Booster-Impfung

Dritte Corona-Impfung: Wann komme ich dran?

Die dritte Impfung gegen das Coronavirus soll zum Herbstbeginn kommen. Das sollten Sie über die Auskunfts- und Impfflicht in Unternehmen wissen.

Hamburg – Die dritte Impfung ist schon eine Weile in Deutschland ein Thema und mittlerweile laufen die Vorbereitungen dafür. Die Risiko-Gruppen sollen auch beim dritten Pieks als erste versorgt werden. Um einem weiteren Corona-Herbst vorzubeugen, bereiten sich nun Hausärzte und Kliniken auf die sogenannte „Booster-Impfung“ vor. So wissen Sie, wann Sie an der Reihe sind.

Vollständig Geimpfte in Hamburg1.194.293 (64,5 Prozent)
Vollständig Geimpfte in Niedersachsen5.032.138 (62,9 Prozent)
Vollständig Geimpfte in Bremen483.758 (71,1 Prozent)
Vollständig Geimpfte in Schleswig-Holstein1.885.079 (64,8 Prozent)
Vollständig Geimpfte in Mecklenburg-Vorpommern963.703 (59,8 Prozent)

Die dritte Impfung: Nach etwa 6 Monaten – Risikogruppen werden als erste geimpft

„Bei der Delta-Variante ist das große Problem, dass der Immunschutz der Impfung nach einer Zeit nachlässt und deswegen ist es wichtig, rechtzeitig diese ‚Booster-Impfung‘, die Drittimpfung zu geben, um Antikörper zu bilden“, erklärt Georg-Christian Zinn, der Direktor des Hygienezentrums Bioscientia, gegenüber RTL. Aus diesem Grund wird die dritte Impfung zum Herbstbeginn in Angriff genommen, da sie die Antikörper um einen Faktor von bis zu 10 erhöhen soll.

Die ersten „Booster-Impfungen“ sollen die Patienten bekommen, die auch im Dezember und Januar als erste die Impfungen erhalten haben, vornehmlich die Risikogruppen. „Man geht davon aus, dass es nach einem halben Jahr schon Zeit ist, eine Nachimpfung zu kriegen.“ Bei jungen Leuten könne diese Zeitspanne auch etwas länger sein, diese Daten seien allerdings noch nicht verlässlich. „Die ‚Booster-Impfung‘ für die Risiko-Gruppen, für die Prio-Gruppe-1, ist extrem wichtig. Wir wissen, dass die Impfstoffwirkung nach einer Zeit nachlässt. Das waren die ersten, die im Dezember, Januar in Deutschland geimpft wurden, und insofern spielt das eine große Rolle, dass wir jetzt zügig diese Gruppe erneut impfen.“

Dritte Impfung bei Hausärzten – heute Impfung in Elbphilharmonie und Volksparkstadion in Hamburg

Die dritte Impfung kann man beim Arzt, bei Betriebsärzten oder auch in Krankenhäusern bekommen. Als Privatperson müsse man sich aber selbst darum kümmern. Lediglich Seniorenheime und schwer pflegebedürftige Personen könnten die Dienste von mobilen Impfteams in Anspruch nehmen.

Bedenken gebe es laut Zinn bei der dritten Impfung keine: „Bedenken gibt es nicht gegen die dritte Impfung. Wir haben bisher aus Israel, die schon fast 20 Prozent der Bevölkerung drittgeimpft haben, sehr, sehr gute Ergebnisse.“ Lediglich die normalen Nebenwirkungen, die auch bei der ersten und zweiten Impfung auftreten können, seien beobachtet worden.

Wer die erste Impfung noch nicht erhalten hat, bekommt in Hamburg heute, 3. September, die Möglichkeit dazu. Von 14 bis 22 Uhr wird in der Elbphilharmonie geimpft und von 17 bis 23 Uhr auch im Volksparkstadion des HSV. Der verwendete Impfstoff ist Biontech für eine doppelte Impfung und Johnson & Johnson für die, die nur die einmalige Impfung bekommen möchten.

Auskunftspflicht in Unternehmen: Muss ich meinem Arbeitgeber sagen, ob ich geimpft bin?

Um vor allem Kinder und Jugendliche, die bisher in verschiedenen Bundesländern erst ab einem gewissen Alter geimpft werden dürfen, sowie andere Risikogruppen zu schützen, könnte es demnächst eine Auskunftspflicht zum Impfstatus geben. Demnach müssten Mitarbeiter in Kitas, Schulen und Heimen ihren Arbeitgebern auf Anfrage Auskunft über ihren Impf- oder Genesungsstatus geben, was bisher noch nicht der Fall ist.

Heute wird in der Elbphilharmonie und im Volksparkstadion geimpft. Außerdem wird sich auf die dritte Impfung vorbereitet. (24hamburg.de-Montage)

Nach langen Beratungen der Regierungskoalition zwischen Union und SPD wurde am Donnerstag, 2. September, ein Entwurf verfasst, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Darin heißt es: „Der Arbeitgeber kann (...) vom Beschäftigten Auskunft oder die Vorlage eines Nachweises über das Bestehen eines Impfschutzes oder das Bestehen einer natürlichen Immunität in Bezug auf die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID19) verlangen.“ Es könne darauffolgend im Interesse des Infektionsschutzes nötig sein, Beschäftigte hinsichtlich ihres Corona-Impf- und Serostatus, der über Antikörper Aufschluss gibt, im Betrieb anders einzusetzen.

Wenn diese Auskunftspflicht in Kraft tritt, dann würde sie allerdings nur gelten, solange in Deutschland eine festgestellte epidemische Lage von nationaler Tragweite gilt. Der Bundestag wird am Dienstag, 7. September, über die Neuregelung als Zusatz zu den bestehenden Corona-Regeln entscheiden.

Impfpflicht in Unternehmen: Kann mich mein Arbeitgeber zu einer Impfung zwingen?

Eine Impfpflicht – etwa in Unternehmen – soll es aber weiterhin in Deutschland nicht geben. In den USA führten große Firmen bereits eine Impfflicht ein, so zum Beispiel Google. Der Chef der Suchmaschinen-Firma schrieb kürzlich in seinem Blog: „Jeder, der zum Arbeiten auf unseren Campus kommt, muss geimpft sein.“ Wahlweise scheint es aber die Option des Home Office zu geben, bei der Mitarbeiter nicht auf das Firmengelände kommen. Facebook, Netflix, Uber und die Washington Post wollen es ähnlich handhaben.

In Deutschland verbietet das Gesetz eine Impfpflicht noch und auch der Deutsche Gewerkschaftsbund wies darauf hin, dass es eine Impfflicht in Unternehmen nur geben könne, wenn es auch eine allgemeine Impfpflicht gebe. Gegen diese stellt sich aber zum Beispiel Innenminister Host Seehofer vehement. Gegenüber der „Mittelbayrischen Zeitung“ erklärte er, er sei „strikter Gegner einer Impfpflicht“ und betonte hinzu: „Ganz allergisch reagiere ich, wenn jemand sagt: ‚Wenn du nicht geimpft bist, wirst du bei uns nicht mehr beschäftigt.‘“

Auch der Entwurf von Union und SPD stellt klar: „Die Freiwilligkeit der Entscheidung über die Inanspruchnahme von Impfschutz bleibt unberührt.“ * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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