Coronavirus-Sommerurlaub 2020

Flugstopp-Ende in Hamburg? Ryanair plant Urlaubsflüge trotz Coronavirus

  • Carolina Baldin
    vonCarolina Baldin
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Der irische Billigflieger Ryanair musste seinen Betrieb aufgrund des Coronavirus nahezu einstellen, wie fast alle Fluggesellschaften. Seit Mitte März werden täglich nur rund 30 Verbindungen bedient. Für den Sommer plant die Discount-Fluglinie das Ende des Flugstopps. Von Hamburg aus geht es dann nach Italien, Spanien, Frankreich und Portugal.

  • Ab dem 1. Juli möchte Ryanair täglich fast 1000 Flüge absolvieren.
  • Ist der Sommerurlaub 2020 trotz Coronavirus also gerettet?
  • In Hamburg reagiert der Flughafen über mögliche Ausweitung des Flugangebots zurückhaltend.

Hamburg – Die Eingangshalle des Hamburger Flughafens in Fuhlsbüttel ist nahezu verwaist. Während hier bei Normalbetrieb täglich fast 48.000 Passagiere abgefertigt werden, sind es aktuell gerade einmal 300 bis 400. Das könnte sich bald wieder ändern. Der irische Billigflieger Ryanair plant eine Ausweitung seines Flugangebots in der Coronavirus-Krise. Zuletzt wurde bei Markus Lanz über die deutsche Flugzeug-Industrie gesprochen, Grünen-Politiker Robert Habeck hatte klare Ansichten zu dem Thema.

Urlaub trotz Coronavirus: In Hamburg sollen im Sommer die Flugzeuge von Ryanair wieder starten

Am 12. Mai teilte das Unternehmen mit, dass ab dem 1. Juli rund 1000 Flüge wieder aufgenommen werden sollen - auch in Hamburg. Zum Vergleich: Das entspreche in etwa 40 Prozent der regulären Flüge. Damit Ryanair im Sommer wieder an den Start gehen kann, müssen die Regierungen die Reisebeschränkungen in der EU lockern und an den Flughäfen geeignete Gesundheitsschutzmaßnahmen einrichten. Dank dieser Ausweitung kann die Billig-Fluglinie wieder 90 Prozent des üblichen Streckennetzes bedienen. Als mögliche Reiseziele wurden auch Ländern wie Spanien, Italien, Frankreich, Portugal und Griechenland genannt.

Sommerurlaub während der Coronakrise? Der Hamburger Flughafen hält sich mit Äußerungen bedeckt

Ob das Flugangebot generell ab Hamburg durchsetzbar ist, wurde noch nicht abschließend geklärt. Zwar veröffentlichte Ryanair einen Link, wo Details zu einzelnen Strecken eingesehen werden können. Ab Juli sind aber längst nicht alle Ziele ab dem Helmut-Schmidt-Flughafen buchbar.

Trotz aktueller Coronakrise möchte die irische Discount-Fluglinie Ryanair im Sommer wieder ab Hamburg starten. (Archivbild)

Zu einer möglichen Ausweitung des Flugangebots im Sommer 2020 wollte sich der Hamburger Flughafen noch nicht konkret äußern. „Der Flughafen ist bereit und freut sich über jeden Flug“, erklärte Sprecherin Stefanie Harder gegenüber dem Hamburger Abendblatt, „aber wir müssen die politische Situation abwarten.“

Derzeit sind die meisten Grenzen noch geschlossen und bis Mitte Juni gelten nach wie vor die Reisewarnungen des Auswärtigen Amts. Dennoch werden regelmäßig Gespräche mit verschiedenen Airlines geführt. Am Freitag hatte beispielsweise die deutsche Fluggesellschaft Eurowings mitgeteilt, ab sofort wieder Wien und Palma de Mallorca anzufliegen.

Flugangebot von Ryanair ab Hamburg in der Coronavirus-Krise noch nicht gesichert

Laut Stichproben des Hamburger Abendblattes gibt es in der ersten Juli-Woche ab Hamburg zwar für alle Destinationen Angebote. Das änderte sich aber innerhalb weniger Stunden. Während vormittags noch alle Reiseziele zur Auswahl standen, konnten am Nachmittag nur noch Mailand-Bergamo, Dublin, Barcelona El-Prat und London-Stansted ausgewählt werden.

Sommerurlaub während der Coronavirus-Krise nur mit Sicherheitsmaßnahmen - das gilt auch bei Ryanair

Auch wenn Ryanair seine Flüge bald aufstocken und der Sommerurlaub somit vielleicht doch nicht ins Wasser fallen könnte, sollte die Übertragung des Coronavirus nach wie vor verhindert werden. Laut Ryanair werden die Passagiere der irischen Billigfluglinie dazu angehalten, am Flughafen sowie an Bord Gesichtsmasken zu tragen. Zudem sollen Reisende der Discount-Airline bei Flügen im Juli und August am Check-in ihre Kontaktdaten und die Dauer ihres Aufenthalts nennen. Des weiteren plädiert Ryanair dafür, dass sich die Passagiere schon beim Betreten des Flughafens auf ihre Körpertemperatur überprüfen lassen.

Ryanair-Chef Michael O‘Leary kritisiert die Pläne der britischen Regierung im weiteren Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie

Zuletzt hatte Ryanair-Chef Michael O‘Leary die geplante 14-tägige Quarantäne für Flugreisende nach Großbritannien scharf kritisiert. Es sei eine „idiotische Maßnahme“, so O‘Leary. „Das ist Unsinn und es hat keinen Einfluss darauf, die Ausbreitung von Covid-19 zu begrenzen“, sagte der Ryanair-Chef dem Fernsehsender ITV. Allerdings gilt die zweiwöchige Quarantäne für Flugreisende nicht für Passagiere aus Irland und Frankreich. Ab wann die Maßnahme eingeführt wird, ist bislang noch nicht geklärt.

Rubriklistenbild: © Thomas Frey/dpa/picture alliance

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