Vielen Hotels droht das Aus

Dehoga kritisiert: Hamburg unattraktiv für Touristen, Hotels bleiben leer

  • Yannick Hanke
    VonYannick Hanke
    schließen

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga kritisiert die Tourismusstrategie des Hamburger Senats in der Corona-Krise. Was genau wird beanstandet?

Hamburg – Dem Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Hamburg ist ein Widerspruch aufgefallen. Einerseits würde Hamburg sein Image als lebenswerte Stadt mit hoher Lebensqualität aufrechterhalten wollen. Andererseits mangelt es an Events und Veranstaltungen, die Menschen von außerhalb anziehen. Welche Bedeutung hat dieser Widerspruch für die Metropole Hamburg laut dem Dehoga rund um Vizepräsident Niklaus Kaiser von Rosenburg?

Verband, Verein oder Organisation:DEHOGA Hamburg e.V.
Adresse:Hallerstraße 22, 20146 Hamburg
Öffnungszeiten:Montag bis Donnerstag, 08.00-16:30, Freitag, 08:00-16:00, Samstag/Sonntag geschlossen
Telefon:040 41343060

Dehoga Hamburg schlägt Corona-Alarm: Hansestadt fehlt ausreichend Tourismus – weniger Lebensqualität in Pandemie-Zeiten

Aufgrund der Coronavirus-Krise seien Events rar gesät. Wenn etwas stattfindet, würde nicht ausreichend darauf aufmerksam gemacht werden. Wie die dpa berichtet, hat Hamburg in den vergangenen Jahren einen enormen Anstieg an Einwohner erfahren. Vor allem immer mehr junge Familien siedeln sich in der Stadt an.

Junge Familien gibt es in der Hansestadt Hamburg immer mehr. Doch bleiben Touristen in der Corona-Krise auf der Strecke. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) schlägt deswegen Alarm. (24hamburg.de-Montage)

Demgegenüber würde jedoch der Mangel stehen, dass dies der Hansestadt Hamburg keinen touristischen Aspekt gebracht hätte. „Im Gegenteil, für einige Bevölkerungsgruppen steht Lebensqualität sogar im Widerspruch zu Tourismus“, heißt es von Dehoga-Vize Niklaus Kaiser von Rosenburg. Tatsächlich ist Hamburg in einem internationalen Ranking hinsichtlich der Lebensqualität deutlich abgerutscht. Mehr Familien, aber weniger Touristen – das sei nicht gut.

Hamburg muss wieder attraktiv für Firmen werden – fordert Dehoga-Vize

Für Niklaus Kaiser von Rosenburg ist der Tourismus ein entscheidender Faktor, um Hamburg attraktiv zu machen. Als Beispiel nennt der Dehoga-Vize die Einnahme aus der Kulturtaxe. Hinzu kommt der Geschäftstourismus, der nicht nur von Kongressen und Messen Hamburgs leben würde.

Vielmehr gehe es darum, dass Firmen die Stadt an der Elbe als attraktives Ziel für Tagungen sähen. „Hier gibt es eine klare Verbindung zwischen touristischer Attraktivität und Geschäftsreisen“, merkt der Vizepräsident vom Dehoga Hamburg an. Der Hansestadt würde der Hauptstadt-Bonus fehlen. Deswegen sei es ratsam, wenn sich Hamburg in der Coronavirus-Krise ein Stück weit neu erfindet.

Hamburgs Hotels und Hostels retten sich zeitweise mit Kurzarbeit – doch was folgt danach?

„Bis dahin werden die Belegungszahlen in den Hamburger Hotels auf einem niedrigen Niveau bleiben“, prognostiziert Niklaus Kaiser von Rosenburg düstere Aussichten. Derzeit seien Kurzarbeit sowie Überbrückungshilfen die finanziellen Stützen für die entsprechenden Betriebe. Übrigens: Kurzarbeit ist auch ein probates Mittel von Hamburgs Gastronomen – und führt zu erheblichen Problemen.

„Die Zeit läuft“, heißt es vom Dehoga-Vize. Wenn die Hotels in Hamburg bis Mitte August 2021 nicht genügend Buchungen haben, würde im Herbst erneut ein Kampf um staatliche Hilfen beginnen. Obwohl touristische Übernachtungen seit Anfang Juni wieder möglich sind, schätzen die Hamburger Hotel- und Gaststätten ihre Geschäftsaussichten in den kommenden Monaten größtenteils negativ ein.

Dehoga-Umfrage ernüchternd: Vielen Hotels und Gaststätten droht der finanzielle Ruin

Erst Mitte Juni 2021 hat die Dehoga eine Umfrage durchgeführt. Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der befragten Betriebe schätzen ihre Geschäftsentwicklung bis Jahresende zumeist als „eher schlecht“, „schlecht“ oder sogar „sehr schlecht“ ein. Nur rund die Hälfte der befragten Hotels und Gaststätten könnte ohne private Feiern und Veranstaltungen dem finanziellen Tod von der Schippe springen.

Zwei Drittel der Betriebe, welche an der Dehoga-Umfrage teilgenommen haben, würden noch mindestens fünf Monate Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter benötigen. Nach Dehoga-Angaben verfügt Hamburg über rund 350 Hotels mit insgesamt 70.000 Betten. Wenn diese jedoch größtenteils unbenutzt bleiben, droht vielen Betrieben die Schließung. Corona sorgt für den K.o. – und lässt Jugendliche im Stadtpark durchdrehen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Westend61/imago images & Joko/imago images

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare