Virus ist Ländersache

Coronavirus: Party und Maniküre bleiben verboten – Hamburg beschließt weitere Lockerungen

  • Enno Eidens
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In der Hafenstadt heißt es Warten. Der Senat will weitere Lockerungen der Coronavirus-Maßnahmen erst für den kommenden Mittwoch beschließen.

  • Am Mittwoch, 6. Mai beschlossen Bund und Länder weitreichende Lockerungen der Coronavirus-Maßnahmen.
  • Das leicht gelockerte Kontaktverbot gilt dennoch weiterhin bis mindestens zum 5. Juni.
  • In Hamburg kommen weitere Lockerungen erst nächste Woche.

Hamburg – Am Mittwochabend war es so weit: Angela Merkel hatte mit den Regierungschefs der Länder über weitere Lockerungen der Coronavirus-Maßnahmen beraten. Entschieden wurde, dass die allgemeinen Kontaktbeschränkungen noch bis mindestens zum 5. Juni gelten sollen. Viele weitere Entscheidungen sollen die Länder und Kommunen selber treffen. Die Hamburger Behörden planen nun gemeinsam mit dem Senat, welche Maßnahmen am Mittwoch, 13. Mai in Hamburg in Kraft treten sollen. Damit lässt sich Hamburg knapp eine Woche Zeit.

Hamburg lockert viele Coronavirus-Maßnahmen erst nächste Woche

Schon in dieser Woche hat sich in Hamburg einiges geändert. Seit Mittwoch dürfen Kinder wieder auf die Spielplätze und seit Donnerstag öffnen auch die Museen in Hamburg wieder. Sport im Freien ist wieder erlaubt und auch Zoos dürfen seit Mittwoch wieder besucht werden. Bei all diesen Aktivitäten gelten natürlich spezielle Coronavirus-Auflagen. Alle haben dabei den Mindestabstand von 1,50 Metern gemeinsam. Im Tierpark Hagenbeck lief das am Mittwoch wohl schon so gut, dass der Zoo die maximal erlaubte Besucherzahl direkt auf 2.000 verdoppelt hat, berichtet mopo.de.

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Endlich wieder geöffnet! 😊 Der Tierpark hat heute von 9.00 - 18.00 Uhr geöffnet. Wir freuen uns auf euch, möchten euch aber bitten vor lauter Freude nicht alle am 1. Tag zu uns zu stürmen 😉 Aufgrund der Corona-Einschränkungen können leider nicht alle Angebote im Tierpark genutzt werden. Bis auf die Sumatra Orang-Utans und Antarktischen Pinguine und die Seevögel sind dennoch alle Tiere zu sehen. Neben den Hygiene- und Abstandsvorschriften sind für den Besuch bei Hagenbeck folgende Punkte wichtig: 🌿 Da wir alle Personen zählen müssen, muss sich jeder Besucher an der Kasse anstellen. Dies gilt auch für Jahreskartenbesitzer, Kinder unter vier Jahren und Medienvertreter mit Presseausweis. Diese Besucher bekommen an der Kasse ein Gratis-Ticket ausgehändigt. 🌿Es können sowohl der Haupteingang als auch der Eingang am Gazellenkamp als Ein- und Ausgang genutzt werden. 🌿Zeitgleich dürfen sich maximal 1.000 Besucher im Tierpark aufhalten. An den Kassen kann es daher zu Wartezeiten kommen. Es werden erst wieder Personen eingelassen, wenn die 1.000er-Marke unterschritten wurde. 🌿Das Tropen-Aquarium, die Tierhäuser, der Abenteuerspielplatz, die Shops, das Streichelgehege, das Restaurant Flamingo Lodge, die Märchenbahn, der Bollerwagenverleih und der Gäste-Service bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Eine Verlängerung oder Kauf der Hagenbeck-Jahreskarte ist derzeit nicht möglich. 🌿Es finden keine Schaufütterungen und Führungen statt. 🌿Es wird empfohlen, einen Mund- und Nasenschutz während des Tierparkbesuches zu tragen. 🌿Beim Kauf von Speisen und Getränken an den Imbissen ist ein Mund-Nasenschutz Pflicht. Das Verzehren der Speisen und Getränke ist in einem Umkreis von 50 Metern nicht gestattet. Die Rasenflächen können für ein mitgebrachtes Picknick genutzt werden, sofern die Personen einer häuslichen Gemeinschaft angehören. 🌿Zusätzliches Personal vor Ort sowie eine zusätzliche Beschilderung weisen auf die aktuellen Verhaltensregeln hin. Foto: Lutz Schnier #hagenbeck #hamburg #hamburgstierischesoriginal #tiere #tierpark #tierpark_hagenbeck #zoo #wirsindwiederda #wiedereröffnung #kamtschatkabär

