Finanzielle Notlage für Zoos

Coronavirus: „Tiere müssen gefüttert werden“ – Hilferuf von Tierpark Hagenbeck

Elefanten fressen am 26.09.2013 bei einem Fototermin im Tierpark Hagenbeck in Hamburg ein herbstliches Buffet mit Kürbissen.
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Elefantenfütterung im Tierpark Hagenbeck
  • Nicolai Hackbart
    vonNicolai Hackbart
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Seit vielen Tagen muss der Hamburger Zoo wegen der Pandemie geschlossen bleiben. Für den Familienbetrieb könnte das zur finanziellen Katastrophe werden.

  • Der Tierpark Hagenebeck hat seit dem 18. März für Besucher geschlossen.
  • Aufgrund der Coronavirus-Pandemie bleiben die Einnahmen aus, doch die Tiere müssen weiterhin gepflegt werden.
  • Für den Zoo in Hamburg wird es eng: Mit diesem Hilferuf wendet sich Hagenbeck an Angela Merkel und an die Bürger

Hamburg - Wie in vielen Bereichen der Hansestadt, steht auch das Leben im Tierpark Hagenbeck bis auf Weiteres still. Die Coronavirus-Pandemie zwingt die Besucher, zu Hause zu bleiben. Doch komplett zusperren lässt sich der Zoo nicht. Die 1.850 Tiere müssen weiterhin täglich gepflegt und gefüttert werden. Die Kosten für das Futter und die Tierpfleger muss der Tierpark weiterhin decken, während die Einnahmen ausbleiben.

Coronavirus schadet Tierpark Hagenbeck: Familienbetrieb leidet unter Maßnahmen gegen die Pandemie

Aufgrund der Maßnahmen der Stadt Hamburg gegen die Coronavirus-Pandemie muss der Tierpark Hagenbeck bis mindestens 16. April für Besucher geschlossen bleiben. Für den seit Generationen im Familienbetrieb geführten Zoo bedeutet das eine besonders schwere Situation. „Jetzt brechen uns durch die fehlenden Eintrittsgelder alle Finanzierungen weg“, erklärt eine Sprecherin gegenüber mopo.de. Viele Zoos in Deutschland sind ganz oder zum Teil in öffentlicher Hand. Der Tierpark Hagenbeck finanziert sich jedoch zu Hundert Prozent selbst und erhält nur in Einzelfällen Zuschüssen vom Staat. Genau diese Zuschüsse könnten jetzt für einen Fortbestand entscheidend sein.

Coronavirus-Hilferuf: Zoo-Verband bittet um Soforthilfe-Programm in Höhe von Hundert Millionen Euro

In einer Pressemitteilung wendet sich der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) deshalb an Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Bundesregierung und an die Ministerpräsidenten der Bundesländer. Von den 56 im Verband teilnehmenden Zoos müsse ein einzelner Zoo aufgrund der Coronavirus-Maßnahmen aktuell „einen wöchentlichen Umsatzverlust von etwa einer halben Million Euro“ verkraften. Deshalb bittet Jörg Junhold, Präsident des Verbandes, um ein Soforthilfe-Programm in Höhe von Hundert Millionen Euro. „Anders als andere Einrichtungen können wir unseren Betrieb nicht einfach runterfahren – unsere Tiere müssen ja weiterhin gefüttert und gepflegt werden“, sagt Junhold.

Außerdem betont die Pressemitteilung noch einmal den Wert, den die Tierpfleger in Deutschland leisten. „In den VdZ-Einrichtungen werden insgesamt mehr als 180.000 Wirbeltiere gepflegt und gezüchtet. Viele von ihnen gehören zu bedrohten Arten und sind Bestandteil internationaler Erhaltungszuchtprogramme.“ Ein möglicher Verlust wäre ein „herber Rückschlag für unseren Kampf um den Erhalt der Biodiversität und käme somit einer Katastrophe gleich“, so Junhold, Präsident des VdZ.

So können alle trotz Coronavirus den Tierpark Hagenbeck unterstützen

Nicht nur an den Staat hat sich der Tierpark Hagenbeck gewendet. Auch jeder Bürger können etwas zur Unterstützung des Zoos in der Coronavirus-Zeit beitragen. Viele Besucher und Freunde hätten bereits beim Tierpark angefragt, wie sie das Unternehmen am unterstützen können. Darauf hat der Tierpark zwei dankende Antworten auf seiner Webseite veröffentlicht:

  • Zum einen können alle Interessierten Gutscheine im Onlineshop des Tierparks kaufen und sie für Ostern verschenken oder einfach selbst in Zukunft zum Eintrittskarten-Kauf benutzen.
  • Ein anderer Weg für eine längerfristige und persönliche Unterstützung ist die Tierpatenschaft. Ab 200 Euro pro Jahr, können die Pflege- und Futterkosten eines frei wählbaren Tiers gefördert werden. Weitere Informationen hierfür gibt es auf der Webseite des Tierpark Hagenbecks.

Coronavirus-Pandemie: Ist ein Ende in Sicht?

Das genaue Ende der strengen Maßnahmen gegen das Coronavirus können aktuell noch nicht abschließend eingeschätzt werden. Wann Zoos und andere Geschäfte wieder öffnen werden, bleibt weiterhin offen. Gute Nachrichten gibt es jedoch aus der Forscherwelt. An der Universität Lübeck sind Wissenschaftler einen bedeutenden Schritt vorangekommen, um ein Medikament gegen das Coronavirus zu entwickeln. Eine Virologin des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) rechnet sogar schon mit einem Impfstoff in der zweiten Jahreshälfte.

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