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„Die absolute Hölle“: So sehr leiden Hamburgs Unternehmen unter Omikron

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Von: Christian Einfeldt

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Bundesweit klagen Unternehmen über immense Personalausfälle. Schuld ist die Omikron-Variante, die auch in Hamburg für Unmut sorgt.

Hamburg – Trotz einem aktuell rückläufigen Trend ist die Anzahl an Corona-Neuinfektionen in Hamburg weiterhin hoch. Am 11. Februar 2022 vermeldet die Sozialbehörde rund 5.200 Neuinfektionen. Wie der NDR berichtet, sind es im Vergleich zum Freitag vergangener Woche rund 557 Fälle weniger. Die Hamburger Inzidenz sinkt. Dennoch ist die Anzahl derer, die sich aktuell in Quarantäne aufhalten, nach wie vor hoch. Ganz zum Leidwesen von Hamburgs Unternehmen. So stark leiden sie unter Omikron.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:1,841 Millionen
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Hamburger Unternehmen mit „massivem Wettbewerbsnachteil“ – wie gehen sie mit Omikron um?

Noch bevor die ersten Corona-Lockerungen im Hamburger Einzelhandel beschlossene Sache waren, äußerte sich Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne). Im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt thematisierte sie den Umgang mit Omikron wie folgt: „Wenn wir jetzt zu schnell alle Eindämmungsmaßnahmen zurücknehmen, hätte ich Sorge, dass wir einige Lockerungen nach kurzer Zeit rückgängig machen müssten, wenn sich etwa die Lage in den Krankenhäusern in anderen Landesteilen zuspitzt.“

Angesichts der zuletzt gestiegenen Corona-Inzidenz warnte auch Melanie Leonhard. Wenngleich die Maßnahmen in Hamburg nach wie vor streng bleiben, hofft die Politikerin dennoch auf einen „sehr freien Sommer“. Dass es bis dahin jedoch noch ein weiter Weg ist, zeigt ein Einblick in das Innenleben von Hamburgs Unternehmen. Wie die „Welt“ berichtet, zeigte etwa Malte Heyne, Geschäftsführer der Handelskammer Hamburg, wenig Verständnis für das Verhalten seitens der Hamburger Politik: „Aufgrund der Lockerungen in den benachbarten Bundesländern haben die Hamburger Unternehmen einen massiven Wettbewerbsnachteil“.

Unter Bezugnahme auf besonders leidgeplagte Branchen hätte er festgestellt, wie sehr Unternehmen unter den aktuellen Regeln leiden. Besonders stark betroffen von der Corona-Pandemie ist die Gastronomie. Wirtschaftsexperten fanden nun heraus, dass jedem sechsten Hamburger Restaurant die Corona-Pleite droht. Könnte anderen Branchen ein ähnliches Schicksal bevorstehen? Und, wie gehen andere Branchen überhaupt mit der Omikron-Welle in Hamburg um?

Hamburgs Unternehmen leiden unter Omikron: „Wir sind alle genervt von zwei Jahren Corona“

Den Hotels fehlen die Gäste, in der Spedition fallen seit Monaten Überstunden an. Hotel-Direktor Moritz Klein bringt es auf den Punkt: „Wir sind alle genervt von zwei Jahren Corona“. Klein ist der Hotel-Direktor des Steigenberger Hotels, gelegen in der Hamburger Innenstadt. Dass die Corona-Pandemie nach wie vor große Spuren hinterlässt, ist offensichtlich. Noch immer sei ein Großteil der Hotel-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kurzarbeit. Wie einem NDR-Bericht zu entnehmen ist, spricht er gar von einem Anteil um die 50 Prozent, die von der Maßnahme betroffen sind.

Einem Normalbetrieb machen darüber hinaus immer wieder die Vielzahl an Neuinfizierten einen Strich durch die Rechnung. Gegenüber dem NDR spricht er von einer ganzen Abteilung, dessen Ausfall es zu verkraften galt. Während es der Hotellerie gelang, die Verdienstausfälle zu kompensieren, sind andere Berufsfelder umso mehr gebeutelt.

Eine Corona-Maske liegt auf dem Boden.
Omikron in Hamburg: So sehr leiden die Unternehmen. (Symbolbild) © Stefan Sauer/dpa

Hamburgs Unternehmen in Zeiten von Omikron: „Es funktioniert gar nichts“

„Die Pandemie ist für den Transport-Sektor die absolute Hölle“, heißt es etwa seitens eines vom NDR befragten Spediteur-Unternehmens. Angesprochen auf den Umgang mit der aktuellen Situation rund die Omikron-Variante macht sich Frust breit. „Es funktioniert gar nichts. Wir haben mittlerweile einen Rückstau an den Terminals von über zehn Tagen und das ist für alle Fahrpläne tödlich. Wir bekommen nur noch Statusmeldungen, wie im Arsch alles ist.“

In der Konsequenz würden Überstunden zur Tagesordnung gehören. Die Vielzahl an Corona-Neuinfektionen würde diesen Umstand gar ein weiteres Mal verstärken. Ähnliche Herausforderungen muss auch der Schiffsverkehr meistern. Nils Haupt, seines Zeichens Sprecher von Hapag-Lloyd, bestätigte dies auf Nachfrage des NDR.

Gibt es einen verifizierten Corona-Fall, so könne es laut Haupt vorkommen, dass die Reise mitunter für sieben bis zehn Tage komplett ausgesetzt wird. Erst wenn alle Verantwortlichen negativ getestet sind, könne die Fahrt fortgesetzt werden. Ein solches Szenario sei besonders bitter: „Das heißt für die Kunden, dass sie länger auf ihre Container warten müssen“, erklärt der Sprecher von Hapag-Lloyd.

Omikron in Hamburg: Schulen und Kitas sind besonders leidgeplagt

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Mit großer Sorge werden aktuell auch die Konstellationen an Hamburgs Schulen und Kitas betrachtet. Michael Stock, Gewerkschafter bei ver.di, spricht gegenüber dem NDR die große Anzahl an Neuinfektionen an, hervorgerufen durch den Umstand, dass viele Kinder noch nicht geimpft seien. Der Berufssektor würde insbesondere dadurch auffallen, dass eine Vielzahl an Beschäftigten ausfallen. Wie der NDR berichtet, fallen derweil auch dort immer mehr Überstunden an.

Auch an Schulen stünde coronabedingt immer weniger Personal zur Verfügung. Ein adäquater Umgang in Zeiten von Omikron würde besonders schwerfallen. Als einziger Lichtblick bleibt die Hoffnung, dass nach Omikron allmählich Normalität einsetzt. Vielleicht sind die weiteren Lockerungen, die in Hamburg noch im Februar greifen könnten, ja der erste Schritt. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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