Pandemie-Lösung?

Hamburger erfinden Corona-Test für Zuhause

  • Natalie-Margaux Rahimi
    vonNatalie-Margaux Rahimi
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Zwei Hamburger haben einen Corona-Schnelltest für Zuhause entwickelt. Die Genauigkeit soll bei 97 Prozent liegen. Ist das der Weg aus der Krise?

  • Das Coronavirus hat die ganze Welt weiter fest im Griff.
  • Impfungen schreiten nur langsam voran – der Lockdown wird vermutlich verlängert.
  • Hamburger haben die Lösung: Blitz-Corona-Test für Zuhause.

Hamburg – Ist das die Lösung für ein normales Leben trotz Corona-Pandemie? Derzeit befindet sich Deutschland im Lockdown – keine Restaurants, kein Shopping, keine Veranstaltungen. All das ist notwendig, um das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu bekommen. Zu groß ist die Gefahr, dass Menschen, die das Virus in sich tragen, es aber nicht bemerken, andere Menschen in der Öffentlichkeit anstecken. Möglicherweise haben zwei Hamburger jetzt aber eine Lösung für dieses Problem gefunden und können uns schon bald von der Einsamkeit erlösen.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Bürgermeister:Peter Tschentscher
Vorwahl:040

Corona in Hamburg: Lösung für alle Probleme – ein Corona-Test für Zuhause

Ein Problem, das wir derzeit in der Corona-Pandemie haben, ist, dass die Menschen oft nicht wissen, dass sie bereits infiziert sind. Daher spazieren sie fröhlich weiter in der Welt herum und stecken dabei oft viele weitere Menschen an. Gut wäre es deshalb, wenn sich die Menschen regelmäßig selbst testen lassen würden. Insbesondere bevor sie auf eine Familienfeier gehen, in den Flieger steigen oder zum Arbeiten ins Büro gehen. Corona-Testmöglichkeiten gibt es in Hamburg genug. Aber die Schnelltests, die in den Corona-Testzentren durchgeführt werden, dürfen ausschließlich von medizinischem Personal durchgeführt werden. Daher sind Termine oft rar und das Haus verlassen müsste man dafür auch.

Symbolfoto: Zwei Hamburger haben einen Corona-Test für Zuhause entwickelt. Können wir so bald ins normale Leben zurück? (24hamburg.de-Montage)

Auch Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann hatte in der „Bild“-Zeitung treffend festgestellt, dass ein Test für Zuhause sinnvoller wäre, denn: „Er kann in Unternehmen eingesetzt werden oder Restaurantbesuche sicherer machen, sobald wir wieder aus dem Lockdown sind.“ Diesem Problem nahmen sich jetzt zwei Hamburger an. Zusammen mit der österreichischen Medizintechnik-Firma Ameda entwickelten Georg Schacht und Lennard Heldmann einen Corona-Test für Zuhause.

Blitz-Corona-Test für Zuhause: Hamburger Spuck-Test hat eine Genauigkeit von 97 Prozent

Und das Beste ist: Der Test ist idiotensicher und kann von jedem selbst gemacht werden. Schon nach zehn Minuten soll der Test dann anzeigen, ob man mit dem Coronavirus infiziert ist oder nicht. „Das wichtigste ist, Anwendungsfehler auszuschließen, damit der Laie den Test selber durchführen kann. Wir haben uns bewusst gegen Billigvarianten aus China entschieden“, sagte Erfinder Heldmann im Interview mit der „Bild“-Zeitung. Demnach liege die Genauigkeit der Tests laut Studien bei 97 Prozent.

Anzuwenden ist der Test ganz einfach. Mitgeliefert wird ein Röhrchen, eine Puffer-Flüssigkeit und ein Teststreifen. Dann kann es auch schon losgehen: Spucke ab ins Röhrchen, die Flüssigkeit dazugeben und ab damit auf den Teststreifen. Im Anschluss muss nur noch das Ergebnis abgewartet werden.

Corona-Tests für Zuhause noch nicht zugelassen

Die beiden Hamburger Georg Schacht und Lennard Heldmann sind nicht die einzigen, die derzeit an einem Corona-Test für Zuhause arbeiten. Bundesweit stehen mehrere verschiedene Hersteller mit einer solchen Test-Möglichkeit in den Startlöchern. Doch noch ist keiner dieser Tests zugelassen. Laut Schacht und Heldmann könnte es schon in den kommenden zwei Wochen so weit sein.

Die beiden sind übrigens in der Bekämpfung der Corona-Pandemie keine Unbekannten. Schon im März machten sie auf sich aufmerksam, als sie kostenlose FFP-2-Masken, die derzeit auch im HVV Pflicht sind, vor Altenheimen verteilten. Laut eigenen Angaben handelte es sich dabei um mehrere Millionen Masken aus China. „Gesundheitsminister Jens Spahn hat uns persönlich angerufen und nach Unterstützung gefragt“, erzählt Schacht. Nun soll ihr Schnelltest dabei helfen, dass wir alle bald in ein normales Leben zurückkehren können. Und bis die Tests tatsächlich zugelassen sind, gibt es ja auch noch den Gurgel-Test auf St. Pauli oder eine Testmöglichkeit bei Ex-St. Pauli Torwart Benedikt Pliquett, der dafür extra seine Bar umfunktionierte. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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