Coronavirus-Maßnahmen in Hamburg

Kleine Coronavirus-Lockerungen: Einzelhandel, Schulen und Kitas betroffen

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sitzt an einem langen Tisch. Vor ihm steht sein Namensschild, etwas zu Trinken und ein Mikrofon. Er beantwortet den anwesenden Journalisten nach einer Senatssitzung Fragen zur Lockerung der Coronavirus-Maßnahmen.
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Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) spricht am Freitag über die Lockerung der Coronavirus-Maßnahmen.

Das Coronavirus hat Hamburg einen Monat lahmgelegt. Nun beginnt die vorletzte Aprilwoche in der Hafenstadt mit der Öffnung erster Geschäfte und der schrittweisen Wiederaufnahme des Schulbetriebs. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher empfiehlt das Tragen von Masken.

  • In Hamburg werden die Coronavirus-Auflagen etwas gelockert.
  • Geschäfte dürfen wieder öffnen, schriftliche Abiturprüfungen beginnen und Kita-Notbetreuung wird ausgeweitet.
  • Stand Samstag, 18. April sind in Hamburg 4.347 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, gestorben sind 91.

Hamburg – Von Montag an wird es minimale Lockerungen der Coronavirus-Auflagen auch in Hamburg geben. Im Einzelhandel dürfen Geschäfte mit einer Größe von maximal 800 Quadratmetern wieder öffnen. Gute Nachrichten für Fußballfans: dazu zählt auch der Fanshop des FC St. Pauli. Zudem ist eine langsame Teilaufnahme des Schulbetriebs beschlossen, die schriftlichen Abitur-Prüfungen beginnen am Dienstag, 21. April 2020, wie 24hamburg.de berichtet. Auch die Ausweitung der Kita-Notbetreuung auf Kinder von berufstätigen Alleinerziehenden soll für Entlastung sorgen. Alle zwei Wochen will der Hamburger Senat die Möglichkeit weiterer Lockerungen prüfen.

Hamburgs Bürgermeister Tschentscher hält nichts von Masken-Pflicht gegen das Coronavirus

Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) stimmte die Studierenden vor dem Beginn des Sommersemesters am Montag auf ein digitales Semester ein. „Es wird anders, kreativ, maximal flexibel & unsere Hochschulen leisten hier großartiges in dieser Zeit. Wir sind auf dem Weg in eine neue Normalität“, verkündete sie auf Twitter.

Von einer Pflicht zum Tragen von Masken gegen das Coronavirus wie in Sachsen hält Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) nicht viel. „In Hamburg setzen wir im Moment auf eine dringende Empfehlung. Das Wichtigste ist nach wie vor der Abstand und die Einhaltung der Hygieneregeln wie häufiges Händewaschen. Es ist aber wichtig, dass, wenn jetzt Lockerungen kommen, eine zusätzliche Sicherheit geschaffen wird durch das Tragen von Nase-Mund-Schützen“, sagte der SPD-Politiker bei Radio Hamburg.

„Im Moment setzen wir noch auf eine dringende Empfehlung, das kann aber noch strenger werden, wenn wieder mehr Menschen in Bus und Bahn unterwegs sind.“ Sogar ein selbst genähter Mundschutz gegen das Coronavirus sei für Hamburger sinnvoll: „Für den Alltag hilft das auf jeden Fall, weil man so keine Tröpfchen auf andere Menschen übertragen kann.“ Für den medizinischen Bereich würden andere Masken benötigt.

Hamburg plant weitere Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus

Die Stadt Hamburg will in einer Pressekonferenz (12.00 Uhr) die Einführung von sogenannten Infektpraxen vorstellen. Die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg plant in Absprache mit der Gesundheitsbehörde eine Erweiterung ihrer Strategie im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Es soll das Konzept vorgestellt werden, mit dem Hamburg sich für den Fall rüstet, dass es zu einem dynamischeren Infektionsgeschehen und zu einer Steigerung der am Coronavirus erkrankten Patienten kommen könnte.

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Hamburger stieg seit Samstag um 50 auf 4.347. Die Zahl der Toten habe sich nach Zählung des Robert Koch-Instituts in diesem Zeitraum um eine Person auf 91 erhöht, teilte die Gesundheitsbehörde am Sonntag mit. Laut Institut für Rechtsmedizin konnte bisher bei 79 verstorbenen Hamburgern eine Coronavirus-Erkrankung als Todesursache festgestellt werden. Das RKI zählt hingegen alle Fälle, bei denen mit dem Virus infizierte Menschen starben. Insgesamt befinden sich nach Behördenangaben derzeit 232 Hamburger mit der Lungenerkrankung in stationärer Behandlung. Das waren 19 weniger als am Vortag. Die Zahl der Coronavirus-Patienten auf Intensivstationen liegt bei 76.

Lockerungen führen wieder zu Staus auf Hamburgs Autobahnen

Seit den Lockerungen der Coronavirus-Maßnahmen verzeichnet der ADAC wieder einen Anstieg der Staustunden und -kilometer in Hamburg. Um die Osterzeit ist die Anzahl der Staus auf ein Rekordtief gefallen, das seit Jahrzehnten nicht mehr verzeichnet wurde.

dpa/lno/ee

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