Lockdown-Verschärfung

Neue Corona-Regeln: Das müssen Hamburger ab sofort wissen

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
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Die Entscheidung ist gefallen: Bund und Länder verlängern den Lockdown bis 14. Februar 2021. Was gilt ab sofort in Hamburg? Die große Regel-Übersicht.

  • Entscheidung im Kanzleramt: Bund und Länder verlängern den Lockdown bis zum 14. Februar.
  • Bisher geltende Corona-Regeln werden in der Stadt Hamburg fortgeführt und teilweise verschärft
  • Maskenpflicht im Nahverkehr und Homeoffice wird strenger gefasst, Schulen bleiben geschlossen.

Update von Freitag, 22. Januar 2021, 07:13 Uhr: Hamburg – Seit Mitternacht gelten für alle Hamburger neue Corona-Regeln: Am Freitag, 22. Januar 2021, trat die neue Verordnung zur Eindämmung der Pandemie offiziell in Kraft. Demnach dürfen in Bussen und Bahnen sowie beim Einkaufen nur noch sogenannte medizinische Masken getragen werden, Schals und Stoff-Alltagsmasken sind nicht mehr erlaubt. Wie bereits in der Vergangenheit ist Hamburg damit das erste Bundesland, dass die zuvor von Bund und Ländern vereinbarte Verlängerung des Lockdowns konkret umgesetzt hat.

Am kommenden Montag folgt dann noch die Einschränkung der Kinderbetreuung. Dann wechseln die Kitas vom eingeschränkten Regelbetrieb in die Notbetreuung. Der Senat habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, betonte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD). Aber um das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu bekommen, gebe es leider keine Alternative, hieß es.

Corona-Lockdown in Hamburg: Diese Regeln gelten jetzt

Erstmeldung von Dienstag, 19. Januar 2021, 14.06 Uhr: Hamburg – Strenge Maskenpflicht in Bussen und Bahnen, mehr Homeoffice, aber keine Ausgangssperren: Zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben sich Bund und Länder auf die Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns geeinigt. Demnach gelten die strengen Regeln mindestens bis zum 14. Februar, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Anschluss an den Gipfel mit den Ministerpräsidenten der Länder mitteilte. Wichtigster Punkt: Beim Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen gilt künftig eine Pflicht zum Tragen von medizinischen Schutzmasken*.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Erster Bürgermeister: Peter Tschentscher (SPD)

Die  Ministerpräsidenten der Länder waren am Nachmittag im Kanzleramt mit Merkel zu Beratungen zusammengekommen. Ursprünglich hatte das Treffen erst in der kommenden Woche stattfinden sollen. Doch angesichts des hohen Infektionsgeschehbens und den Corona-Zahlen in Hamburg und Deutschland war der Gipfel vorgezogen worden. Die Politiker eint die Sorge um neue Virusmutationen.

Sieht keine Alternative zum Lockdown: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). (24hamburg.de-Montage)

Corona in Hamburg: Die neuen Regeln im Überblick

„Die Infektionszahlen sind weiterhin zu hoch und es sind zusätzliche Risiken durch weitere Virusmutationen zu befürchten“, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) in seiner Erklärung nach dem Gipfel. Deshalb sei es unumgänglich, dass die bisher geltenden Corona-Regeln weitergeführt und sogar „in einigen Punkten“ verschärft werden müssten. Vor allem die berufliche Mobilität sei in Hamburg noch viel zu hoch, so der Rathauschef. Doch was genau gilt jetzt in Hamburg? Hier der Überblick:

  • Persönliche Kontakte sind zwingend zu vermeiden.
  • Die Kontaktbeschränkungen bleiben bestehen. Treffen mit maximal 1 Haushalt und 1 weiteren Person erlaubt. Es gibt Ausnahmen für kompliziertere Sorgerechts-Fälle und Notfallbetreuung.
  • Maskenpflicht wird verschärft. Sie gilt grundsätzlich in der Öffentlichkeit überall da, wo der Mindestabstand schwer wird. In Bussen, Bahnen, Krankenhäusern und Pflegeheimen sowie beim Einkaufen gilt fortan eine Pflicht zum Tragen medizinischer Schutzmasken nach FFP2- oder OP-Standard. Ein Halstuch, ein Schal oder eine Stoffmaske reicht nicht mehr aus.
  • Mindestabstand von 1,5 Meter zu allen anderen Menschen ist einzuhalten – auch Zuhause, im Freien und auf öffentlichen Plätzen. Ausnahme: Personen des eigenen Haushalts.
  • Homeoffice soll ausgeweitet werden. Der Bund erlässt eine Verordnung, wonach Arbeitgeber – sofern es der Job zulässt – seine Beschäftigten zuhause arbeiten lassen müssen.
  • Spielplätze sind geöffnet, aber es gelten die Kontaktregeln. Die Kinder dürfen miteinander spielen, aber die Erwachsenen dann nicht zusammenstehen.
  • Anwesenheitspflicht an Schulen bleibt bis 14. Februar 2021 ausgesetzt. Eine Notbetreuung wird aufrechterhalten, ebenso wie ein Distanzunterricht.
  • In den Kitas wird die eingeschränkte Regelbetreuung beendet. Künftig gilt eine erweiterte Notbetreuung. Diese ist auf dringende Fälle begrenzt. Dazu zählen Berufstätigkeiten der Eltern in wichtigen Bereichen oder individuelle Notfälle.
  • Uni findet weiter im Hybridunterricht statt.
  • Jugendhilfe ist möglich unter Hygienevorschriften.
  • Teilweise Besuchsverbote in Krankenhäusern insbesondere für Menschen mit Symptomen. Testpflicht für Besucher in Alten- und Pflegeheimen wird ausgeweitet.

In Hamburg waren am Dienstag 251 Neuinfektionen gemeldet worden, pro 100.000 Einwohner steckten sich laut Gesundheitsbehörde in den vergangenen sieben Tagen 104,2 Menschen mit dem Coronavirus an (Sieben-Tage-Inzidenz). Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert auf anderer Berechnungsgrundlage mit 93,3 an. Von den Bundesländern hatten nur Bremen und Schleswig-Holstein niedrigere Werte.

Beschlüsse zum Lockdown: Senat berät Umsetzung in einer Sondersitzung

Über die konkrete Umsetzung der Bund-Länder-Beschlüsse berät am Dienstag der Hamburger Senat noch einmal in einer Sondersitzung. Grundsätzlich kann aber davon ausgegangen werden, dass die Ergebnisse des Corona-Gipfels übernommen werden. Bislang hatte die Hansestadt Hamburg nie einen Sonderweg eingeschlagen. Der grüne Koalitionspartner signalisierte bereits Zustimmung. Die Entscheidungen der Ministerpräsidentenkonferenz sei „sehr hart, aber nötig“, sagte die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne).

Kritik kam indes aus der Linksfraktion der Hamburger Bürgerschaft. Sie hatte den Corona-Kurs von Bund und Ländern schon vor Abschluss der Beratungen kritisiert. Sie warf dem Regierungschef vor, die Wirtschaft mit „Samthandschuhen“ anzufassen. Seit November versuchten Bund und Länder, der Pandemie mit immer neuen Maßnahmen Herr zu werden, sagte der Gesundheitsexperte der Linksfraktion, Deniz Celik. „Bislang mit verhaltenem Erfolg. Und auch die neuen Maßnahmen überzeugen nicht – eine langfristige Strategie lässt sich nicht erkennen.“ * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Tobias Hase/dpa & Christian Charisius/dpa

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