Heftiger Vorfall an Elbchaussee

Coronavirus-Party in Hamburg eskaliert: Jugendlicher zieht vor Polizei blank – Bierkästen und Flaschen fliegen

  • Johanna Ristau
    vonJohanna Ristau
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Hunderte Jugendliche lassen im piekfeinen Jenischpark an der Elbchaussee die Sau raus. Als die Polizei-Beamten die überzogene Party auflösen wollen, schreitet die Situation aus. Flaschen und Bierkästen werden in Richtung Polizei geschmissen.

  • Im Hamburger* Jenischpark an der Elbe* feiern Hunderte Jugendliche aus gutem Hause.
  • Anwohner aus Othmarschen fühlen sich belästigt und rufen die Hamburger Polizei*.
  • Als die Beamten das Treiben beenden wollen, werden sie mit Flaschen und Bierkisten beworfen.

Hamburg/OthmarschenKrawall und Remmidemmi im noblen Hamburger Jenischpark. Hunderte Jugendliche sind in Partystimmung, feiern ausgelassen, betrunken und vor allem laut. Für die Nachbarschaft aus Othmarschen zu laut. Anwohner rufen in der Nacht zum Sonntag, 9. August 2020, die Hamburger PolizeiRuhestörung. Insgesamt rücken die Beamten fünf Mal zum Jenischpark aus, um die Jugendlichen unter Kontrolle zu bringen. Beim fünften Versuch gegen 2 Uhr morgens eskaliert die Situation. Als die Polizei am Park eintrifft, feiern noch etwa 200 Jugendliche auf der Wiese.

Park:Jenischpark
Adresse: Baron-Voght-Straße 50, 22609 Hamburg

Wie 24hamburg.de erfuhr, entblößt ein 18-Jähriger gegen 2:20 Uhr sein Hinterteil in Richtung der Polizei. Dann ergreift er die Flucht. Die Beamten rennen ihm hinterher, doch werden bei der wilden Verfolgungsjagd von Freunden des 18-Jährigen erheblich behindert: Die Gruppe aus etwa zwanzig Jugendlichen wirft mit Flaschen und Bierkästen nach den Ordnungshütern, die umgehend Verstärkung anfordern.

Elf weitere Streifenwagen aus der ganzen Stadt rasen zum Jenischpark. An den Scherben der Bierflaschen verletzen sich zwei Polizisten leicht. Ein Polizeiauto, das auch eine Bierkiste abbekommen hat, kommt mit einem zerschmetterten Fenster und Dellen im Blech davon. Schließlich erwischen die Einsatzkräfte den 18-Jährigen und nehmen ihn fest. Weil er sich beim Anlegen der Handschellen massiv wehrt, hat er nun eine Anzeige wegen Beleidigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte an der Backe. Seine „Kollegen“ kann die Polizei sich nur mithilfe von Pfefferspray vom Leib halten. Sie müssen sich wegen Landfriedensbruch, Sachbeschädigung und Widerstands verantworten.

So ruhig und gelassen wie auf diesem Bild ging es am Sonntagmorgen des 9. August 2020 nicht im Jenischpark zu. Im Gegenteil: Am Schluss sollen betrunkene Teenager in Handschellen auf der Wiese gelegen haben. (24hamburg.de-Montage)

Laut „Bild“ liegen um 4 Uhr immer noch mehrere Jugendliche in Handschellen auf der Wiese. Ein aufgelöstes Mädchen ruft nach ihrer Mama und wird schließlich entlassen. In einem Video der „Bild“ (hinter Bezahlschranke) ist zu hören, wie das Mädchen schluchzt: „Die sind so böse zu mir, bitte lasst mich weg.“

Coronavirus-Randalierer trieben auch an Schule in Bissendorf bei Hannover ihr Unwesen

Und: Die Randalierer im Jenischpark sind offenbar nicht die einzigen, denen die aktuelle Coronavirus-Pandemie zu Kopf steigt. In Bissendorf bei Hannover* randalierten kürzlich drei Jungs im zarten Alter von elf und zwölf Jahren. Sie rissen Waschbecken aus den Wänden und setzten das ganze Schulgebäude unter Wasser. Anschließend sprangen sie aufs Dach und flüchteten von da aus vor der Polizei. Mittlerweile wurden sie in professionelle Obhut genommen. Auch in Hamburg-Neuendorf gab es einen dramatischen EInsatz. Dort attackierten drei Männer einen Familienvater mit. Dessen Söhne wehrten sich mit Messern*.

