Mitten im Lockdown

Corona-Kampf mal anders: Roboter bringt Test bis an die Hamburger Haustür

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
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Die Corona-Zahlen in Hamburg sind besorgniserregend hoch. Viele Menschen wollen sich auf das Virus testen lassen. Jetzt liefert ein Roboter Tests bis vor die Tür.

  • In Hamburg gelten bis zum 31. Januar strenge Kontaktbeschränkungen.
  • Angesichts eines steigenden Infektionsgeschehens werden die Testkapazitäten ausgeweitet.
  • Roboterlieferung bietet kontaktlose Alternative zu bestehenden Einrichtungen.

Hamburg – Gehe ich jetzt in ein Corona-Testzentrum? Oder warte ich noch ab? Diese quälende Frage stellen sich in der aktuellen Corona-Krise viele Menschen, die sich nicht sicher sind, ob sie sich mit dem Virus infiziert haben. In Hamburg gibt es nun eine kontaktlose Alternative des Klinikbetreibers Asklepios: Ein Lieferroboter bringt ein Testpaket direkt bis zur Haustür und holt es dort auch wieder ab. Als einer der größten Klinik-Versorger von Covid-Patienten in der Hansestadt Hamburg wolle man damit zur Eindämmung der Pandemie ein zusätzliches Präventionsangebot schaffen, sagte Prof. Dr. Christoph U. Herborn, Medizinischer Direktor der Asklepios Kliniken.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Die Asklepios-Klinik, die in der Hansestadt mehrere Standorte betreibt, kooperiert bei dem Angebot mit dem Technikhersteller Starships Technologies. Den Angaben zufolge kann der PCR-Test online bestellt werden, den der Roboter dann im Auftrag des Asklepios-Großlabors nach Hause bringt. Dort kann der Test dann auch selber durchgeführt werden. Nachdem man das Stäbchen erhalten hat, gibt es per Videoschaltung mit medizinischem Fachpersonal eine genaue Anleitung. Anschließend geht der Test wieder per Roboter zurück ins Labor. Ein Ergebnis läge dann innerhalb von 24 Stunden vor, versprechen die Laborspezialisten der Asklepios-Kliniken.

Corona-Test zuhause in Hamburg: Für die Lieferung gelten strenge Hygiene-Regeln

Für das private Angebot gelten strenge Hygienevorschriften. So müssen die Lieferroboter nach und vor jeder Lieferung desinfiziert werden. Und grundsätzlich gilt: „Roboter, die Covid-19-Kits transportieren, werden niemals für andere Waren verwendet“, verspricht Dino Dessi, Operations Manager Germany von Starship Technologies. Ohnehin sollen zuvorderst nur Personen auf das Angebot zurückgreifen, die frei von Corona-Symptomen sind und sich vor einem Verwandtenbesuch zur Sicherheit auf eigene Kosten testen lassen wollen. Menschen, die bereits unter Corona-Symptomen wie Husten, Fieber oder Atembeschwerden leiden, sollten sich lieber an ihren Hausarzt wenden oder die kostenlose Hotline 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigung wählen, betonen die Betreiber.

Bei Corona-Verdacht: Ein Roboter liefert in Hamburg einen PCR-Test direkt an die Haustür. (24hamburg-Montage)

Das Angebot, das zum Start vorerst nur im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel verfügbar ist, erweitert in der Hansestadt die Testkapazitäten. „Wir erweitern mit den Lieferrobotern unser Serviceangebot jetzt für Einzelkunden, nachdem wir auch schon erfolgreich Firmen bzw. größere Personengruppen im Bereich der Covid-Testung unterstützen“, ergänzt Patrick Hauser, Geschäftsführer der Medilys-Laborgesellschaft, die als Dienstleister der sieben großen Hamburger Asklepios-Kliniken sowie vieler anderer Kunden aus dem medizinischen Bereich aktuell täglich bis zu 2000 Tests auf Covid-19 durchführt und damit bundesweit zu den größten und erfahrensten Laboren zählt.

Corona in Hamburg: Labore und Testzentren stoßen an Grenzen

Angesichts des nach wie vor hohen Infektionsgeschehens stoßen viele private und öffentliche Einrichtungen derzeit an ihre Kapazitätsgrenzen. Unter anderem können sich die Hamburger am Hauptbahnhof, am Flughafen, aber auch bei privaten Anbietern am Spielbudenplatz in St. Pauli oder in der Großen Bäckerstraße testen lassen.

Doch insbesondere nach den Weihnachts- und Silvesterfeiertagen, die viele Hamburger auf Grundlage von Ausnahmeregelungen im Lockdown für einen Verwandten- und Freundesbesuch nutzten, waren die Corona-Zahlen zuletzt wieder sprunghaft angestiegen und der Ansturm laut Medienberichten auf die Testzentren groß – gerade in den Nachmittags- und Abendstunden. Allein die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung verzeichnet derzeit in der Tagesspitze 3000 Anrufer pro Sekunde, wie das Hamburger Abendblatt berichtete.

Um den Druck herauszunehmen, hat auch die Stadt selber weitere Testkapazitäten zu den bereits bestehenden Einrichtungen geschaffen. Derzeit müssen insbesondere Besucher in Alten- und Pflegeheimen einen negativen Antigen-Test vorweisen. Damit diese Personengruppe nicht die allgemeinen Testeinrichtungen blockieren, wurden im Stadtgebiet kurzfristig 20 Schnell-Testzentren aufgebaut. Hier können sich die Altenheim-Besucher bis zum 15. Januar täglich kostenlos checken lassen. Danach sollen die Pflegeheime nach Möglichkeit eigene Teststationen aufgebaut haben.

Rubriklistenbild: © obs/Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA/Medilys

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