Zeichen für mehr Toleranz

CSD Hamburg 2021: Knast bekennt Farbe – Regenbogenfahne vor „Santa Fu“

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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Pünktlich zum CSD Hamburg 2021 setzt das Gefängnis „Santa Fu“ ein Zeichen für die LGBTQI+-Gemeinschaft und zeigt Flagge: vorm Knast weht die Regenbogenflagge.

Hamburg – Zum ersten Mal in der langen Geschichte des „Santa Fus“ hing vor dem Gefängnisgebäude nicht nur die Flagge der Hansestadt Hamburg. Anlässlich des Christopher Street Days 2021, der in Hamburg ab dem 24. Juli beginnt und erstmalig zwei Wochen lang stattfindet, setzte die Hamburger Justiz am Freitagmorgen, dem 23. Juli, ein Zeichen für Diversität und Solidarität: In Fuhlsbüttel weht nun die Regenbogenfahne.

Gefängnis:Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel (umg. „Santa Fu“)
Bezugsjahr:1879
Haftplätze:800
Adresse:Suhrenkamp 92, 22335 Hamburg

CSD Hamburg 2021: „Santa Fu“ setzt mit Regenbogenfahne ein Zeichen für mehr Toleranz

Ähnlich wie die Deutsche Bahn, die mit einem Regenbogen-ICE ein Zeichen für die LGBTQI+-Gemeinschaft setzte*, zeigt sich nun auch das „Santa Fu“ pünktlich zum CSD solidarisch. Im Vordergrund der Aktion stehen die Rechte der lesbisch, schwulen, bisexuellen, queeren, trans- und intergeschlechtlichen Menschen. Darauf wies auch kürzlich Hamburgs Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne) hin, die mit der Regenbogenflagge an deren Geschichte erinnern möchte.

Bereits bei der Fußball-EM 2021 galt die Regenbogenfahne als Ausdruck des Protestes*. Dass nun auch das „Santa Fu“ Farbe bekennt ist für die Grünenpolitikerin ein besonders wichtiges Signal. „Lange Zeit wurden Homosexuelle hierzulande strafrechtlich verfolgt. Allein wegen ihrer sexuellen Orientierung wurden sie verhaftet und auch in Hamburg ins Gefängnis und ins KZ gebracht“, sagte Gallina.

Vor dem „Santa Fu“ weht seit dem 24. Juli die Regenbogenfahne.

Im Jahre 1872 wurde Homosexualität in dem Paragrafen 175 als Straftat aufgelistet. „Noch jahrzehntelang nach dem Zweiten Weltkrieg“ war es „ein dunkles Kapital im Strafgesetzbuch“, so die Justizsenatorin. Die Regenbogenflagge als Zeichen der Toleranz soll nun ein weiteres Mal daran erinnern, dass sich die Geschichte der Vergangenheit nicht wiederholen darf.

Hamburg Pride organisiert Pride Week zum CDS – Sozialsenatorin Katharina Fegebank: „Hamburg ist eine Regenbogenstadt!“

Doch nicht nur das „Santa Fu“ erstrahlt in Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Lila. Auch am Hamburger Rathaus hisste Katharina Fegebank (Grüne), die kürzlich das Gendern in Hamburgs Behörden einführte, die Regenbogenfahne. Es ist nicht das erste Mal, dass Hamburg ein solidarisches Signal sendet. Bereits zum sechsten Mal denkt Hamburgs Politik an die Rechte der LGBTQI+-Gemeinschaft. Hamburg sei ein Vorreiter, eine „Regenbogenstadt“, macht Fegebank unmissverständlich klar.

„Für uns als Senat ein ganz wichtiges Zeichen, dass Hamburg Flagge zeigt – ein Zeichen für Vielfalt, Offenheit und Toleranz in dieser Stadt“, sagte Hamburgs Zweite Bürgermeisterin. Katharina Fegebank setzt sich ähnliche wie ihre Parteikollegen der Grünen, die ein Badetag für Transsexuelle fordern*, für die Recht der LGBT-Bewegung ein.

„Es ist frus­trierend zu sehen, wie lange es dauert, bis diese simple, demokratische Forderung umgesetzt wird“, sagte Fegebank dem Hamburger Abendblatt. Schließlich erfahren auch heute noch Menschen aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung Diskriminierung. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marcus Brandt/dpa

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