Reisen trotz Corona

Kreuzfahrt nach Sylt: Werden dank Corona jetzt in Hamburg die Anker gelichtet?

  • Carolina Baldin
    vonCarolina Baldin
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Der Hamburger Hafengeburtstag wurde bereits abgesagt und dennoch erweist sich der hanseatische Hafen als beliebtes Ziel vieler Kreuzfahrtschiffe. Eine Bremer Reederei erwägt jetzt sogar Kurzreisen ab Hamburg zu den Nord- und Ostfriesischen Inseln – auch Richtung Sylt. 

  • Kreuzfahrtschiffe nehmen Kurs auf den Hamburger Hafen.
  • Bremer Reederei möchte bald Kreuzfahrten innerhalb Deutschlands anbieten.
  • Fällt Urlaub 2020 trotz Reisewarnung aufgrund von Coronavirus doch nicht ins Wasser?

Hamburg/Sylt – Die aktuelle Corona-Krise lässt Urlaubspläne platzen. Denn obwohl bundesweit erste Lockerungen in Sicht sind, dauern die weltweiten Reisewarnungen nach wie vor an. Das trifft auch die Kreuzfahrtindustrie. So hat das Hamburger Traditionsunternehmen Hapag-Lloyd Cruises alle Reisen bis Mitte Juni aufgrund der aktuellen Lage abgesagt.

Coronavirus zum Trotz – Kreuzfahrt von Hamburg nach Sylt?

An den Landungsbrücken und im Hafen ist von der hanseatischen Zurückhaltung jedoch kaum etwas zu spüren. Gleich vier Schiffe von Hapag-Lloyd Cruises, die MS Hamburg (Plantours Kreuzfahrten) und die AIDAblu nehmen Kurs über die Elbe auf die Hansestadt. Ein Schauspiel, dass nicht nur zum traditionellen Hafengeburtstag imponiert. Dieser wurde aufgrund der Coronavirus-Sars-Cov-2-Pandemie allerdings abgesagt.

Mit dem Kreuzfahrtschiff trotz Corona bald von Hamburg nach Sylt? (Archivbild)

Coronavirus: Kreuzfahrt nach Sylt trotz Krise? Bremer Reederei löst öffentliche Debatte aus

Da Fernreisen in der aktuellen Situation schwierig sein dürften, wird Deutschland als nationales Reiseziel derzeit immer beliebter. Wer also in diesem Sommer in den Urlaub fahren möchte, sollte dies in Deutschland tun, so die allgemeine Empfehlung aus der Politik. 

Solange es weltweite Reisewarnungen gibt, möchte die Bremer Reederei Plantours Kreuzfahrten mit dem kleinsten deutschen Kreuzfahrtschiff (maximal 400 Gäste) innerhalb der Bundesrepublik anbieten. Denkbar wären Kurzreisen ab Hamburg zu den Nord- und Ostfriesischen Inseln auf der Nordsee und wieder zurück. Auch eine Route Richtung Sylt wäre eine Möglichkeit, berichtet das Hamburger Abendblatt.

Von Hamburg nach Sylt: Natürlich unter strengen Hygiene-Standards

Auch bei den anderen Reedereien werden mögliche Szenarien bereits intern debattiert. Gegenüber dem Hamburger Abendblatt erklärt Hapag-Lloyd Cruises aber: „Wir haben jedoch nichts weiteres Spruchreifes zum jetzigen Zeitpunkt.“

Es sind vor allem die strengen Hygienestandards, die auch auf Reisen nicht vernachlässigt werden dürfen. Laut Plantours könnten die Gäste mit Tenderbooten und Zodiacs anlanden. Zudem soll die Schiffsflotte mit einem mobilen Labor ausgestattet werden, welches Viruserkrankungen umgehend erkennen lässt. Ebenfalls werden alle Schiffe mit Wärmebildkameras versehen. Diese messen die Körpertemperatur aller Personen, die das Schiff betreten. Fieber kann so zum Beispiel direkt erkannt werden.

Zieht AIDA Cruises in der Corona-Krise nach?

Neben Hapag-Lloyd Cruises hat auch AIDA Cruises mit Sitz in Rostock alle Reisen bis zum 30. Juni 2020 abgesagt und sich noch nicht für ein verändertes Konzept zum Neustart ausgesprochen.

Die meisten Kreuzfahrtschiffe befinden sich derzeit zwar zu Überbrückungszwecken im Hamburger Hafen, eine Sprecherin der Kussmundflotte äußerte sich gegenüber dem Hamburger Abendblatt, dass es noch keine „validen Informationen“ für ein verändertes Routing zu norddeutschen Destinationen gibt.​ Auch TUI Cruises mit der Mein Schiff-Flotte wollte dazu keine weiteren Angaben machen.

Angesichts der hohen Passagierkapazitäten, welche die TUI- und AIDA-Flotten verzeichnen, dürfte sich die Umsetzung von Landgängen auf norddeutschen Inseln nach Expertenansicht ohnehin als recht schwierig erweisen.

Rubriklistenbild: © Daniel Reinhardt/dpa/picture alliance

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