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Ebenfalls wieder erlaubt sind Gottesdienste sowie Veranstaltungen von anderen Weltanschauungsgemeinden. Gelockert wird auch die Möglichkeit des Besuchs in Kliniken, Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen. Wiederkehrender Besuch durch bestimme Personen soll erlaubt werden. Eine wichtige Lockerung für alle Fans von Hamburger SV und FC St. Pauli wurde auch beschlossen: Die Fußballbundesliga darf ab dem 15. Mai wieder starten.

Gastronomie in Hamburg öffnet - Festivals und Maniküre bleiben verboten

Klar ist, was nicht kommen wird. Großveranstaltungen wie Volksfeste, große Konzerte und Festivals und Stadtfeste bleiben verboten. Viele Hamburger Veranstalter haben diese bereits abgesagt oder aufgeschoben. Auch die Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum bleiben bestehen, wenn auch es hier zu kleineren Lockerungen kommen wird, so der Beschluss von Bund und Ländern am Mittwoch. Partys bleiben verboten! Bis auf Friseure bleiben auch Betriebe im Bereich der Körperpflege geschlossen. 

Bei der Gastronomie, die aktuell nur im Abhol- oder Lieferbetrieb arbeiten darf (Ausnahme: nicht-öffentlich zugängliche Kantinen), kommen Änderungen auf Hamburg zu. Laut Berichten von NDR 90,3 soll die Außengastronomie in Hamburg am kommenden Mittwoch, 13. Mai wieder öffnen dürfen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher nach der Besprechung am Mittwoch.

Viele weitere Coronavirus-Lockerungen stehen allerdings noch aus und werden sehnsüchtig erwartet. Oft ist auch die Verwirrung groß, zum Beispiel beim Thema Schule. So wurden die Abiturprüfungen unter Protest durchgeführt. Am Mittwochabend hat Schulsenator Ties Rabe (SPD) erklärt, dass man nach den Maiferien am 25. Mai allen Klassenstufen, die bisher nicht zur Schule gehen können, mindestens einen Unterrichtstag in den Schulen ermöglichen will. Bisher war der Präsenzunterricht nur den folgenden Schülern erlaubt: 

  • Schüler der Klassenstufen 6, 10, 11 und 12 der Gymnasien
  • Schüler der Klassenstufen 9, 10, 12 und 13 der Stadtteilschulen
  • Schüler der vierten Klassen der Grundschulen
  • Schülerinnen und Schüler der Sonderschulen und Berufsschulen

Bund und Länder können die Lockerungen wieder zurücknehmen

All diese Lockerungen der Coronavirus-Maßnahmen sind mit Vorsicht zu genießen. Bund und Länder orientieren sich an einer Obergrenze der Infektionszahlen. Ist diese überschritten, können wieder härtere Maßnahmen durchgesetzt werden. Diese Grenze liegt bei 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Aktuelle Zahlen für Hamburg erreichen diese Grenze nicht. 

Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité warnt vor einer unvorsichtigen Öffnung von Schulen. In seinem Podcast beim NDR-Inforadio spricht er über eine Studie aus Frankreich, die den Ausbruch des Coronavirus an einem Gymnasium rückblickend verfolgt. Dort hätten sich laut Studie in fünf Wochen 38,3 Prozent der Schüler und 43,4 Prozent der Lehrer infiziert. Dies könne man laut Drosten allerdings nicht mit der schrittweisen Öffnung wie sie in Deutschland aktuell geschieht, vergleichen. Dennoch mahnt er an, sich an wichtige Hygienemaßnahmen wie Masken, Abstand, ausgedünnte Jahrgänge und zeitlich versetzten Präsenzunterricht zu halten. 

Auch an den Plänen der Deutschen Fußball Liga (DFL) gibt es viel Kritik. Die Ultras-Fanszene hält die Debatte um Geisterspiele, die nun erlaubt wurden, für nebensächlich und kritisiert andere Punkte vehement

Rubriklistenbild: © Michael Sohn/picture alliance/AP/POOL/dpa

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