Linke fordert Vergünstigungen

Corona in Hamburg: Ab sofort – neue Maskenpflicht im HVV

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
    schließen

Ohne FFP2-Maske geht seit Freitag nichts mehr in Bussen und Bahnen: In Hamburg treten die neuen Corona-Regeln in Kraft – die Fahrgäste müssen reichlich blechen.

  • Die Entscheidung ist gefallen: Bund und Länder verlängern und verschärfen den Lockdown bis zum 14. Februar.
  • In Bussen und Bahnen und beim Einkaufen gilt seit Freitag, 22. Januar, eine neue Maskenpflicht.
  • Die Linke fordert kostenlose Masken für alle.

Update von Freitag, 21. Januar 2021, 14.12 Uhr: Hamburg – Nach dem Inkrafttreten der neuen Corona-Maskenpflicht in Hamburg haben die Linken in der Hamburger Bürgerschaft jetzt die kostenlose Verteilung an alle Bürger eingefordert. Der Senat solle dem Beispiel Bremens folgen und FFP2-Masken unentgeltlich spendieren. „Alles andere wäre sozialpolitisch unverantwortlich“, sagte die sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Stephanie Rose, am Freitag der Deutschen Presseagentur (dpa).

  • Das ist erlaubt: Medizinische Masken!
  • Dazu zählen: OP-Masken, KN95-Masken, N95-Masken und FFP2-Masken.
  • Die verschärfte Maskenpflicht gilt: Im Bus, in U-Bahnen, in S-Bahnen, auf HVV-Fährschiffen, an den Haltestellen.
  • Das gilt nicht mehr: Behelfsmasken, Stoffmasken, Schals.

Seit Freitag ist das Tragen von medizinischen OP- oder FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen in der Hansestadt zwingend vorgeschrieben. Der Senat setzte mit der Maßnahme den Beschluss der Bund-Länder-Konferenz zur Eindämmung der Corona-Pandemie um. Das Tragen von Alltagsmasken oder Schals reicht in Bussen und Bahnen nicht mehr aus. Doch nach Ansicht der Linksfraktion sollte die medizinische Maskenpflicht nicht zu einer sozialen Ausgrenzung von Menschen mit niedrigen Einkommen führen. Die Behörden müssten sicherstellen, dass Geringverdienende, Hartz-IV-Empfänger, Obdachlose und Geflüchtete weiterhin für ihren täglichen Bedarf einkaufen und den ÖPNV nutzen können, hieß es.

Maskenpflicht im Nahverkehr: Für Verstöße gilt eine Übergangsfrist

Update von Donnerstag, 21. Januar 2021, 7.49 Uhr: Hamburg – Bereits ab Freitag müssen sich die Hamburger auf eine verschärfte Maskenpflicht einstellen. Sowohl Einkaufen als auch das Fahren mit Bus und Bahn ist dann nur noch mit sogenannten OP- oder FFP2-Masken erlaubt. Stoffmasken oder Schals reichen dann nicht mehr aus. Die Regelung solle so schnell wie möglich in Kraft gesetzt werden, betonte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) nach einer Senatssondersitzung, auf der die Bund-Länder-Beschlüsse umgesetzt worden waren. Demnach gilt die neue Maskenpflicht auch bei Gottesdiensten, Behördengängen und Gesundheitsbehandlungen.

Den Angaben zufolge gilt zunächst aber eine Art Übergangsfrist. So sollen Verstöße erst ab dem 1. Februar mit einem Corona-Bußgeld geahndet werden. So sollen die Bürger ausreichend Zeit bekommen, um sich die neuen medizinischen Schutzmasken zu besorgen. Tschentscher appellierte aber, die Übergangsfrist nicht leichtfertig auszureizen. „Es können alle Bürger auch schon ab sofort diese Masken tragen. Es ist sehr zu empfehlen“, sagte Tschentscher. Laut Expertenmeinung schützen die medizinischen Masken besser vor einer Corona-Ansteckung.

Corona in Hamburg: Neue Maskenpflicht aus Angs vor Virusmutationen

Erstmeldung von Mittwoch, 20. Januar 2021, 12.35 Uhr: Hamburg – Keine Schals mehr, dafür nur noch FFP2-Masken: Hamburg fasst die Corona-Regeln im Personennahverkehr und beim Einkaufen strenger. So dürfen Fahrgäste nur noch die Busse und Bahnen in der Hansestadt benutzen, wenn sie eine medizinische Schutzmaske tragen. Gleiches gilt für das Einkaufen. Das haben die Ministerpräsidenten der Länder bei ihren Beratungen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschlossen. Man habe sich zu der Maßnahme entschlossen, weil die medizinischen Masken einen besseren Schutz böten als die herkömmlichen Mund-Nasen-Bedeckungen aus Stoff, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) im Anschluss an die Beratungen. Anders bekomme man das hohe Infektionsgeschehen nicht in den Griff. Bei vielen Fahrgästen löste die Ankündigung großen Unmut aus.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Hamburg folgt damit wie alle anderen Bundesländer auch dem Vorbild Bayerns. Dort war die Tragepflicht von medizinischen Masken* bereits am vergangenen Montag verpflichtend eingeführt worden. Nun soll die Maßnahme im gesamten Bundesgebiet ausgerollt werden – auf diesen Punkt hatten sich die Ministerpräsidenten bei ihren stundenlangen Beratungen trotz vieler anderer Streitpunkte schnell verständigen können. Die Regierungschefs eint die Sorge, dass das ohnehin hohe Infektionsgeschehen in Deutschland durch neu auftretende Virusmutationen in den kommenden Wochen unkontrollierbar ausbrechen könnte.

