Risikogruppen schützen

Corona-Lockdown: Wie geht es weiter? Virologe mit harter Forderung

  • Naima Wolfsperger
    vonNaima Wolfsperger
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In Hamburg gilt seit Mittwoch der verschärfte Lockdown. Notwendig, jedoch keine Lösung auf Dauer, meint Virologe Jonas Schmit-Chanasit – und fordert nachhaltige Lösungen.

  • Die Politik reagiert mit einem harten Corona-Lockdown auf steigende Fallzahlen.
  • Jetzt müsse an einer Corona-Strategie für Januar gearbeitet werden, fordert ein Hamburger Virologe.
  • Jonas Schmidt-Chanasit fordert eine Lösung für Risikofälle und Schüler.

Hamburg – Der harte Corona-Lockdown muss jetzt her, da scheinen sich Politik und Experten einig. Auch Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hat angekündigt, dass die neuen Regeln in der Hansestadt gelten. Nicht so einig ist man sich darüber, was nun die nächsten Schritte sind. Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit, von der Universität Hamburg, äußert sich nach dem Corona-Gipfel in „ARD-Extra“ und reagiert auf die Lockdown-Maßnahme vom Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ministerpräsidenten. Schmidt-Chanasit fordert eine neue, eine langfristige Strategie.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

„Es muss hart daran gearbeitet werden, wie es denn ab 10. Januar weitergehen kann. Ich glaube, jetzt nur den Lockdown bis in den März oder April zu verlängern – das ist ein bisschen wenig“, sagt Schmidt-Chanasit in der ARD. Der Griff zum harten Lockdown sei aktuell zwar notwendig, aber nicht ausreichend: „Es ist klar, dass es diese Notbremse braucht“, so der Virologe. „Nichtsdestotrotz müssen wir uns ab sofort die Frage stellen, wie es ab 10. Januar weitergehen kann und wie wir eine eben eine langfristige Strategie etablieren, die auch nachhaltig ist.“

Corona-Lockdown: Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit fordert nachhaltige Strategie

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit plädiert für eine nachhaltige Corona-Strategie. (Montage-24hamburg.de)

Entscheidend sei dabei, wie die besonders gefährdeten Gruppen geschützt werden könnten. Aber auch, wie man etwa den Schulbesuch sicher gestalten könne. „Wir sehen ja, dass das eine große Kraftanstrengung ist und genau da müssen wir weiter dran arbeiten“, so Schmidt-Chanasit. Und: „Ein Lockdown ist natürlich keine nachhaltige Strategie.“

Coronavirus: Hamburger Virologe fordert Schutz für Risikogruppen – Lockdown keine Lösung

Für die Versorgung der Risikogruppen, aber auch für Schulen spielten Tests eine entscheidende Rolle. Man brauche aber das Personal und die entsprechenden Tests. „Das sind wichtige Punkte, an denen man hart arbeiten muss“, appelliert Schmidt-Chanasit nun wiederholt an die Politik.

Besonders in den Krankenhäusern war es zuletzt eng geworden, mit Blick auf die Kapazitäten. Vermehrt werden auch Fälle von Infektionen in den Kliniken selbst gemeldet. So etwa in Hamburg der Corona-Ausbruch in Evangelischen Amalie-Sieveking-Krankenhaus. In ganz Deutschland gerät das Gesundheitssystem an seine Grenzen. Die Schulen dürften sich in der Kapazitäten-Frage vor einer ähnlichen Problematik sehen.

Corona-Lockdown in Hamburg: Virologe fordert nachhaltige Strategie für Schulen

Mit dem harten Lockdown ab Mittwoch, 16. Dezember, sollen Eltern darüber entscheiden, ob ihre Kinder vor Weihnachten noch am Präsenzunterricht in der Schule teilnehmen sollen. Für die Kinder, die ab Mittwoch sozusagen ins Home-Office gehen, sollen Lehrer für diese Zeit Lernmaterialien und Arbeitsaufträge mitgeben. Dabei sollen die Schüler aber auch virtuell begleitet werden. Für die genaue Planung bleiben den Schulen lediglich zwei Tage Zeit.

Vor dem harten Lockdown am Mittwoch wird außerdem ein großer Andrang in der Hamburger Innenstadt erwartet. Bereits an den vergangenen Adventswochenenden waren die Hamburger Einkaufsstraßen proppevoll. Nicht zu kaufen gibt es dort Feuerwerkskörper. Denn der Verkauf und das Abbrennen übrig gebliebener Böller aus dem vergangenen Jahr ist in der Corona-Krise in Hamburg verboten – kurz: Das Feuerwerk fällt in der Hansestadt an Silvester aus. Eine Ausnahme gibt es zumindest zu Weihnachten. Über die Feiertage werden die strengen Kontaktbeschränkungen gelockert, um das Fest im Rahmen der Familie zu ermöglichen.

Ab Januar 2021 hofft Hamburg auf den Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2. Dafür wurde bereits eine erste Impfstrategie vorgestellt. Hamburger Experten äußerten sich im Vorfeld zu möglichen Risiken und Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: ©  Christian Charisius/dpa & Daniel Bockwoldt/dpa

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