Veranstalter bleibt optimistisch

Coronavirus versus Hamburg-Marathon 2020: Diese Gründe sprechen gegen eine vorschnelle Absage

  • Nicolai Hackbart
    vonNicolai Hackbart
    schließen

Viele Veranstaltungen in Hamburg stehen auf der Kippe oder sind längst abgesagt. Ganz anders sieht das der Manager des Hamburger Marathons. Er bleibt trotz Coronavirus zuversichtlich.

  • Der Termin für den diesjährigen Hamburg-Marathon steht auf wackeligen Beinen.
  • Doch der Veranstaltungs-Chef will dem Coronavirus trotzen.
  • Diese Gründe sprechen für die Großveranstaltung in Hamburg.

Hamburg - Der Haspa Marathon ist seit Jahren eine feste Institution im Hamburger Veranstaltungskalender. Auch 2020 sollte der Marathon in gewohnter Weise stattfinden. Der eigentliche Termin am 19. April war aufgrund des Coronavirus natürlich nicht mehr zu machen. Das Veranstaltungsteam hat sich aber nicht unterkriegen lassen und will den Marathon am Ausweichtermin, dem 13. September, nach wie vor austragen.

Hamburg-Marathon 2020: Trotz Coronavirus optimistisch - Veranstaltungs-Genehmigung liegt vor

Vielen Veranstaltungen wurde das Coronavirus und die damit einhergehenden Maßnahmen schon zum Verhängnis. Events wie etwa der Frühlingsdom, die Osterfeuer und der Hafengeburtstag wurden vollkommen abgesagt. Andere Veranstalter wie bei der Kieler Woche, den Harley Days oder dem Ironman haben bereits einen Ausweichtermin gefunden oder sind noch auf der Suche nach solchem.

Gut aufgestellt ist in diesem Hinblick der Veranstalter des Hamburg-Marathons. Am 13. September soll der eigentlich für den April geplante Lauf in Hamburg stattfinden. Der Ersatztermin findet damit nur zwei Wochen nach dem bisherigen Ende des allgemeinen Veranstaltungsverbotes bis Ende August statt. Bis dahin sind alle Veranstaltungen über 1.000 Teilnehmer generell untersagt.

Erst am Wochenende zeigte sich der Veranstaltungs-Chef Frank Thaleiser zu diesem Termin gelassen gegenüber runnersworld.de: „Wir sind optimistisch. Wir haben eine Veranstaltungsgenehmigung für den 13. September.“ Alles stehe und falle natürlich mit der Entscheidung des Gesundheitsamtes in Hamburg, betont Frank Thaleiser. Deshalb wollen die Veranstalter erst Anfang August eine endgültige Entscheidung treffen.

#runyourownblueline: Online-Aufruf zum Hamburger Marathon trotz Coronavirus

Mut gemacht haben die Hamburg-Marathon-Veranstalter schon zum ursprünglichen Termin am 19. April. An diesem Tag startete das Marathon-Team eine Online-Challenge unter dem Motto und Hashtag #runyourownblueline. Jeder der wollte, konnte trotz Coronavirus seinen eigenen Lauf in Hamburg machen und sich im Anschluss eine Urkunde auf der Veranstaltungs-Webseite herunterladen.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

RACEDAY - #runyourownblueline 💙 Heute ist euer großer Tag. Anders als geplant, bestimmt mit etwas Wehmut – aber nicht weniger besonders. Denn wir machen das Beste daraus! Jede/r für sich und alle in Gedanken zusammen.🏃‍♀️🏃‍♂️ Egal, wann, wo, wie lange ihr heute lauft: Wir rocken das Ding! Haltet euch bitte an die Spielregeln – und lasst uns gemeinsam ein außergewöhnliches Kapitel in der Geschichte des Haspa Marathon Hamburg schreiben. ⚓️🙌 #runyourownblueline #runtheblueline #hamburgmarathon #haspamarathonhamburg . . RACEDAY - #runyourownblueline 💙 Today is your big day. Different than planned, certainly with some melancholy - but no less special. Because we make the best of it! Each for himself and all together in thought.🏃‍♀️🏃‍♂️ No matter when, where, how long you run today: We're gonna rock this thing! Please stick to the current regulations - and let us together write an very special chapter in the history of the Haspa Marathon Hamburg.⚓️🙌

A post shared by Haspa Marathon Hamburg (@haspamarathonhamburg) on

Laut Chef-Veranstalter Frank Thaleiser ist diese Aktion sehr gut bei den Interessierten angekommen. „Unsere online angebotene Urkunde hatte 3.000 Downloads! Und das war sicher nicht einmal die Hälfte derer, die gelaufen sind“, sagte Thaleiser gegenüber runnersworld.de. Über die Sozialen Netzwerke hätte das Team des Hamburg-Marathons über 100.000 Kontakte erreicht.

Darum sollte der Haspa Marathon 2020 stattfinden - Gute Gründe gegen eine Coronavirus-Absage

Im Interview mit runnersworld.de wird Frank Thaleiser auch mit der Entscheidung des Berliner Marathons konfrontiert. In Berlin wurde die Veranstaltung für 2020 aufgrund des Coronavirus komplett abgesagt. Der Hamburger Veranstaltungs-Chef will Berlin aber nicht mit der Hansestadt vergleichen. „Der Berlin-Marathon ist gewissermaßen wie das Oktoberfest unter den deutschen Laufveranstaltungen.“

Außerdem kommt dem Hamburger Haspa Marathon der regionalere Charakter zum Guten. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer könnten am Veranstaltungstag selbstständig an- und wieder abreisen. Im Vergleich dazu seien in Berlin sehr viele Teilnehmer von Hotels abhängig, die wahrscheinlich bis September geschlossen bleiben.

Außerdem sei noch die Frage zu klären, mit welcher Methode beim Hamburg-Marathon 2020 die Anzahl der Teilnehmer gezählt wird. Zählten dort auch die Zuschauer dazu? Dazu erwidert Marathon-Chef Frank Thaleiser: „Am 19. April, unserem eigentlichen Marathondatum, waren 10.000 Menschen an der Alster unterwegs, mindestens – ohne, dass unser Marathon stattgefunden hat!“ Einen Ausschluss der Öffentlichkeit kann sich der Veranstalter im gleichen Zug nicht vorstellen.

Als letztes Argument für eine Veranstaltung im September sieht Frank Thaleiser die aktuellen Lockerungs-Diskussionen für Touristen in Österreich und Schleswig-Holstein: „Wenn man an der Ostsee im Sommer zwanzigtausend Leute an den Strand lässt, warum dann eben nicht auch einen Marathon im öffentlichen Raum veranstalten?“

Zielgerade des Hamburg Marathons 2018

Coronavirus ändert Pläne für Hamburg Marathon: „Es wird nicht so sein wie sonst“

Veranstaltungs-Chef Frank Thaleiser ist guter Dinge und bekräftigt in dem Interview, dass die Planung für den Ersatztermin in vollem Gang ist. Dabei verrät er jetzt schon, dass der Marathon nicht wie in den Jahren zuvor stattfinden wird. „Wir arbeiten gerade an der Strecke, am Start-Ziel-Bereich und an hundert anderen Dingen.“ Alles scheint aktuell noch offenzustehen. Für den Start-Ziel-Bereich etwa wäre noch die Frage zu klären, welche Messeveranstaltungen um den 13. September stattfinden, da dieser Bereich bisher immer direkt vor dem Messegelände platziert war.

Eine andere große Herausforderung sei in diesem Jahr die Planung mit den beteiligten Unternehmen. Vor allem die Veranstaltungsbranche treffe die Coronavirus-Pandemie stark, wie Frank Thaleiser deutlich macht. So sei aktuell noch nicht abzusehen, welche Unternehmer es bis zum Herbst finanziell durchhalten und für den Haspa Marathon verfügbar sein können.

Wie stark die Veranstalter von den Teilnehmerbeträgen abhängig seien, betont Frank Thaleiser: „Wir sammeln Geld ein von den Teilnehmern, um zwölf Monate später eine Veranstaltung zu machen.“ Würden jetzt alle Teilnehmer ihr Geld zurückhaben wollen, würde das „kein Veranstalter“ verkraften. Selbst, wenn nicht alle Angemeldeten am Hamburg-Marathon 2020 teilnehmen könnten, wirbt der Veranstalter um die Solidarität der Teilnehmer. Eine Gutschein-Lösung, dass eine nicht mögliche Startnummer im nächsten Jahr kostenlos teilnehmen kann, würde große Verluste für die nächste Veranstaltung bedeuten. Daneben sei eine staatliche Coronavirus-Hilfe für dieses Jahr noch unsicher.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare