Handelskammer fordert schrittweise Lockerungen

Regierungschefs beraten mit Merkel über Ende der Coronavirus-Maßnahmen

Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister von Hamburg, gestikuliert im Hamburger Rathaus in die Kamera.
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Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) gibt bei der Landespressekonferenz Auskunft.

Der Coronavirus-Countdown läuft: Doch auf eine schnelle Rückkehr zur Normalität machen die Regierungschefs im Norden wenig Hoffnung. Der Schutz von Leben und Gesundheit bleibt oberste Priorität. Dem hat sich die Rückkehr in den Alltag unterzuordnen.

  • Die Regierungschefs von Schleswig-Holstein und Hamburg zeigen sich zaghaft.
  • Bei der Frage um Lockerungen der Coronavirus-Maßnahmen fordern sie ein abgestimmtes Vorgehen.
  • Die Handelskammer fordert ein schnelles Ende der Beschränkungen.

Kiel/Hamburg – Vor den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder über eine Lockerung der Coronavirus-Auflagen zeichnet sich im Norden ein behutsames Vorgehen ab. Beim Wiederanfahren des öffentlichen Lebens muss nach Ansicht von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) die gleiche Sorgfalt herrschen wie beim Runterfahren des Alltags. Hamburg wolle sich im Geleitzug der bundesweiten Regelungen bewegen, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). „Wir werden aber natürlich einen für Hamburg passenden Kurs wählen.“ Die norddeutschen Industrie- und Handelskammern fordern ein abgestimmtes Vorgehen.

Coronavirus: Regierungschefs von Hamburg und Schleswig-Holsteins beraten über Ende der Maßnahmen

Nach der Telefonkonferenz der Kanzlerin Angela Merkel mit den Regierungschefs am Mittwoch will die Kieler Jamaika-Koalition tags darauf ihr Vorgehen beraten. Entscheidungen will das Kabinett am Freitag treffen. Am Nachmittag will Daniel Günther im Landtag von Schleswig-Holstein eine Regierungserklärung abgeben. Ihm schwebt ein „Phasenplan“ für die Rückkehr zur Normalität vor, um den Menschen klare Perspektiven aufzuzeigen, was wann wieder möglich sein wird. In dem Bundesland und im südlichen Stadtstaat spielen für die Bewertung das Coronavirus-Infektionsgeschehen und die Auslastung der Krankenhäuser eine entscheidende Rolle.

Lockerungen sind nach Worten des Hamburger Bürgermeisters Peter Tschentscher frühestens vom kommenden Montag an möglich. Regierungschef Daniel Günther geht von bundesweit einheitlichen Regelungen in einigen Bereichen aus, beispielsweise bei Kitas und Schulen.

Coronavirus-Lockdown: Handelskammer fordert schrittweise Lockerungen

Der neue Handelskammer-Präses Norbert Aust sprach sich angesichts von überschlägig bis zu 1,6 Milliarden Euro Coronavirus-bedingter Schließungskosten täglich für die norddeutsche Wirtschaft für schrittweise Lockerungen aus. In einem Eckpunkte-Papier der elf norddeutschen Kammern machen sie sich für länderübergreifend einheitliche Regelungen stark. Eine länderübergreifende Bewegungsfreiheit sei allein wegen der vielfältigen Pendlerverkehre, Liefer- und Leistungsbeziehungen sowie tagestouristischen Aktivitäten unabdingbar, hieß es. Die Kammern verlangen außerdem „klare und verbindliche Hygienevorschriften, unter denen Betriebe wieder öffnen könnten“ - statt pauschaler Betriebsverbote für ganze Branchen.

Das generelle Betriebsverbot könnte etwa für Tiere im Zoo von Neumünster zur tödlichen Gefahr werden, wie neue Pläne der Zoodirektorin offenlegen.

dpa/lno

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