1. 24hamburg
  2. Hamburg

Deutsche coronamüde und urlaubsreif: Reiseboom für 2022 erwartet

Erstellt:

Von: Kevin Goonewardena

Kommentare

In den letzten zwei Jahren sind die Deutschen allen voran wegen der Corona-Pandemie deutlich weniger vereist. Die Reiselust hat die Deutschen 2022 aber wieder gepackt.

Hamburg – Vorbei ist die globale Corona-Krise, die, die Welt seit zwei Jahren in Atem hält, zwar noch nicht. Doch zumindest in Europa setzt sich auch bei Politikern die Annahme durch, dass die aktuelle Omikron-Welle ihren Höhepunkt überschritten* und das Virus seine Gefährlichkeit eingebüßt hat. Und zwar in einem Maße, dass Öffnungsschritte eingeleitet werden können. So sind etwa in Deutschlands Nachbarland Dänemark , England oder trotz niedrigerer Impfquote in Schweden* längst alle Coronaschutzmaßnahmen gefallen oder deren Ende weites gehend beschlossen worden.

Und auch in Deutschland wird an der Rückkehr zur Normalität gearbeitet. Normalität, das bedeutet für viele Deutsche auch zu verreisen. Das Abschwächen des Virus und die fallenden Maßnahmen lassen die Reiselust der Bundesbürger wieder steigen. Das ergab eine aktuelle Umfrage.

Übernachtungen in Deutschland von Januar bis Juni 202176,4 Millionen
Im Vergleich zu Januar bis Juni 2020- 34,7 Prozent
Übernachtungen inländischer Gäste in dem Zeitraum 2021:70, 2 Millionen (- 30,8 Prozent, 2020)
Übernachtungen ausländischer Gäste in dem Zeitraum 2021:6,2 Millionen (- 60,8 Prozent, 2020)

In Auftrag gegeben hat diese Umfrage, die Bestandteil der jährlich durchgeführten „Deutschen Tourismusanalyse“ ist, die Stiftung Zukunftsfragen des Tabak- und Zigarettenherstellers British American Tobaco, dessen Deutschlandzentrale sich in Hamburg befindet. Die Analyse des deutschen Tourismus- und Reisemarkts fand bereits zum 38. Mal statt. Publiziert wurden die Ergebnisse am heutigen 15. Februar 2022 und sind auf der Website der Stiftung Zukunftsfragen in Gänze abrufbar.

Deutschland so coronamüde wie nie: Reiselust steigt wieder

Aus der Untersuchung des Jahres 2021 geht unter anderem hervor, dass beinahe jeder zweite Deutsche (49 Prozent) wenigstens einmal im vergangenen Jahr vereist ist. Im ersten Coronajahr 2020 traf das nur auf jeden Dritten zu. Die überwiegende Mehrheit derer, die 2021 zu Hause geblieben sind, hat sich wegen der Coronakrise und der damit zusammenhängenden Maßnahmen dazu entschlossen, nicht in Urlaub zu fahren. Etwa wegen der Einreisebestimmungen von Urlaubsländer, Quarantäne-Verordnungen oder Testpflicht.

Auf Platz zwei folgten dann finanzielle Gründe, wegen der sich die Betroffenen einen Urlaub nicht leisten konnten oder wollten. Aus persönlichen Gründen gab jeder sechste an, im Jahr 2021 nicht verreist zu sein. Die Angst vor Naturkatastrophen oder Terroranschlägen spielte laut der Stiftung Zukunftsfragen keine erwähnenswerte Rolle. Das liegt wahrscheinlich auch an den bevorzugten Zielen. Welche nicht dazugehören sollten, da eine Reise dorthin besonders unsicher ist, zeigt die aktuelle Travel Risk Map.*

Die Bürger sind coronamüde und wollen nicht mehr rund um die Uhr mit der Pandemie konfrontiert werden. Sie sehnen sich nach Sonne, Strand und Meer, wollen wieder unterwegs sein und dabei möglichst die Unsicherheit daheimlasse

Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Studie

Für das Jahr 2022 wird eine weitere Zunahme der Reisetätigkeit erwartet. 57 Prozent und damit 27 Prozent mehr als vor einem Jahr sei sich schon jetzt sicher, 2022 zumindest wieder in Urlaub zu fahren. 50 Prozent der Befragten planen eine längere Urlaubsreise anzutreten. Den Trend können auch Branchenvertreter bestätigen. So gab etwa der Chef des Münchner Reiseveranstalters FTI an, dass die Buchungen für den Sommer 2022 bereits jetzt wieder auf Vor-Coronaniveau* seien.

Reisen in der Coronazeit: Reiseziel Deutschland so beliebt wie seit den 1970ern

50 Prozent der Reisen führten in 2021 nicht über die Landesgrenzen hinaus. Das spiegelte sich auch darin wieder, dass sich auch der Tourismus in Hamburg 2021 allmählich erholte. Ein Wert der etwa so hoch ist wie in den 1970er Jahren. Noch höher lag der Anteil an den Inlandsreisen 2020 mit 56 Prozent. Nur 34 Prozent hingegen entschieden sich im Vor-Coronajahr 2019 für einen Urlaub in Deutschland.

Eine Familie liegt unter einem Sonnenschirm am Strand von Magaluf auf Mallorca.
Eine Familie liegt unter einem Sonnenschirm am Strand von Magaluf auf Mallorca. (Symbolbild) Nachdem es 2021 und 2020 für die Mehrheit der Bundesbürger, wenn sie denn wegfuhr, zu innerdeutschen Zielen ging, könnte es 2022 häufiger wieder ins Ausland gehen. © John-Patrick Morarescu/dpa

Fast jeder Zehnte derer die ihren Urlaub in Deutschland verbrachten, fuhr dabei nach Bayern. Auf den weiteren Plätzen folgten die Regionen an Nord- und Ostsee, von denen die Reiseziele in Mecklenburg-Vorpommern ihren Marktanteil noch einmal ausbauen konnten. Interessant: Auch andere Bundesländer als die klassischen innerdeutschen Reiseziele im Norden und Süden erfreuten sich großer Beliebtheit. So verbrachten nach Angaben der Stiftung Zukunftsfragen mehr Menschen in Nordrhein-Westfalen (2,7 Prozent), als in Kroatien (2,3 Prozent) oder Frankreich (2,1 Prozent) ihren Haupturlaub des Jahres 2021.

Die Beliebtheit Deutschlands als Destination wird sich mit fallenden Coronabeschränkungen wohl wieder legen. Als beliebtestes europäisches Ziel kristallisiert sich jetzt schon ein Mittelmeer-Land heraus, indem ein Urlaub aufgrund der hohen Nachfrage 2022 sogar teurer werden kann.*

24hamburg.de Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Befragt wurden im Dezember und Januar rund 3000 Menschen über 18 zu ihren Urlaubsreisen im vergangenen Jahr und den Plänen im Jahr 2022, wie die Stiftung Zukunftsfragen angab. *24hamburg.de und merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare