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„Das wäre eine Katastrophe für uns“: Neue Angst um Veddeler Fischgaststätte

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Von: Jan Knötzsch

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Im Hintergrund die Veddeler Fischgaststätte. Davor Betreiber Christian Butzke.
Betreiber Christian Butzke (vorne): Droht seine Veddeler Fischgaststätte trotz Rettung vom Radar zu verschwinden? (24hamburg.de-Montage) © Andre Lenthe/imago & Marcus Brandt/dpa

Die Veddeler Fischgaststätte stand vorm Aus. Dann wurde sie gerettet. Um jetzt doch von der Bildfläche zu verschwinden? Was der Institution genau droht.

Hamburg – Sie ist eine Institution in der Hansestadt Hamburg. Sie gehört zu Hamburg wie die Alster, die Elbe, der Hamburger Hafen und die Elbphilharmonie, die momentan existenziell bedroht ist. Viele können sie sich ebenso wenig aus dem Stadtbild von Hamburg wegdenken wie den HSV oder aber das Miniatur Wunderland, dessen Chefs sich gerne mal spendabel zeigen. Die Rede ist von der Veddeler Fischgaststätte. Der drohte lange Zeit das Aus. Dann starteten Stammgäste eine Aktion zur Rettung und sammelten 12.000 Unterschriften. Eine schnelle Lösung war nicht in Sicht.

Nach der Hoffnung auf ein Weihnachtswunder für die Veddeler Fischgaststätte im Winter 2021 folgte später dann das große Aufatmen: Die Kult-Gaststätte in Hamburg-Veddel ist gerettet. Alles in Butter? Der Fisch in der Veddeler Institution vielleicht. Der Rest aber mitnichten. Wenn‘s richtig schlecht läuft, verschwindet die Veddeler Fischgaststätte vom Radar. Im besten Sinne des Wortes. Vielleicht sogar auch in ihrer Existenz. Was ist los, dass es jetzt neue Angst gibt?

Gaststätte in Hamburg:\tVeddeler Fischgaststätte
Eröffnet:1932
Betreiber:Christian Butzke
Adresse:\tTunnelstraße 70, 20539 Hamburg

Architekten-Vorschlag sorgt für Schrecken und Probleme: Veddeler Fischgaststätte bald „eingemauert“?

Nun, die Zukunft des Traditionslokals in der Hansestadt Hamburg ist erst einmal unter Dach und Fach gebracht worden. Anders als beim HSV oder dem FC St. Pauli der Aufstieg in die Erste Bundesliga. Doch in Zeiten, in denen sich in Hamburg der HVV schon positioniert, wenn es um Nachfolge-Optionen für das 9-Euro-Ticket geht und in Deutschland über die Gaskrise und die Entlastungspakete für Bürgerinnen und Bürger diskutiert wird, gibt es auch wieder Spekulationen darüber, wie es mit der Veddeler Fischgaststätte weitergeht. Denn so toll ist die Aussicht für die Inhaber des beliebten Lokals in Hamburg-Veddel nicht. Und das kann man, wie schon erwähnt, wörtlich nehmen. Es geht darum, wie es in Zukunft auf der Veddel aussehen wird.

Das Kult-Restaurant von Christian Butzke (47), das fast 90 Jahren besteht, sollte eigentlich dem neuen Stadteingang Elbbrücken weichen, durfte dann aber bleiben. Doch in der Veddeler Fischgaststätte, die rund 400 Gäste am Tag hat, könnte es in der Tunnelstraße dennoch bald dunkel werden. Wie die Bild-Zeitung berichtet, sehen Pläne des Architekten-Büros GMP aus Hamburg, die im Auftrag der Baubehörde erstellt worden sind, vor, dass das Lokal bei der Neugestaltung des Bereichs auf der Veddel von einem anderen, neuen Gebäude umschlossen wird – damit wäre es weg vom Fenster. Erst einmal nur optisch. Im schlimmsten Fall aber droht der Institution das Aus.

Muss die Veddeler Fischgaststätte trotz Rettung dichtmachen? Noch besteht Hoffnung auf Fortbestand

Denn: Nicht nur, dass die Veddeler Fischgaststätte durch den neuen Bau künftig erst einmal verschwinden würde, was die Wahrnehmung mit dem bloßen Auge angeht. Nein, die Pläne des Hamburger Architekten-Büros hätten auch noch weitere Folgen für Betreiber Christian Butzke. Würde die Veddeler Fischgaststätte so „eingemauert“, wie es der Entwurf vorsieht, dann verliert das Kult-Lokal auf der Veddel auch noch 25 Parkplätze, die vor der Fischgaststätte liegen und für das Restaurant von immenser Bedeutung sind, wie Butzke in der Bild-Zeitung unmissverständlich auf den Punkt bringt.

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„80 Prozent unserer meist älteren Gäste kommen mit dem Auto. Gibt‘s keine Parkplätze mehr, wäre das eine Katastrophe für uns“, stellt Christian Butzke klar. Dass aber genau diese Katastrophe bald eintritt und in der Veddeler Fischgaststätte trotz ihrer Rettung doch noch die Lichter ausgehen, ist nicht in Stein gemeißelt. Im Gegenteil: Wie schon zuletzt, als die Institution kurz vorm Ende ihres Daseins stand, gilt auch diesmal das Prinzip Hoffnung. Und das speist sich damit, dass der Baubehörde noch weitere Vorschläge zur Umgestaltung der Veddel vorliegen. „Es muss ein pfiffiger Architektur-Vorschlag entwickelt werden. Das beliebte Fischlokal könnte sogar den Neubau aufwerten und ihm ein Gesicht geben“, hofft laut des Berichts der Bild-Zeitung auch der SPD-Bürgerschaftsabgeordneter Markus Schreiber.

Hapyyend? Vorerst offen ...

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