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Coronavirus: Auch Hotel Atlantic kämpft mit den Folgen

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Eckansicht auf die weiße Fassade des Luxus-Hotels: Zu sehen ist der weit oben in Buchstaben angebrachte Name „Atlantic“ sowie eine rote wehende Hamburg-Flagge und eine Weltkugel auf dem Dach des Hotels.
Coronavirus in Hamburg: Das berühmte 5-Sterne-Hotel Atlantic muss schließen. © picture alliance/Markus Scholz/dpa

Das Coronavirus breitet sich weiterhin in Hamburg aus. Die Auswirkungen der Pandemie machen nun auch nicht länger vor Hamburgs Spitzenhotels halt. Welche Zukunft droht der Tourismusbranche in Hamburg?

Hamburg - Viele kennen das luxuriöse 5-Sterne-Hotel an der Alster als Hotspot der Stars in Hamburg. Doch besonders glamouröse Aussichten gibt es für das Hotel Atlantic momentan nicht. Und damit ist es nicht allein, denn viele Hotels in Hamburg müssen aufgrund der Coronakrise schwere Zeiten durchstehen.  

Hotel Atlantic: So steht es um das Luxushotel in Zeiten der Coronakrise

Die Worte „Sleep Mode“ postet das prominente Hotel Atlantic mit einem Foto auf seinem Instagram-Kanal. Dazu ein Hintergrund mit sanften Meereswellen – fast schon ein friedliches, hoffnungsvolles Bild: Von Sorgen oder Ängsten ist hier wenig zu erkennen. Und auch in der darunter stehenden Nachricht an die User zeigt sich das Hotel Atlantic sichtbar zuversichtlich: „Unser Team freut sich darauf, Sie hoffentlich schon bald wieder begrüßen zu dürfen. Alles Gute, vor allem Gesundheit und herzliche Grüße“.

Bis zum 30. April müssen sich die Gäste und Hotelmitarbeiter*innen erst einmal gedulden, denn bis dahin bleiben die Türen des Spitzenhotels in Hamburg vorerst geschlossen. Auch weitere Angebote, zu denen beispielsweise die Restaurants, Fitness- und Spa-Bereiche zählen, stehen für diesen Zeitraum außer Betrieb. Das Team des Hotel Atlantic ist sich offenbar sicher, mit diesem Schritt die richtige Entscheidung getroffen zu haben, denn so heißt es in dem Instagram-Post: „Das Hotel als Teil der Broermann Health & Heritage Hotels sieht den Menschen und dessen Gesundheit stets im Mittelpunkt. Dies bedeutet, dass wir momentan auf unsere Leidenschaft, als Gastgeber vor Ort da zu sein, verzichten müssen.“

Dauergast Udo Lindenberg: Bleibt er trotz Coronavirus im Hotel Atlantic?

Auch Sänger Udo Lindenberg, der bekannterweise seit 26 Jahren in dem Luxus-Hotel im Herzen Hamburgs lebt, trifft aus Angst vor dem Coronavirus Konsequenzen: Obwohl ihn und Hotel Atlantic eine langjährige Beziehung verbindet, hat die Panik-Legende sein Zuhause in Hamburg nun verlassen, Udo Lindenberg ist an einen unbekannten Ort geflüchtet, wie 24hamburg.de kürzlich berichtete.

Frontansicht des eingerüsteten Atlantic Hotels an der Hamburger Alster.
Eingerüstetes Atlantic Hotel an der Hamburger Alster: Die Tourismus-Institution nützt die Coronavirus-Zwangspause für Renovierungsarbeiten. © 24hamburg.de/Johannes A. Alsterburg

Coronavirus in Hamburg: Diese weiteren Luxus-Hotels machen dicht

Die Schließung des Hotel Atlantic ist kein Einzelfall: Bereits wenige Tage zuvor stellte das Hotel Süllberg im Hamburger Stadtteil Blankenese seinen Betrieb ein. Auch das noble Westin-Hotel in der Elbphilharmonie in Hamburg zog nach. „Wir wollen uns an der Mitwirkungspflicht beteiligen“, erklärte Madeleine Marx, General-Managerin des Westin auf Nachfrage der Deutschen Presse Agentur. Mittlerweile leiden fast alle Hotels in Hamburg und den folgeschweren Auswirkungen des sich schnell verbreitenden Coronavirus, da die staatlichen Einschränkungen keine Aufnahme von touristischen Hotelgäste mehr erlauben.

Blick auf die Elbphilharmonie bei Dämmerung: An der Fassade erstrahlt ein Herz, das durch einzelne beleuchtete Zimmer erzeugt wird.
Geschlossenes Westin-Hotel in der Elbphilharmonie setzt während der Coronavirus-Krise ein Zeichen: In insgesamt 28 Zimmern wird beim Einsetzen der Dunkelheit das Licht eingeschaltet – ein Herz entsteht. © picture alliance/Christian Charisius/dpa

Tourismus in Hamburg: Droht der Hotel- und Gastroszene das Aus?

„Der Tourismus in Hamburg liegt mit dem Gesicht am Boden. Wir haben im Zuge der Coronakrise innerhalb von wenigen Wochen eine Vollbremsung erlebt. Das ist eine existenzielle Krise für eine Branche, an der rund 88.000 Arbeitsplätze hängen. Die meisten sind nun in Kurzarbeit oder werden arbeitslos“: Es sind gravierende Worte, mit denen Norbert Aust, Vorsitzender des Tourismusverbandes Hamburg, die Lage der Tourismusbranche in einem Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt beschreibt.

Auch sein Nachfolger Wolfgang Raike blickt eher wenig hoffnungsvoll in die Zukunft. Vor allem für die sonst so kommenden Sommermonate, in denen normalerweise am meisten Umsätze gemacht würden, bestünde kaum noch Hoffnung. „Und es wird dauern, bis der Tourismus wieder so boomt wie in den vergangenen Jahren.“ Dennoch, so Raike, ginge er davon aus, dass die Deutschen nach der Coronakrise wieder vermehrt reisen wollen. „Hamburg könnte davon profitieren, dass die Menschen zunächst einmal das Inland gegenüber Fernzielen bevorzugen werden.“

dpa

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