Tonnen Kokain

Hamburg: Mega Drogen-Razzia – Polizei verhaftet Weihnachtsmann

  • Fabian Raddatz
    vonFabian Raddatz
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Im Kampf gegen Drogenkriminalität veranstaltet die Hamburger Polizei einen Wohnungsrazzia-Marathon. Dabei geht den Beamten dieser Fisch in Netz.

  • Einsatzkräfte der Hamburger Polizei und des Zolls führen Razzien in Norddeutschland durch.
  • Dabei sollen sich die Durchsuchungen offenbar gegen ein kriminelles Drogen-Netzwerk richten.
  • Die Bande soll offenbar mithilfe eines arbeitslosen Hackers tonnenweise Drogen nach Hamburg eingeschleust haben.
  • Während den Durchsuchungen entdecken Beamte kriminellen Weihnachtsmann.

Update vom 17. Dezember 2020, 10.55 Uhr: Hamburg – Am Rande der großen Drogen-Razzia hat die Hamburger Polizei im Stadtteil Lokstedt auch noch einen anderen Fang gemacht. Wie die Bild berichtet wurde ein Weihnachtsmann festgenommen. Schwer bewaffnete Einsatzkräfte der Polizei waren gerade dabei mehrere Wohnungen zu durchsuchen, als den Beamten ein verdächtiger Mann mit roter Jogginghose und Weihnachtspullover auffiel. Ihm wird das Dealen mit Marihuana vorgeworfen – die Polizei nahm den Mann fest. Im Zusammenhang mit der Koks-Mafia soll er aber nicht stehen.

Hamburg: Mega Drogen-Razzia – Arbeitsloser hackt Hafen-IT

Update vom 16. Dezember 2020, 9.23 Uhr: Hamburg – Bei einem Schlag gegen die organisierte Kriminalität in Norddeutschland hat die Polizei am Dienstag 15 Männer festgenommen. Insgesamt wurden nach einjährigen Ermittlungen 38 Wohnungen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen durchsucht, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.

Insgesamt sollen die Männer rund zwei Tonnen Kokain nach Deutschland und Europa eingeführt haben. Bei der Aktion waren rund 500 Beamte des Zollfahndungsamts und der Polizei Hamburg unter Leitung der Staatsanwaltschaft Hamburg beteiligt.

Bei den mehr als 20 Tatverdächtigen handelt es sich um Männer im Alter zwischen 19 und 58 Jahren, für 15 von ihnen gab es Haftbefehle. Sie stehen im Verdacht, im Hamburger Hafen mehrfach in Containern aus Südamerika eingeschmuggeltes Kokain empfangen zu haben. Dabei legten die Verdächtigen offenbar entweder gefälschte Transportpapiere vor, um einen Container vom Terminal abzuholen, oder ließen Container vom Terminal stehlen, um die Drogen daraus zu bergen. Bei dem Transport der Container halfen auch mehrere Lastwagenfahrer.

Hamburg: Massive Drogenrazzia – Tonnenweise Kokain geschmuggelt?

Erstmeldung vom 15. Dezember, 11.41 Uhr:

Hamburg – Es ist einer der größten Einsätze der Hamburger Polizei im Kampf gegen die Drogenkriminalität. Seit den frühen Morgenstunden durchsuchen Ermittler des Hamburger Landeskriminalamts (LKA) und des Zollfahndungsamts (ZFA) 40 Objekte in Hamburg, Bremen und Niedersachsen. Wie der Spiegel berichtet, gab es belang 20 Festnahmen.

Name Hamburger Hafen
Gegründet 7. Mai 1189 in Hamburg
Inhaber Hamburg Port Authority AöR
Hafentyp Tidehafen
Piers und Kais Burchardkai, Tollerort, Altenwerder, Eurogate u.a.

Demnach richten sich die Razzien gegen ein großes kriminelles Netzwerk, das zwei Tonnen Kokain über den Seeweg und den Hamburger Hafen nach Hamburg eingeschleust haben soll. Dabei sollen die Verdächtigen mit südamerikanischen Drogenkartellen zusammengearbeitet haben.

Drogen in Hamburg: Arbeitsloser Hacker soll zwei Tonnen Koks eingeschleust haben

Bei den Ermittlungen rückte vor allem ein Mann in den Fokus der Einsatzkräfte. Der Arbeitslose IT-Spezialist gilt als Schlüsselfigur und Logistiker der Drogen-Bande. Nach Informationen des Spiegels hat der Verdächtige vor Jahren eine Ausbildung bei einer Transportfirma im Hamburger Hafen gemacht.

Einsatzkräfte der Polizei Hamburg führten Razzien in Hamburg, Bremen und Niedersachsen durch. Der Einsatz soll in Verbindung mit Kokain-Schmuggel im Hamburger Hafen stehen. (24 hamburg.de-Montage)

Dank seinen Fach-Kenntnissen soll es dem 39-Jährigen gelungen sein, sich in das IT-Netz des Hamburger Hafens einzuhacken, die Daten zu manipulieren – und so einen mit zwei Tonnen Kokain beladenen Schiffscontainer unbemerkt aus dem Terminal zu schleusen. Außerhalb des Geländes entnahmen seine Kollegen dann in der Stadt Hamburg den Stoff.

Drogen in Hamburg: Ermittler lasen offenbar mit

Rund ein Jahr sollen die Ermittlungen, Codename: „Leercontainer“, gelaufen sein, so der Spiegel. Auch eine Schießerei im April, im Hamburger Stadtteil Neugraben-Fischbek, soll dabei Teil der Ermittlungen sein. Weil es Streit über die Verteilung des Koks gegeben haben soll, erlitt ein 28-Jähriger einen Beindurchschuss.

Verschlüsselte Chatnachrichten sollen dann den Ermittlern den Durchbruch beschert haben. So sollen Wiesbadener Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) seit Monaten einen riesigen Datensatz auswerten: Millionen von Chatnachrichten von einem Server der Firma Encrochat. Den Verschlüsselungsdienst, den dieses fadenscheinige Unternehmen aus den Niederlanden, Kriminellen zur Verfügung stellte, wird auch als „WhatsApp für Gangster“ bezeichnet.

Jahrelang sei es den Ermittlern nicht gelungen, die verschlüsselten Botschaften zu knacken. Doch französischen Behörden war das laut Spiegel im Frühjahr gelungen. Monatelang konnte ein internationales Ermittlerteam die Nachrichten der Verbrecher mitlesen – darunter auch offenbar die der Verdächtigen aus dem Hamburger Fall.

Drogen in Hamburg: Ecstasy-Killer und Dealer-Kämpfe

Drogendelikte – damit haben die Hamburger Ordnungshüter viel Erfahrung: Immer wieder kommt es in der Hansestadt zu Verbrechen im Zusammenhang mit Drogen. Erst Mitte Dezember führten Polizei und Justiz eine großangelegte Razzia durch – auch in Hamburg. Es ging um Drogengeschäfte im Clan-Mileu. Und auch ein vermeintlicher Ecstasy-Killer ging der Hamburger Polizei ins Netz: Er soll einer Gruppe Teenager Party-Drogen verkauft haben. Eine 16-Jährige starb.

Im Hamburger Landgericht sorgte zudem ein Fall für Aufsehen: Ein 20-Jähriger wollte dick ins Drogengeschäft einsteigen, doch wurde dann von seinen Geschäftspartnern in spe fies verprügelt. Wo Drogen sind, ist die Gewalt nicht fern. Im Hamburger Schanzenpark, einer der Drogenhotspots der Stadt, gingen zwei Dealerbanden aufeinander los. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa & Fabian Bimmer/dpa

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