamburg.de verrät, warum. Und was jetzt passieren soll.

Bezirk in Hamburg:Altona
Fläche:77,4 km²
Einwohner:275.264
Bevölkerungsdichte:3556 Einwohner/km²
Adresse der Verwaltung:Bezirksamt Altona, Platz der Republik 1, 22765 Hamburg

Altona: Junkie-Szene rund um Bahnhof Holstenstraße und Bertha-von-Suttner-Park – so schlimm sind die Zustände

Wie die Hamburger Morgenpost berichtet, hat sich die Situation der Junkie-Szene rund um den Bahnhof Holstenstraße und den Bertha-von-Suttner-Park in Zeiten der Coronavirus-Pandemie verschärft. Es ist noch schlimmer geworden, als es sowieso schon war. Im Sommer 2021 hat sich deswegen sogar eine Initiative von Anwohnern gegründet, die mit Schildern auf die Situation hingewiesen und sich an die Politik gewandt hat. Allein: Die Lage hat sich nicht verbessert.

Rund um den Bahnhof Holstenstraße hat der Bezirk Altona ein Junkie-Problem, das einfach nicht in den Griff zu bekommen ist (24hamburg.de-Montage)

Auch andere Stadtteile haben mit Drogenproblemen zu kämpfen. So hat die Polizei Hamburg erst vor kurzem wegen des Verdachts auf einen Drogenring Objekte im Hamburger Süden durchsucht. In Rahlstedt haben Drogenfahnder ein Pärchen festgenommen. Doch nirgendwo sind Drogen, Dreck und Gewalt in Hamburg offenbar so nah uns so dauerhaft vor der Haustür wie rund um den Bahnhof Holstenstraße, Hamburgs offensichtlichem „Drogen-Hotspot“. Dort, wo Kinder spielen, Familien leben und einfach nur ihre Ruhe vor der Drogen-Szene haben wollen.

Altona kriegt Junkie-Szene nicht in den Griff – so sollen Drogen, Dreck und Gewalt verschwinden

Doch genau letzteres funktioniert einfach nicht. Die Abhängigen würden zwar am Bahnhof Holstenstraße regelmäßig von Mitarbeitern der Deutschen Bahn vertrieben, doch dann verschwinden sie in den Nebenstraßen, hängen dort ab und konsumieren ihren Stoff – trotz Verstärkung der Polizeipräsenz. Die Altonaer Bezirksversammlung will jetzt laut Mopo in einem nächsten Schritt (noch mehr) Soforthilfe leisten.

Die Bezirksamtsleitung und das zuständige Polizeikommissariat sind mit der Klärung beschäftigt, wie eine regelmäßige „Sprechstunde durch einen bürgernahen Beamten vor Ort“ eingerichtet werden könnte.

Keine Frage, hier muss dringend etwas passieren. Bei aller Empathie für Suchtkranke dürfen wir die Familien, die dort gerne leben, nicht im Stich lassen.

Katharina Blume, FDP-Fraktionschefin und Vorsitzende im Sozialausschuss der Bezirksversammlung Altona

„Keine Frage, hier muss dringend etwas passieren. Bei aller Empathie für Suchtkranke dürfen wir die Familien, die dort gerne leben, nicht im Stich lassen“, sagt Katarina Blume, FDP-Fraktionschefin und Vorsitzende im Sozialausschuss der Bezirksversammlung Altona, laut Hamburger Morgenpost zur gegenwärtigen Situation und einer möglichen Besserung. Die feste Sprechstunde sei ein erster Schritt, um die Situation besser zu beherrschen. Genau das Gleiche soll auch ein erhöhter Reinigungszyklus durch die Stadtreinigung.

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Ob Altona die Junkie-Szene allein damit in den Griff kriegt, wird die Zeit zeigen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bodo Marks/dpa & Britta Pedersen/dpa

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