Droht noch schlimmere Krankheit?

Coronavirus: UKE Hamburg befürchtet zweite Infektionswelle im Herbst mit schlimmen Folgen

UKE-Ärzte-Chef Burkhard Göke mit gehobener rechter Hand und gespreizten Zeige- und Ringfinder vor einem Bild des UKE-Hauptgebäudes und einer wehenden rot-weißen Hamburg-Fahne.
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UKE-Ärzte-Chef Burkhard Göke warnt vor zweiter Coronavirus-Infektionswelle im Herbst.
  • Nicolai Hackbart
    vonNicolai Hackbart
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Der Vorstandschef des Hamburger Universitätsklinikums warnt vor einer zweiten Coronavirus-Welle im Herbst 2020. Gleichzeitig sprechen sich die Ärzte auch für Lockerungen der Maßnahmen aus.

  • Burkhard Göke, Vorstandschef des UKE, warnt vor einer zweiten Coronavirus-Welle.
  • Im Herbst könnte die Zahl der Infizierten gemeinsam mit der „Erkältungsjahreszeit“ wieder ansteigen.
  • Vor dieser Super-Krankheit sorgt sich der Arzt besonders.

Hamburg/Eppendorf – Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch konnte der Internist, ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums UKE, Burkhard Göke, keine langfristige Coronavirus-Entwarnung geben. Für die nächsten Wochen könne der Arzt vorerst beruhigen: „Wir werden jetzt für die nächsten Wochen keine Überforderung unserer Kapazitäten erleben.“ Vor allem der Blick an das Ende des Jahres 2020 macht ihm jedoch Sorgen.

Coronavirus-Sars-Cov-2 in Hamburg: Zweite Infektionswelle steht noch bevor

„Für den Herbst sind wir unsicher“, fügt Burkhard Göke hinzu. Der Grund ist naheliegend. Wenn im Herbst die Erkältungszeit beginne und sich ohnehin schon viele Menschen mit den normalen Grippe-Viren ansteckten, dann könnte es zu einer gefährlichen Mischung mit dem Coronavirus kommen. „Die Vorstellung, dass ich Menschen habe, die an einer Influenza-A-Infektion leiden und diese sich dann noch paart mit einer Covid-Infektion, die macht uns Kopfzerbrechen und Gedanken.“

Bei solchen Prognosen geht es für das Hamburger Krankenhaus in erster Linie um die verfügbaren Kapazitäten. Das UKE steht hier aktuell solide da, wie der Norddeutschen Rundfunk (NDR) die Pressekonferenz zusammenfasst. Das Klinikum hat 12.000 Mitarbeiter. Alle Mitarbeiter, die bis dahin noch keine Erfahrung mit Coronavirus-Behandlungen hatten, wurden mittlerweile nachgeschult. Derzeit ist die Bettenbelegung auf einem Auslastungsniveau von sechzig bis 65 Prozent. Sollte die Pandemie sich schlagartig schneller ausbreiten, könnte das zu Engpässen in den Krankenhäusern führen.

Mitte April sorgte das UKE selber für negative Schlagzeilen, als sich auf der Krebsstation Dutzende Patienten und Mitarbeiter mit dem Coronavirus angesteckt haben – die Infektionen seien auf eine infizierte Reinigungskraft zurückzuführen, berichtet spiegel.de. Krebspatienten gelten als besonders gefährdet durch das Coronavirus.

Trotz zweiter Coronavirus-Welle: UKE-Ärzte sprechen sich für Lockerung der Maßnahmen aus

Den eigenen Warnungen zum Trotz appellieren die Ärzte um Burkhard Göke in der Pressekonferenz für eine Lockerung der Coronavirus-Maßnahmen. „Ich bin der Meinung, dass es sinnvoll wäre, dass wir Infektionen bei denen, die kein hohes Risiko haben, zulassen", sagt der Klinikdirektor Ansgar Lohse. Er spricht sich für eine Wiederöffnung von Schulen und Kitas aus, da die Infektionsrate bei Kindern und Jugendlichen aktuell auf einem sehr geringen Stand ist.

Gute Nachrichten auch für die zwei Hamburger Fußball-Clubs HSV und FC St. Pauli. Fußballspiele könnten in naher Zukunft wieder möglich sein, solange es sich um Geisterspiele handeln würde, so der NDR. Ansgar Lohse bekräftigt, dass die Fußballspieler nicht zur allgemeinen Risikogruppe gehören würden. Dabei plädiert er auch auf die aktuell stark eingeschränkten Bedürfnisse der Menschen: „Die Gesellschaft braucht mehr als einfach nur physische Gesundheit.“ Die Gesellschaft würde nicht für immer ohne Kultur, Religion und Sport auskommen.

Dass sich der Fußball von dem Coronavirus nicht unterkriegen lässt, zeigt auch die Aktion des Hamburger SV. Ab sofort gibt es für die Fans des Hamburger Clubs offizielle Atemmasken im Design des Traditionsvereins.

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