Maskenpflicht im HVV: Kommt jetzt der Ansturm auf Apotheken?

Als einen Hotspot haben die Ministerpräsidenten dabei den öffentlichen Nahverkehr ausgemacht. „Hamburgs Busse und Bahnen sind einfach zu voll“, warnte Tschentscher. Wenn man die Pandemie in den Griff bekommen wolle, dann müsse die „berufsbedingte Mobilität“ weiter eingeschränkt werden. Private Kontakte seien bereits auf ein Minimum reduziert. Nun bliebe nur noch der öffentliche Teil. Die Ministerpräsidenten koppelten die strenge Maskenpflicht deshalb auch an den Aufruf an die Arbeitgeber, den Beschäftigten mehr Homeoffice-Lösungen anzubieten.

In Hamburgs S-Bahnen gilt eine strenge Maskenpflicht: Darauf hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten geeinigt. (24hamburg.de-Montage)

Nicht in allen Jobs ist aber die Arbeit von zuhause möglich. Deshalb soll nun die strengere Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften zusätzlich bei der Eindämmung der Pandemie helfen. Die konkrete Umsetzung muss der Hamburger Senat allerdings noch am Mittwoch in einer Sondersitzung festlegen. Unklar ist noch, ab wann genau die Maßnahme gilt und ob etwa sozial schwächere Menschen die im Vergleich teureren Mund-Nasen-Bedeckungen nach dem FFP2- oder KN95-Standard – so wie in Bayern praktiziert – gestellt bekommen können.

Eine Sorge müssen sich die Fahrgäste der Hamburger Verkehrsbetriebe (HVV) und die Kunden von Supermärkten aber wohl nicht machen: Dass es zu einem totalen Ausverkauf der FFP2-Masken kommt. Zwar verzeichneten viele Apotheken und Drogerien bereits nach der Ankündigung der neuen Maskenpflicht in Bayern einen Ansturm und in einigen Filialen auch einen Engpass. Doch der langfristige Nachschub an dem Schutzmaterial soll in Hamburg gesichert sein, versicherten mehrere Branchenverbände am Mittwoch übereinstimmend. Eine gesamte Versorgung der Bevölkerung sei über die Lockdown-Zeit möglich, versicherte der Präsident der Apothekenkammer Hamburg, Kai-Peter Siemens, dem Hamburger Abendblatt. Demnach sollen die großen Pharmahersteller über einen ausreichenden Lagerbestand verfügen.

Maskenpflicht in Hamburg: Experten halten Verschärfung für sinnvoll

Beziehen können die Hamburger die Masken in Apotheken, in Drogerien, bei Einzelhändlern oder aber auch im Internet. Die Masken gibt es in günstigen Varianten bereits ab 90 Cent, im Handel kosten sie meistens aber mehr als zwei Euro. Wichtig beim Kauf: Kunden sollten unbedingt darauf achten, dass die FFP2-Masken eine sogenannte CE-Kennzeichnung haben, der immer eine vierstellige Nummer folgt. Daneben braucht es zwingend einen Hinweis auf die Schutzklasse, also FFP2 oder FFP3. Zudem sind Herstellerangaben und die Angabe der europäischen Norm EN 149 ein absolutes Muss. Von schnellen Internetkäufen jedenfalls wird abgeraten, sonst könnten die Kunden ein ähnlich böses Erwachen erleben wie kürzlich eine Frau aus Heidelberg*.

Viele Hamburger halten die Neuanschaffung der Masken für eine Zumutung. Der Hashtag #masken lag am Mittwoch weit oben in den Twitter-Trends. Nutzer beschwerten sich dabei vor allem über die anfallenden Kosten. Nur vereinzelt mischten sich auch Stimmen von Befürwortern in die Diskussion. So schrieb etwa @cartmenser, es sei gut die Masken zu wechseln. „Wir sollten nämlich Corona, Step by Step, im ewigen Lockdown bekämpfen.“

Aus Sicht von Experten ist das Tragen von medizinischen Masken ohnehin alternativlos. „Natürlich ist eine FFP2-Maske deutlich sicherer als ein Mund-Nasen-Schutz, der oft auch nur sehr locker getragen wird“, sagte etwa kürzlich der Virologe Alexander Kekulé. Die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken sei grundsätzlich sinnvoll. Gerade, wenn in öffentlichen Verkehrsmitteln die Menschen sich auf engstem Raum drängeln würden. Mit der Nutzung einer FFP2-Maske sinke das Risiko einer Infektion deutlich, zumindest wenn die Maske richtig getragen und gereinigt* werden würde. Ähnlich hatte sich zuvor auch schon der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit geäußert. * 24hamburg.de, heidelberg24.de und mannheim24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa/picture alliance & Markus Scholz/dpa/picture alliance

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare