1. 24hamburg
  2. Hamburg

„Das war ein Schulprojekt“ – Mutter nimmt Sohn nach Polizei-Großeinsatz in Schutz

Erstellt:

Von: Sebastian Peters

Kommentare

Einer der beiden festgenommen Jugendlichen wird zum Streifenwagen geführt
Einer der beiden festgenommen Jugendlichen wird zum Streifenwagen geführt (Archivfoto) © Blaulicht-News.de

Es soll nur ein Schulprojekt gewesen sein. Mit scheinbar „fast“ echten Waffen hantierten Jugendliche im Niendorfer Gehege herum und wollten ein Video drehen.

Hamburg – Es sah am Anfang aus, wie ein „dummer Jugendstreich zu Halloween“. Mehrere Jugendliche sollten im Niendorfer Gehege mit einer Schusswaffe hantieren. Angeblich sollten sogar Schussgeräuche zuhören gewesen sein. „Im Stadtteil Niendorf war am Nachmittag von Passanten eine Gruppe junger Männer gemeldet worden, die im Niendorfer Gehege mit augenscheinlichen Schusswaffen hantierten“, so die Polizei Hamburg in einem Résumé der Halloween-Nacht.

Sei schneller informiert: die Blaulicht-News direkt aufs Handy – ganz einfach via Telegram

Schulprojekt soll Großeinsatz ausgelöst haben: „Das ganze war ein Schulprojekt“ – so die Mutter

Die Polizei Hamburg rückte mit einem Großaufgebot an. Durchsuchte den Wald mit Maschinenpistolen. Nahm zwei Jugendliche sogar vorläufig in Gewahrsam. Bei der anschließenden Durchsuchung der beiden Jugendlichen wurden die Beamten fündig. „Alarmierte Einsatzkräfte fanden bei einem 19-jährigen Deutschen daraufhin einen Schlagstock, ein Reizgas und eine Softairwaffe. Einer der Begleiter, ein 22-jähriger Deutscher, führte eine Anscheinswaffe und eine geringe Menge Marihuana bei sich“, so die Polizei.

Diese Waffe wurde bei den Tatverdächtigen sichergestellt
Diese Softairwaffe wurde bei einem der Jugendliche gefunden (Archivfoto) © Blaulicht-News.de

Die Mutter von einem der verhafteten Jugendlichen: „Es gab keine scharfen Waffen oder Schreckschusspistolen und Schüsse konnten wahrhaft keine vernommen werden“, die Mutter weiter: „Das Ganze war ein Schulprojekt.“

Dennoch landeten beide Jugendliche vorerst in einer Zelle der Polizei Hamburg. „Die festgenommenen Jugendlichen haben dann eine längere Zeit auf der Wache, halb nackt, in der Zelle verbracht und wurden dann mit der Ankündigung einer Anzeige und einem Platzverweis wieder entlassen“, so die Mutter weiter.

In den Niendorfer Gehege wurden zwei Jugendliche verhaftet
In dieser „grünen Oase“ fand der Polizeieinsatz statt (Archivfoto) © Imago

Nach Polizeieinsatz: „Schon vor Ort haben die Jungs versucht zu erklären“

Die Mutter erklärt, dass die beiden Jugendlichen bereits vor Ort versuchten, die Situation aufzuklären. „Schon vor Ort haben die Jungs versucht zu erklären, dass es sich um Filmaufnahmen handelt und dass es keine echten Waffen sind“, die Mutter weiter, „Anscheinend war mindestens ein Polizist den Jugendlichen gegenüber eher unfreundlich und voreingenommen, da sie aus dem Billstedter Raum kommen.“

Nach der Auffassung der Mutter und vermutlich auch der vorläufig festgenommenen Jugendlichen sei der Großeinsatz vermeidbar gewesen. „Die Jugendlichen haben nicht verstanden, wie jemand ihretwegen die Polizei ruft. Hätte man ihnen eine Weile zugeschaut, dann hätte man es sehen können, dass sie drehen und wiederholt die gleichen Szenen nachgespielt haben. Ebenso hätte man sie ja auch aus der Ferne ansprechen und nachfragen können.“

Allerdings warnt die Polizei Hamburg genau davor, was hier die Mutter gewünscht hätte. „Wenn man nicht klar erkennen kann, ob es sich nun um eine echte Waffe handelt oder ‚nur‘ um ein Spielzeug, sollte man stets den Notruf 110 wählen“, so die Polizei.

Auch interessant

Kommentare