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Studie: Demokratie im Norden stabil – Bürger haben Angst vor hohen Wohnkosten

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Von: Kevin Goonewardena

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Trotz der vielfältigen Krisen gilt die Demokratie im Norden als stabil. Die Bürger sind laut einer Studie zufrieden. Der Komplex Wohnen macht ihnen jedoch Angst.

Hamburg/Bremen – Der Frage nach der Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger hierzulande mit Regierung, Staat und Politik ist die von der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Auftrag gegebene Studie „Stadt im Einklang oder Polarisierung auf engem Raum – Hamburger und Bremer Stadtteile im Veränderungsprozess“ nach gegangen. Deren Ergebnisse liegen nun vor. Und die machen Hoffnung – zumindest bezogen auf die beiden norddeutschen Metropolen Hamburg und Bremen.

Denn der Autor Lennart Hagemeyer und die Autorinnen Jana Faus und Charlotte Faltas bescheinigen in ihrer Studie der Politik „ein vergleichsweise hohes Vertrauen bei den Bürgern“, wie die Stiftung im Zuge der Veröffentlichung der Studienergebnisse mitteilte. Doch es gibt auch ein Thema, dass die Bürgerinnen und Bürgern besonders umtreibt.

Name:Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.
Gründungsjahr:1925
Sitz:Bonn
Vorsitz:Martin Schulz

Demokratie-Studie für Hamburg und Bremen: Aufbau der Studie – Keine bedrohlichen gesellschaftlichen Polarisierungstendenzen

„Bedrohliche gesellschaft­liche Polarisierungstendenzen konnten nicht verzeichnet werden, obwohl beide Städte unter Wachstumsstress leiden“, bilanziert die Stiftung, insbesondere seien die Menschen in Bremen und Hamburg mit ihren Bürgermeistern Andreas Bovenschulte und Peter Tschentscher (beide SPD) zufrieden, wie der Studie zu entnehmen ist.

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Zwei Wochen lang – vom 31. Mai bis zum 15. Juni 2022 wurden für die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung insgesamt sechs sogenannter „Fokusgruppengespräche“ mit insgesamt 38 Teilnehmenden aus Hamburger und Bremer geführt, deren Wahlverhalten bei der letzten Bundestagswahl sehr unterschiedlich ausgefallen ist.

Studie belegt: Steigende Wohnkosten überstrahlen in Hamburg alle politischen Themen

In beiden Städten habe die Studie ergeben, so schreibt das Hamburger Abendblatt, dass sich Bürgerinnen und Bürger ein staatliches Eingreifen in den städtischen Wohnungsmarkt wünschen, gleichzeitig allerdings eine solche politische Maßnahme nicht realistisch erwartet werde. Die Angst vor steigenden Wohnkosten, heißt es weiter, überstrahle in Hamburg alle anderen politischen Themen.

Plakat der Initiative Hamburg Enteignet. Sie setzt sich für die Vergesellschaftung von Deutsche Wohnen, Vonovia und andere ein
Plakat der Initiative Hamburg Enteignet gegen Mietenwucher: Seit Jahren steigen die Mieten in Hamburg, wie überall in Deutschland – ein Ende ist nicht in Sicht. Vor steigenden Mieten haben dann auch die Hamburger Bürger am meisten Angst, ergibt eine neue Studie. Mit der politischen Führung des Stadtstaates sind die Menschen aber insgesamt zufrieden. (Archivbild) © Hanno Bode/Imago

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Was die Entwicklung einzelner Stadtteile angehe, gebe es einen großen Unterschied in der Bewertung zwischen innerstädtischen Stadtteilen der Elbmetropole und den Randgebieten. Jana Faus, eine der Autorinnen der Studie, erklärt gegenüber dem Abendblatt, wie die Bevölkerung die Veränderungen in ihrer Wohnumgebung wahrnehme und bewerte.

Wohnen in Hamburg: Wo die Gentrifizierung begrüßt wird – und wo nicht

„In der Innenstadt fühlen sich die Bürger von der Gentrifizierung bedroht und wünschen sich konkrete Lösungen, um Tourismus, Hektik, Lärm und Überfüllung sowie extrem ansteigende Mietpreise zu drosseln“, so Faus. „Diese identifizieren sich stark mit ihrem Stadtteil, während die Außenbezirke sich eher mit Hamburg insgesamt verbunden fühlen.“

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Demokratie-Studie: Komplexität der Probleme anerkannt – Corona-Management positiv bewertet

Das führe dazu, dass in den Gebieten, die weiter vom Kern der Stadt entfernt liegen, Gentrifizierung begrüßt werde, da dadurch die Lebensumgebung aufgewertet werde. Trotz der genannten Probleme führen diese nicht zu einer Abwendung der Menschen von der Politik, wie die Studie zeigt.

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„Vielmehr wird die Komplexität der Herausforderungen anerkannt und der Politik ein Anteil am eigenen guten Leben zugemessen“, heißt es seitens der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. Das zeige sich etwa bezogen auf das Corona-Management, das „in beiden Städten positiv bewertet (werde).“

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