Vorsicht, Kontrolle!

Corona-Maskenpflicht: Mega-Strafen für falsche Masken in Hamburg

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
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FFP2-Maske statt Schnutenpulli in Hamburg: Die strenge Corona-Maskenpflicht ist jetzt gültig. Regelbrechern drohen hohe Bußgelder. Wie hoch ist das Bußgeld?

  • Seit Freitag, 22. Januar 2021, gelten in Hamburg die verschärften Corona-Regeln.
  • Beim Einkaufen, im Nahverkehr oder in der Schule: Stoffmasken werden mit Bußgeld geahndet.
  • Verstärkte Kontrollen zum Maskenpflicht-Verstoß bescheren der Hansestadt Einnahmen in Millionenhöhe.

Hamburg – Keine Gnade für Regelbrecher: Nach dem offiziellen Inkrafttreten der verschärften Corona-Maskenpflicht dringt der Hamburger Senat auf die Einhaltung der neuen Verordnung. So kündigte unter anderem Schulsenator Ties Rabe (SPD) ein hartes Durchgreifen gegenüber sogenannten Maskenverweigerern an. Bei Nichtbeachtung der Corona-Regeln dürften Schulleitungen Hausverbote aussprechen und die Regelbrecher des Geländes verweisen, teilte seine Behörde via Twitter mit. „Wer deshalb Unterricht versäumt, begeht eine Schulpflichtverletzung und muss mit Bußgeld rechnen“, hieß es weiter.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

In Hamburg ist seit diesem Freitag offiziell eine verschärfte Maskenpflicht in Kraft. Die Hansestadt ist damit eines der ersten Bundesländer, das die grundsätzliche Einigung von Bund und Ländern auf eine Verlängerung des Corona-Lockdowns bis zum 14. Februar mit einer Verordnung konkret umgesetzt hat. Demnach muss nun beim Einkaufen, beim Fahren mit Bus und Bahn oder in Gottesdiensten zwingend eine medizinische Schutzmaske getragen werden. Alltagsmasken, also aus Stoff genähte Mund-Nasen-Bedeckungen oder Schals und Halstücher, sind in diesen Bereichen nicht mehr erlaubt. 

Strenge Maskenpflicht: Aus Sicht von Experten gibt es keine Alternative

Anders als in Bayern sind in Hamburg aber nicht nur die vergleichsweise teuren FFP2-Masken vorgeschrieben. Auch die deutlich günstigeren und weit verbreiteten sogenannten OP-Masken können verwendet werden. Die häufig individuell gestalteten und waschbaren Alltagsmasken aus Stoff, wie sie mit der Abstandsregel propagiert und auch von vielen Hamburger Unternehmen und Behörden ausgegeben wurden, können Bürger künftig nur noch auf der Straße oder in privaten Räumen tragen.

Die Polizei passt auf: Seit Freitag gilt in Hamburg eine strenge Maskenpflicht in den Bussen und Bahnen. (24hamburg.de-Montage)

Auch in den Hamburger Schulen gilt bereits seit dem 5. November des vergangenen Jahres eine Maskenpflicht. Bislang mussten alle Lehrer und Schüler ab Klassenstufe 5 im Unterricht eine Maske tragen. Zwar ist die Präsenzpflicht an den Einrichtungen momentan bis Mitte November ausgesetzt, dennoch wird auch im verlängerten Lockdown eine Notbetreuung aufrechterhalten. Um die Lehrkräfte vor dem hohen Infektionsgeschehen zu schützen, hatte die Stadt zum Jahreswechsel insgesamt 350.000 FFP2-Masken kostenlos an die Schulen ausgeteilt. Dennoch gibt es auch an den Schulen hin und wieder renitente Maskenverweigerer, wie man an zahlreichen Beschwerden und Diskussionen auf dem Deutschen Schulportal nachlesen kann.

Mit der nun verschärften Maskenpflicht reagiert der Senat auf ein weiterhin ungebrochen hohes Corona-Infektionsgeschehen. Sorge bereiten vor allem neue Virusmutationen, die in den kommenden Wochen die Zahl der Neuinfektionen noch einmal nach oben schnellen lassen könnten. Laut Expertenmeinungen schützen die medizinischen Masken deutlich besser vor einer Ansteckung, weswegen Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) eindringlich zur Einhaltung der neuen Regeln aufrief. Das Tragen solcher Masken sei „sehr zu empfehlen“, hatte er nach einer Senatssondersitzung gesagt.

Lockdown in Hamburg: Senat kündigt harte Kontrollen an

Die Senatsinnenverwaltung und die Polizei haben ihrerseits bereits angekündigt, verstärkt auf die Einhaltung der Maskenpflicht zu achten. Viele Leute seien von Regelbrechern genervt, hatte Innensenator Andy Grote (SPD) zu Wochenbeginn gesagt und zugleich zusammen mit Polizeipräsident Ralf-Martin Meyer viele Kontrollen versprochen. Zwar räumt der Senat in seiner aktuellen Verordnung noch eine kleine Übergangsfrist ein. Damit alle Bürger ausreichend Zeit haben, sich die vorgeschriebenen Masken in Apotheken und Drogerien zu besorgen, sollen Verstöße gegen die Maskenpflicht erst ab dem 1. Februar geahndet werden. Doch wer dann ohne FFP2-Schutz in der U-Bahn erwischt wird, der muss ein Bußgeld von 150 Euro bezahlen.

Für die Ahndung der Corona-Regelverstöße hatte der Senat bereits im vergangenen Sommer eine eigene Verordnung erlassen. Daraus hat sich mittlerweile ein erträgliches Geschäft entwickelt: So nahm das Ordnungsamt 2020 nach eigenen Angaben insgesamt 1,5 Millionen Euro an Bußgeldern ein. Zwar geht der Großteil davon auf das Konto von Menschen, die den Mindestabstand nicht eingehalten haben. Aber auf Platz zwei haben es schon die Maskenverweigerer geschafft, die hierzulande mit einer Strafe von 150 Euro aber noch vergleichbar günstig davon kommen. So müssen die Regelbrecher in Rom bis zu 400 Euro bezahlen, wenn sie von der Polizei erwischt werden. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa/picture alliance & Christian Charisius/dpa/picture alliance

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