Der Sachschaden beläuft sich auf unglaubliche 150.000 Euro. Doch zwischen Freitag, 7. und Sonntag, 9. August 2020 haben sich offenbar Trittbrettfahrer an dem Schulzentrum zu schaffen gemacht und auf das Gebäude sowie die benachbarte Grundschule mit Druckluftpistolen geschossen. Die Plastikkugeln zerstörten Türen, Scheiben und ein Glasdach. Dieser Schaden wurde von der Gemeinde Bissendorf auf 15.000 Euro geschätzt, so die Polizei Osnabrück zu 24hamburg.de.

Coronavirus in Hamburg: Randalierer im Jenischpark hielten keinen Abstand beim Feiern

Auf die Regelungen zur Eindämmung des Coronavirus-Sars-CoV-2* hatten die Jugendlichen im Jenischpark übrigens nicht geachtet, als sie zuhauf dicht an dicht feierten. 24hamburg.de berichtet über das aktuelle Alkoholverbot auf der Sternschanze* und der Reeperbahn* sowie in den Bezirken Altona, Hamburg-Mitte und Eimsbüttel. Kioske, Tankstellen und Gastronomiebetriebe dürfen aktuell an den Wochenenden zwischen 20 und 6 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen.

Ausgenommen sind lediglich Gastronomiebetriebe mit Außenbereichen, in denen die Getränke vor Ort verzehrt werden. Grund: An den vergangenen Wochenenden hatten Hamburger immer wieder dicht an dicht auf dem Kiez und der Schanze getrunken und gefeiert. Dabei trugen die meisten keine Masken und hielten keinen Sicherheitsabstand von anderthalb Metern. Zudem führt der Hamburger Senat* jetzt ein Bußgeld für Maskensünder in Bus und Bahn ein. Wer in den Linien der HVV* oder der Deutschen Bahn zukünftig keine oder eine falsch sitzende Maske trägt, muss mit einem dicken Bußgeld* rechnen. Ein neues Coronavirus-Testzentrum am Hauptbahnhof* bietet bald eine weitere Möglichkeit, sicher zu gehen.

Coronavirus in Hamburg: Frische Luft verringert Ansteckungs-Gefahr

Die Forschungen zum Sars-CoV-2* zeigen, dass das Virus insbesondere durch engen – beispielsweise häuslichen oder medizinischen – Kontakt übertragen wird. Die Ansteckung mit dem Coronavirus erfolgt vor allem durch respiratorische Sekrete, in erster Linie Tröpfchen, zum Teil auch durch Tröpfchenkerne. Diese sogenannten Aerosole werden insbesondere beim Husten, Niesen und lautem Sprechen verteilt, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) erklärt.

Aber auch zahnmedizinische Behandlungen können die Verbreitung von Aerosolen auslösen. Weniger wahrscheinlich, aber dennoch möglich ist auch eine indirekte Übertragung durch Hände oder kontaminierte Oberflächen. Wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erklärt, kann das Einhalten des Mindestabstands von anderthalb Metern das Auftreffen von Tröpfchen sowie auch von Aerosolen in gewissem Umfang verringern. Auch das regelmäßige Lüften kann das Ansteckungsrisiko senken. Daher ist die Gefahr einer Infektion unter freiem Himmel auch deutlich geringer als in geschlossenen Räumen. Besonders gefährlich seien laut BZgA Fitnesskurse und Chorproben. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa, Jonas Walzberg/dpa

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