Wo gibt es welche Einschränkungen?

Delta-Variante in Italien, Spanien und Co.: Das müssen Urlauber jetzt wissen

  • Susanne Kröber
    VonSusanne Kröber
    schließen

In Hamburg sind schon Sommerferien, in ganz Deutschland startet die Reisewelle. Aber in welchen Ländern sorgt die Delta-Variante schon für Einschränkungen?

Hamburg – In Deutschland starten in den einzelnen Bundesländern nach und nach die Sommerferien. Niedrige Inzidenzwerte und neue Lockerungen sorgen für Reisefieber und Aufbruchsstimmung, wenn da nur nicht die hochansteckende Delta-Variante wäre, die die Corona-Krise wieder zu verschärfen droht. Deshalb fordert Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher strengere Einreise-Regeln für Hamburger Rückkehrer.

Corona-Variante:Delta
Wissenschaftlicher Name:B.1.617.2
Erstnachweis:Indien
Entdeckt am:5. Oktober 2020
Aktueller Anteil in Deutschland:35 bis 50 Prozent

Während in Deutschland über die nächsten Öffnungsschritte debattiert wird, fahren andere Länder ihre Corona-Sicherheitsmaßnahmen aktuell wieder hoch. Und so winken auf der einen Seite Sonne, Strand und Meer an den beliebten Urlaubszielen der Hamburger – auf der anderen Seite drohen eine erhöhte Ansteckungsgefahr und bis zu zwei Wochen Quarantäne für Reiserückkehrer.

Delta-Variante in Europa: Wo können Hamburgerinnen und Hamburger entspannt Urlaub machen?

Gesundheitsexperten in ganz Europa schlagen Alarm, denn die Delta-Variante, die erstmals in Indien entdeckt wurde, könnte sich aufgrund der Reisezeit rasant ausbreiten und eine vierte Welle der Corona-Pandemie auslösen*. Trotzdem müssen sich Reisende offenbar vorerst nicht auf schärfere Corona-Bestimmungen einstellen, wie die dpa von einer Beratung von Bund und Ländern am 28. Juni berichtet.

Die Delta-Variante breitet sich aus – bleiben die Liegen auf Mallorca bald wieder leer?

„Ich rechne nicht mit einem schnellen Ende der Corona-Pandemie“, erklärt Tobias Hans, Ministerpräsident des Saarlandes, laut Rheinische Post. „Es wäre naiv zu glauben, dass die Infektionszahlen bei uns nicht mehr steigen. Das zeigt sich ja auch in Ländern wie Großbritannien und Israel, die trotz hoher Durchimpfung ihrer Bevölkerung derzeit eine vierte Welle durchleben.“ So wird der Ruf nach strengeren Regeln für Reiserückkehrer lauter. Aber was gilt jetzt für die beliebtesten Urlaubsziele in Europa?

Wie wirkt sich die Delta-Variante auf Urlaub in Portugal aus?

Das größte Sorgenkind ist aktuell Portugal. Wie auch in Großbritannien und Indien breitet sich hier die Delta-Variante aktuell besonders schnell aus. Momentan befindet sich die Zahl der täglichen Corona-Neuansteckungen auf dem höchsten Stand seit Februar. In der portugiesischen Hauptstadt macht die Delta-Variante laut dpa bereits mehr als 70 Prozent aller neuen Fälle aus – Tendenz steigend.

Das Robert-Koch-Institut hat Portugal nun als Virusvariantengebiet eingestuft. Das bedeutet, dass Reisende, die nach dem 29. Juni wieder aus Portugal nach Deutschland zurückkehren, zwei Wochen in Quarantäne müssen. Wie die dpa berichtet, haben Reiseveranstalter wie Tui und DER Touristik aufgrund dieser Maßnahme ihre Portugal-Reisen ausgesetzt, teilweise bis Ende Juli.

Nach Massenansteckung von Schülern: Verschärfung der Einreiseregeln für Mallorca, Ibiza und Co.

Auch Spanien führt strengere Regeln für Urlauber ein. Rund 1000 Schülerinnen und Schüler hatten sich zuletzt bei Klassenfahrten nach Mallorca mit dem Coronavirus infiziert und so für einen Anstieg der Zahlen in vielen spanischen Regionen, darunter Katalonien und Valencia, gesorgt. Am 28. Juni verkündete die Regionalregierung der Balearen nun, dass bei Reisegruppen ab 20 Personen künftig jeder Mitreisende einen negativen PCR-Test vorlegen muss, falls noch kein vollständiger Impfschutz besteht.

Dies gilt für Reisen nach Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera. Als Urlauber aus Deutschland, der nicht mit einer größeren Reisegruppe unterwegs ist, muss man hingegen bei der Einreise aktuell keinen negativen Corona-Test vorlegen, ganz unabhängig vom Impfstatus, da Deutschland von Spanien nicht als Risikogebiet eingestuft wird..

Urlaub in Italien: Keine Maskenpflicht im Freien, aber Delta-Variante ist auf dem Vormarsch

Kaum Einschränkungen erwarten deutsche Urlauber momentan in Italien. Im Gegenteil, seit dem 28. Juni ist die Maskenpflicht im Freien in Italien aufgehoben, es sei denn, der nötige Abstand kann nicht eingehalten werden. Trotzdem ist auch hier die Angst vor einem erneuten Anstieg der Corona-Erkrankungen hoch.

Grund zur Sorge gibt laut Corriere della Sera eine illegale Party im kleinen Örtchen Maleo mit rund 700 Teilnehmern, die am vergangenen Wochenende stundenlang feierten, ohne sich an die Corona-Regeln zu halten. Besonders brisant: In Maleo wurde zuletzt die gefährliche Delta-Variante nachgewiesen.

Gefährdet die Delta-Variante auch meinen Urlaub in Griechenland, der Türkei, Frankreich, Dänemark und den Niederlanden?

Grundsätzlich kann man sich trotz aller Unberechenbarkeit der Corona-Pandemie noch relativ uneingeschränkt auf seinen Urlaub in Dänemark oder in den Niederlanden, in Griechenland, Frankreich oder in der Türkei freuen. Die Türkei gilt dabei wie Spanien als einfaches Risikogebiet, das heißt, Reiserückkehrer aus diesen Gebieten müssen spätestens 48 Stunden nach ihrer Einreise nach Deutschland ein negatives Testergebnis oder einen Nachweis über Impfung oder Genesung nachweisen, sonst droht Quarantäne.

In Griechenland, in der Türkei, in Dänemark und in Holland bewegt sich der Anteil der Delta-Variante aktuell zwischen ein und zehn Prozent – bei vergleichsweise niedriger Gesamt-Inzidenz. Die Vorfreude auf den ersehnten Urlaub nach langer Lockdown-Pause darf also weiterhin bestehen bleiben! * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / ZUMA Wire

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare