1. 24hamburg
  2. Hamburg

Coronavirus: Party und Maniküre bleiben verboten – Hamburg beschließt weitere Lockerungen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Enno Eidens

Kommentare

In der Hafenstadt heißt es Warten. Der Senat will weitere Lockerungen der Coronavirus-Maßnahmen erst für den kommenden Mittwoch beschließen.

Hamburg – Am Mittwochabend war es so weit: Angela Merkel hatte mit den Regierungschefs der Länder über weitere Lockerungen der Coronavirus-Maßnahmen beraten. Entschieden wurde, dass die allgemeinen Kontaktbeschränkungen noch bis mindestens zum 5. Juni gelten sollen. Viele weitere Entscheidungen sollen die Länder und Kommunen selber treffen. Die Hamburger Behörden planen nun gemeinsam mit dem Senat, welche Maßnahmen am Mittwoch, 13. Mai in Hamburg in Kraft treten sollen. Damit lässt sich Hamburg knapp eine Woche Zeit.

Hamburg lockert viele Coronavirus-Maßnahmen erst nächste Woche

Schon in dieser Woche hat sich in Hamburg einiges geändert. Seit Mittwoch dürfen Kinder wieder auf die Spielplätze und seit Donnerstag öffnen auch die Museen in Hamburg wieder. Sport im Freien ist wieder erlaubt und auch Zoos dürfen seit Mittwoch wieder besucht werden. Bei all diesen Aktivitäten gelten natürlich spezielle Coronavirus-Auflagen. Alle haben dabei den Mindestabstand von 1,50 Metern gemeinsam. Im Tierpark Hagenbeck lief das am Mittwoch wohl schon so gut, dass der Zoo die maximal erlaubte Besucherzahl direkt auf 2.000 verdoppelt hat, berichtet mopo.de.

Ebenfalls wieder erlaubt sind Gottesdienste sowie Veranstaltungen von anderen Weltanschauungsgemeinden. Gelockert wird auch die Möglichkeit des Besuchs in Kliniken, Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen. Wiederkehrender Besuch durch bestimme Personen soll erlaubt werden. Eine wichtige Lockerung für alle Fans von Hamburger SV und FC St. Pauli wurde auch beschlossen: Die Fußballbundesliga darf ab dem 15. Mai wieder starten.

Gastronomie in Hamburg öffnet - Festivals und Maniküre bleiben verboten

Klar ist, was nicht kommen wird. Großveranstaltungen wie Volksfeste, große Konzerte und Festivals und Stadtfeste bleiben verboten. Viele Hamburger Veranstalter haben diese bereits abgesagt oder aufgeschoben. Auch die Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum bleiben bestehen, wenn auch es hier zu kleineren Lockerungen kommen wird, so der Beschluss von Bund und Ländern am Mittwoch. Partys bleiben verboten! Bis auf Friseure bleiben auch Betriebe im Bereich der Körperpflege geschlossen. 

Bei der Gastronomie, die aktuell nur im Abhol- oder Lieferbetrieb arbeiten darf (Ausnahme: nicht-öffentlich zugängliche Kantinen), kommen Änderungen auf Hamburg zu. Laut Berichten von NDR 90,3 soll die Außengastronomie in Hamburg am kommenden Mittwoch, 13. Mai wieder öffnen dürfen.

Angela Merkel steht links in einem roten Sakko, Tschentscher rechts in grauem Anzug. Beide halten Papiere in der hand.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher nach der Besprechung am Mittwoch. © Michael Sohn/picture alliance/AP/POOL/dpa

Viele weitere Coronavirus-Lockerungen stehen allerdings noch aus und werden sehnsüchtig erwartet. Oft ist auch die Verwirrung groß, zum Beispiel beim Thema Schule. So wurden die Abiturprüfungen unter Protest durchgeführt. Am Mittwochabend hat Schulsenator Ties Rabe (SPD) erklärt, dass man nach den Maiferien am 25. Mai allen Klassenstufen, die bisher nicht zur Schule gehen können, mindestens einen Unterrichtstag in den Schulen ermöglichen will. Bisher war der Präsenzunterricht nur den folgenden Schülern erlaubt: 

Bund und Länder können die Lockerungen wieder zurücknehmen

All diese Lockerungen der Coronavirus-Maßnahmen sind mit Vorsicht zu genießen. Bund und Länder orientieren sich an einer Obergrenze der Infektionszahlen. Ist diese überschritten, können wieder härtere Maßnahmen durchgesetzt werden. Diese Grenze liegt bei 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Aktuelle Zahlen für Hamburg erreichen diese Grenze nicht. 

Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité warnt vor einer unvorsichtigen Öffnung von Schulen. In seinem Podcast beim NDR-Inforadio spricht er über eine Studie aus Frankreich, die den Ausbruch des Coronavirus an einem Gymnasium rückblickend verfolgt. Dort hätten sich laut Studie in fünf Wochen 38,3 Prozent der Schüler und 43,4 Prozent der Lehrer infiziert. Dies könne man laut Drosten allerdings nicht mit der schrittweisen Öffnung wie sie in Deutschland aktuell geschieht, vergleichen. Dennoch mahnt er an, sich an wichtige Hygienemaßnahmen wie Masken, Abstand, ausgedünnte Jahrgänge und zeitlich versetzten Präsenzunterricht zu halten. 

Auch an den Plänen der Deutschen Fußball Liga (DFL) gibt es viel Kritik. Die Ultras-Fanszene hält die Debatte um Geisterspiele, die nun erlaubt wurden, für nebensächlich und kritisiert andere Punkte vehement

Auch interessant

Kommentare