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Zoff zwischen Badegästen und Ruderverein an der Dove Elbe

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Von: Kevin Goonewardena

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Die Dove-Elbe im Südosten Hamburgs ist ein bei Hamburgern äußerst beliebtes Badegewässer. Doch im Idyll gibt es seit Jahren Zoff – auf Kosten der Steuerzahler.

Hamburg – Der Seitenarm Dove-Elbe im Bezirk Bergedorf ist gerade bei hochsommerlichen Temperaturen ein beliebtes Ausflugsziel für Sonnenhungrige und Wasserratten aus der Kernstadt. Inmitten den ländlichen Marsch- und Vierlanden und umgeben von zahlreichen Badeseen, bietet die Dove-Elbe beste Bedingungen für einen Tag am Wasser: Die Fließgeschwindigkeit des Elbe-Nebenarms ist gering, der Schiffsverkehr durch Sportbooten zwar teilweise hoch, für Binnen- oder gar Seeschiffe ist die Dove-Elbe allerdings nicht schiffbar. Die Wassertiefe in der Fahr inne beträgt gerade einmal 1,5 Meter. Die optimalen Bedingungen wissen auch die Ruderer zu schätzen; am Allermöher Deich befindet sich Regattazentrum Hamburg für Leistungsruderer. Und das sorgt seit Jahren für Zoff.

Name:Dove-Elbe
Mündung:Norder-Elbe
Länge:18 Kilometer
Stadtteile (Auswahl):Bergedorf, Cuslack, Altengamme, Neuengamme, Allermöhe, Tatenberg, Spandenland

Dove-Elbe: Seit Jahren Zoff zwischen Badegästen und Ruderern

Bereits 2021 berichtete das Abendblatt über die Konflikte an der Dove-Elbe. Neben zahlreichen Sonnenhungrigen, die, die Anlagen, der Ruderer an schönen Sommertagen bevölkern, gibt es Ärger mit abgestellten PKW. Denn das Gebiet an der Dove-Elbe ist schlecht an den ÖPNV im HVV-Netz angebunden; die Ausflügler reisen also bevorzugt mit Autos an. 72 Knöllchen seien alleine an einem Freitag im Juni 2021 durch die Polizei verteilt, drei Autos abgeschleppt worden, berichtet das Blatt. Um zu verhindern, dass die Badegäste die Steganlagen der Ruderer und Kanuten nutzen, wurden Zäune aufgestellt. Alleine 150.000 Euro hat das Sportamt für diese Maßnahme bereits 2020 bereitgestellt. Doch genützt hat es nichts.

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Dove-Elbe: Absperrgitter für 300.000 - Badegäste klettern darüber

300.000 Euro haben die Zäune insgesamt gekostet, berichtet die Bild-Zeitung. Finanziert wurde das ganze von den Steuerzahlern und Steuerzahlerinnen, betrieben wird die Anlage vom Landesruderverband, auch Olympioniken trainieren hier. Eigentümerin ist die Stadt Hamburg. Doch die teuren Maßnahmen führen nicht zum Erfolg: Die Sonnenanbeter und Bade-Willigen klettern, wer hätte das ahnen können, einfach darunter durch, vorbei oder gleich über die Zäune und sorgen in der Folge für gefährliche Situationen, erzählt Hans-Thomas Rehbein vom Leistungszentrum der Bild: „Von den Stegen aus wird in die Regattastrecke geschwommen, was zu lebensgefährlichen Kollisionen mit den Trainierenden führen kann.“

Dove Elbe und Regattastrecke in Tatenberg Hamburg Deutschland
Zu schön um geheim zu bleiben: Die Dove-Elbe, hier an der Regattastrecke, im Fordergrund einer der Stege, die bei sommerlichen Temperaturen von Dutzenden Badegästen bevölkert werden. Das sorgt für Stress mit den Sportlern. © stock&people / imago

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Dove-Elbe: 230 Anzeigen alleine im Juni – Hälfte der Stege ungenutzt

Weil die Gitter nichts bringen, will der Bezirk nun eigene Steganlagen für Badegäste bauen lassen. Doch geplant sind die erst für 2027, berichtet das Springer-Blatt. Weiterer Ärger ist also vorprogrammiert. Und auch die Parksituation ist nach wie vor angespannt. Weil der offizielle Parkplatz nicht mehr ausreicht, parken die Badegäste an den Seitenstreifen der Zugangswege. „Seit Juni wurden dort bislang mehr als 230 Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen zu Verstößen im ruhenden Verkehr gefertigt“, so Sören Zimbal, Sprecher der Polizei Hamburg, zur Bild. Ach ja – regelmäßig von den Ruderern genutzt werden nur fünf von neun Stegen. Teure Gitteranlagen wurden selbstverständlich an allen Anlagen installiert.

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