Warnung vor Verschwörungstheoretikern

Covid-19-Impfungen: Angriffe auf Hamburgs Messehallen geplant?

  • Natalie-Margaux Rahimi
    vonNatalie-Margaux Rahimi
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Während sich ein Teil der Gesellschaft über den Corona-Impfstoff freut, wittert ein anderer eine böse Verschwörung der Regierung. Stehen Angriffe bevor?

  • Das Coronavirus hat Deutschland weiter fest im Griff.
  • Nicht alle Bürger sind mit den Corona-Maßnahmen einverstanden und begrüßen die Corona-Impfung.
  • Die Bundesregierung fürchtet sich deshalb vor einem Angriff auf Impfzentren.

Hamburg – Während sich viele Menschen über die Corona-Impfstoffe freuen, sind sie für andere ein echtes Feindbild. Verschwörungstheoretiker und Corona-Leugner verbünden sich gegen die Corona-Impfstoffe, bezeichnen sie als Gift und weigern sich, sich selbst impfen zu lassen. Aber damit nicht genug. Immer wieder rufen diese Gruppen auch zu aktivem Widerstand gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung auf. Deshalb besteht auch eine erhöhte Gefahr für die Impfzentren in der Hansestadt. Aber auch andere Gruppen könnten sich die Impfzentren zum Ziel ihrer Angriffe nehmen.

Land in Europa:Deutschland
Hauptstadt:Berlin
Einwohner:parlamentarische Republik (Bundesrepublik)
Staats- und Regierungsform:83,02 Millionen (Stand: 2019)
Bundespräsident:Frank-Walter Steinmeier

Angst vor Angriffen: Bundespolizei schützt Corona-Impfstoff

Bisher gab es weder größere Angriffe auf Impfzentren noch auf Impfstofftransporte. Und doch herrscht innerhalb der Regierung die blanke Angst vor Angriffen auf Impfeinrichtungen. Wie die Funke-Mediengruppe berichtet, ist die Grünen-Abgeordnete Irene Mihalic besorgt, weil gerade die rechte Szene sich extrem gegen die Corona-Maßnahmen und den Corona-Impfstoff mobilisiert. In Rostock sei es demnach sogar schon zu einem Angriff auf ein Impfzentrum gekommen. In der Nacht seien Unbekannte in das Gebäude eingedrungen und hätten Verwüstungen angerichtet, berichtet die WAZ.

Die Bundesregierung hat Angst vor Angriffen auf die Corona-Impfzentren. (24hamburg.de-Montage)

Dass es noch nicht zu größeren Angriffen gekommen ist, liege laut der Berichterstattung nur daran, dass die Bundespolizei den Impfstoff beschütze. Die Impfstofftransporte werden ab der Übernahme an der deutschen Grenze bis zu den Verteilerzentren von der Polizei gesichert, heißt es. Die Impfstoffzentren werden teilweise von Sicherheitspersonal bewacht.

Bundesregierung stellt sich auf Angriffe auf Impfzentren ein: Es besteht „abstrakte Gefahr“

Auch wenn es bisher keine konkreten Hinweise auf eine Gefährdung von Impfzentren oder Impfstofftransporten gegeben hat, stellt sich die Bundesregierung nun auf Angriffe dahingehend ein. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, bestehe wegen „der hohen medialen Präsenz sowie der Dynamik und Emotionalität des Themas eine abstrakte Gefährdung“. Aus Sicht des Innenministeriums müsse insbesondere mit Protesten von „Impfgegnern, Verschwörungstheoretikern und Corona-Skeptikern auch an den Standorten der Produktionsfirmen, der Impfzentren und der Impfstoff-Lagerstätten gerechnet werden“, so die dpa.

Es müsse damit gerechnet werden, dass Personen versuchen in die Gebäude einzudringen. Zudem sei mit Sachbeschädigungen und im Einzelfall auch mit physischen Übergriffen auf das Personal oder die Impfempfänger zu rechnen. Außerdem, darauf weist ebenfalls das Innenministerium hin, müsse in den Impfzentren, den Lagerstätten aber auch bei Transporten mit islamistischen Angriffen gerechnet werden, so die dpa. Gerade die Impfzentren seien ein potenzielles Ziel für islamistischen Terror, da sich dort viele Menschen aufhalten werden.

Angriffe auf Corona-Impfzentren: Auf Telegram mobilisieren sich die Radikalen

Es wird auch berichtet, dass es beim Kommunikationsdienst Telegram schon mehrere Aufrufe dazu gegeben habe, sich vor den Impfzentren zu versammeln. Unter dem Namen D-Day 2.0 mobilisieren sich demnach Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker. Konkrete Hinweise auf einen Angriff auf eine Impfstätte oder eine Versammlung vor einem Impfzentrum habe es allerdings noch nicht gegeben. Auch der mehr oder minder prominente Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann, der sich selbst Verschwörungsprediger und ultrarechts nennt, schließe sich solchen Gruppen an.

Zuletzt soll sich Hildmann bei Telegram zu möglichen Protesten und Angriffen auf Impfzentren in Deutschland geäußert haben. Bloße Versammlungen seien demnach nicht mehr ausreichend, da die Coronaspritzen in den Impfzentren „den Bomben des Bombenhagels in Dresden“ gleichen würden. Vielmehr bedürfe es nun gezielten Aktionen „gegen das Unrecht“. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur und verweist dabei auf die Antwort einer Anfrage der Grünen an das Ministerium.

Auch Cyber-Kriminalität eine Gefahr für Impfeinrichtungen

Aus der Antwort des Bundesministeriums auf die Anfrage der Grünen gehe auch hervor, dass die Gefahr für Cyberangriffe auf Impfeinrichtungen derzeit als hoch eingestuft werde. „Bis die Corona-Pandemie nicht global eingedämmt worden ist, bleiben sie ein attraktives Ziel für Angriffe, denen sowohl wirtschaftliche als auch staatliche Interessen zugrunde liegen können“, heißt es in dem Bericht. Bisher habe es solche Angriffe schon auf die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und das Biotech-Unternehmen Miltenyi Biotech im Bergisch Gladbach gegeben.

Es müsse auch mit Spionage und Sabotage durch fremde Nachrichtendienste gerechnet werden. Demnach seien schon mehrere mutmaßliche Ausforschungsversuche bezüglich deutscher Impfstoffhersteller bekannt geworden. Daher sei besonders wegen der enormen Bedeutung dieser Einrichtungen mit Sabotage-Akten seitens der Nachrichtendienste über das Internet zu rechnen. Bisher habe es von staatlicher Seite allerdings keinerlei Hinweise auf Angriffe dieser Art gegeben. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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