Keine Abstriche bei Hamburgs Kultur

Coronavirus-Sars-CoV-2 zum Trotz: SPD und Grüne wollen neue Konzerthalle bauen

Ein Computerentwurf eines Architektenbüros von Gebäuden die am Diebsteich in Hamburg Altona entstehen sollen.
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Eine neue Konzerthalle soll am Diebsteich in Hamburg Altona entstehen.
  • Wiebke Kaßmann
    vonWiebke Kaßmann
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Bei Hamburgs Kultur soll es keine Abstriche geben, darauf haben sich SPD und Grüne bei ihren Koalitionsverhandlungen geeinigt. Die Parteien wollen den Impuls der Elbphilharmonie für die Kulturstadt Hamburg verstärken und eine neue Konzerthalle bauen.

  • Trotz Cornavirus-Sars-CoV-2-Krise: an Hamburgs Kultur wird nicht gespart.
  • Konzerthalle am Bahnhof Diebsteich (S-Bahn) wird gebaut.
  • SPD und Grüne wollen den Impuls der Elbphilharmonie für die Kulturstadt Hamburg verstärken.

Hamburg Trotz der Coronavirus-Sars-CoV-2-Krise machen SPD und Grüne bei der Kultur keine halben Sachen. Darüber waren sie ich bei ihren Koalitionsverhandlungen einig. Allerdings schränkte Kultursenator Brosda ein: Abgerechnet werde ganz am Schluss.

SPD und Grüne planen keine Einsparungen im Kulturetat trotz Coronavirus-Sars-CoV-2

Gerade mit Blick auf die Coronavirus-Sars-CoV-2-Pandemie und ihrer Folgen sei man übereingekommen, dass viele Anstrengungen unternommen werden müssten, „um die Sicherheit der Strukturen und Sicherheit künstlerischer und kultureller Arbeit auch in Zukunft in unserer Stadt zu gewährleisten“, sagte Kultursenator Carsten Brosda (SPD) am Mittwoch im Anschluss an die dritte Verhandlungsrunde. 

Bereits beschlossene Projekte, wie die Konzerthalle für bis zu 4.000 Menschen am Bahnhof Diebsteich, würden fortgesetzt. Der Grünen-Bürgerschaftsabgeordnete Farid Müller betonte: „Wir sparen nicht in die Krise.“Die Erfahrung zeige, dass man einen städtischen Haushalt in der Krise nicht durch Einsparungen im Kulturetat sanieren könne, sagte Brosda. Es sei bei den Verhandlungen auch nichts neu hinzuerfunden worden. 

SPD und Grüne wollen Kulturprojekte trotz des Coronavirus-Sars-CoV-2 umsetzen

SPD und Grüne hätten darüber beraten, „wie setzen wir die Projekte, über die wir schon seit längerem reden, jetzt auch miteinander um“. Gleichwohl schränkte der Senator ein, am Ende werde zusammengerechnet werden müssen. „Aber das ist zu diesem Zeitpunkt (...) nicht das Thema.“ 

Brosda sagte, SPD und Grüne wollten den Impuls der Elbphilharmonie für die Kulturstadt Hamburg verstärken, indem die Förderinstrumente ausgebaut würden. Auch solle das Haus der digitalen Welt - eine Kombination aus Zentralbibliothek, Volkshochschule und digitaler Kommunikation - verwirklicht werden.  Das Modernisierungsprogramm der Museen werde fortgesetzt, bei der Theaterförderung gebe es keine Abstriche, sagte der Senator.

Die Elbphilharmonie ist Hamburgs neues Wahrzeichen

Mit der Elbphilharmonie wurde in Hamburg ein besonderes Kulturdenkmal geschaffen, das nicht nur Musikliebhaber begeistert. Die moderne Konzerthalle steht am Nordufer der Elbe, auf der Spitze des Großen Grasbrooks.

Die Geschichte der Elbphilharmonie beginnt im Jahr 2001, als der Hamburger Projektentwickler Alexander Gérard das Konzept für ein extravagantes Konzerthaus in Hamburg vorstellt. Am 2. April 2007 wurde der Grundstein für das neue Wahrzeichen Hamburgs gelegt.

Die Elbphilharmonie im Hamburger Hafen

Am 11. Januar 2017 wurde die Elbphilharmonie mit einer spektakulären Feier eröffnet. Heute wird das Bauwerk von den Hamburgern liebevoll „Elphi“ genannt.

Müller betonte, SPD und Grüne wollten die Stadtteilkultur erhalten und stärken. „Wir wollen (...) auch bei der Musikmetropole weiter Impulse setzen.“ So sollen Live-Musikclubs weiter gefördert werden.

Koalitionsverhandlungen: SPD und Grüne besprechen Themen

Auch der Bereich Wissenschaft wurde am Mittwoch verhandelt. Dazu äußerten sich SPD und Grüne zunächst nicht, da die Gespräche noch nicht abgeschlossen seien. Die nächste Koalitionsrunde ist für Sonntag mit dem Bereich Inneres geplant. Am Montag hatten sich beide Parteien bereits in der Schulpolitik weitgehend verständigt. So soll unter anderem an dem Schulentwicklungsplan festgehalten werden, dieser sieht den Bau von 44 neuen und den Ausbau weiterer einhundert Schulen vor.

Man habe auch eingehend über die Erinnerungskultur in der Stadt diskutiert, sagte Brosda. Dabei habe man auch mit Blick auf den 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Neuengamme vereinbart, die Arbeit der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte weiter zu unterstützen - und zu helfen, auch neue Orte etwa in der JVA Fuhlsbüttel zu entwickeln.

SPD und Grüne streben Regierungsbildung vor der Sommerpause an

In der vergangenen Woche hatte der Auftakt der Verhandlungen unter den durch die Coronavirus-Sars-CoV-2-Krise völlig veränderten finanziellen Vorzeichen gestanden. Beide Parteien wollen die Regierungsbildung noch vor der Sommerpause der Hamburgischen Bürgerschaft abschließen. 

SPD und Grüne bilden in der Hansestadt seit 2015 eine gemeinsame Regierung. Bei der Bürgerschaftswahl im Februar war die SPD trotz Verlusten mit 39,2 Prozent erneut stärkste Kraft geworden. Die Grünen konnten mit 24,2 Prozent ihr Ergebnis von 2015 fast verdoppeln.

Erneute Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen fanden am Sonntag, den 3. Mai, statt. Hier wurde unter anderem über verstärkten Polizeischutz, Maßnahmen gegen Rechtsextremismus und Cannabislegalisierung diskutiert.

dpa/wka

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