Happy End

1000 Euro Strafe wegen Balkon-Konzert – Star-Anwalt kämpft für Band „Seemannstochter“

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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1000 Euro Strafe sollten die Band „Seemanstochter“ wegen Coronavirus-Verstößen blechen. Eigentlich wollten Julia Böttcher (39) und Coco Düppers (31) mit ihrem Balkon-Konzert am Hafen nur Spenden sammeln, doch dann beendete die Polizei den Auftritt. Ein Star-Anwalt half dem musikalischen Duo.

  • Das Hamburger Duo „Seemannstochter“ gab am Ostersonntag ein Balkon-Konzert am Hafen in Hamburg.
  • Die Polizei Hamburg beendete das Balkon-Konzert wegen Coronavirus-Verstößen.
  • 1000 Euro Strafe drohte der Band - ein Star-Anwalt konnte sie retten.

Update vom 18. Juni, 16:01 Uhr: Hamburg - Das Bußgeldverfahren gegen die Hamburger Band „Seemannstochter“ wurde eingestellt - das berichtet die Mopo. Die Band sollte ursprünglich 1000 Euro Strafe für ein verbotenes Balkon-Konzert im Hamburger Hafen zahlen.

Jetzt verkündet die Band glücklich, dass sie sich dem Verfahren entziehen konnte. Der Band-Manager Ole Andresen erzählt gegenüber der Mopo: „Als der Bescheid kam, haben wir über Facebook bei unseren Fans nachgefragt, ob dort ein Anwalt bereit wäre, uns zu helfen“. Daraufhin habe sich ein Jurist bei der Band gemeldet: der Star-Anwalt Stephan Mathé. Er habe ein Gutachten geschrieben, in dem er klarstellte, dass die Band keine Schuld an der Menschenansammlung trage - denn am Fährleger im würden sich immer viele Menschen aufhalten. Das berichtet der Focus.

Die Stadt Hamburg zeigte Einsicht und die frohe Botschaft erreichte die Band dann am 6. Juni - das Bußgeldverfahren wurde eingestellt. Jetzt kann die Band einen Haken hinter die Sache setzen und weiter in die Zukunft blicken. „Die 1000 Euro fließen in den nächsten Online-Gig“, meint Ole Andresen.

Das wird teuer: Band Seemannstochter muss für verbotenes Balkon-Konzert blechen

Update vom 11. Mai, 12:50 Uhr: Am Ostersonntag gab die Band „Seemannstochter“ ein Balkon-Konzert am Hamburger Hafen. Das wurde jedoch aufgrund nicht eingehaltener Coronavirus-Kontaktbeschränkungen durch die Polizei beendet. Dass die Aktion ein weiteres Nachspiel haben wird, hat wohl niemand der Bandmitglieder erwartet. Doch da lagen sie falsch: Rund 1000 Euro Strafe sollen die Musikerinnen nun zahlen.

„Ich hatte geglaubt, es würde bei einer Verwarnung bleiben“, sagt Ole Andresen gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Der Bandmanager ist empört über die hohe Rechnung, die bei ihm im Briefkasten lag. „Wir fühlen uns ungerecht behandelt“. Doch Coco Düppers und Julia Böttcher lassen sich nicht entmutigen: Sie geben weiterhin Konzerte - diese finden aber nur digital und als Facebook-Livestream statt. Am 11. Mai veröffentlichte die Band außerdem ihren neuen Song „Jetzt erst recht“ - der Titel spricht klare Worte.

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JETZT ERST RECHT (HAMBURG) . Meine erste HYMNE erblickt am Montag das Licht der Welt und der Zeitpunkt ist irgendwie passender denn je. . Die Welt wurde für einen gefühlt ewigen Moment angehalten und fängt nun wieder an sich zu drehen - ganz langsam, aber unaufhaltbar...💪 . Ich stelle Euch heute das Coverbild zu diesem neuen Song vor. . Das Foto wurde von dem tollen Fotografen @jetonkrupa gemacht - ganz lieben Dank, dass ich es nutzen darf. . Der Titel „JETZT ERST RECHT“ passt ironischerweise auch zu dem €1.000 Bußgeldbescheid für unser Balkonkonzert - ich glaube an Schicksal und so habe auch ich mit meiner Crew durch meinen eigenen Song die Kraft dem Gegenwind zu trotzen...⚓️ . Ich freue mich so sehr auf diesen Song und bin stolz damit Teil einer großen Kampagne zu sein, die ebenfalls in der nächsten Woche das Licht der Welt erblickt @jetzterstrecht.hamburg . Danke an meine tolle Crew und die riesige Unterstützung - ohne Euch ginge gar nichts...❣️ . @alexh_drums @joerdismusic @romanguitarwerner @stefanweith @finest_blogger @und.franzi.so @manjujune @annimnr @bjoern.weinbrandt @_dennsch_ @ninetyone.media @hpmastering @steuermann_official @ole.andresen.official . #jetzterstrecht #jetzterstrechthamburg #cover #newsong #hamburg #seemannstochter #hamburgerband #instamusic #comingsoon #release #monday #montag #hymne #elphi #power #kraft #nevergiveup #musicneverdies

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Hamburger Band „Seemannstochter“: Balkon-Konzert findet ein jähes Ende

Erstmeldung vom 11. Mai, 11:10 Uhr: Hamburg – Viele Passanten freuten sich am Ostersonntag über das Balkon-Konzert, das die Band „Seemannstochter“ am Elb-Hafen für die Hamburger gab. Sängerin Julia Böttcher (39) und Violinistin Coco Düppers (31) spielten gemeinsam einen Mix aus eigenen Songs und Cover-Versionen und zogen dadurch ein kleines Publikum vor ihrer Wohnung an. Die Menschenmenge weckte die Aufmerksamkeit der Polizei – daraufhin mussten die Beamten das Konzert direkt beenden.

Die Band „Seemannstochter“ gab am Ostersonntag ihr drittes Balkon-Konzert am Hafen. Beendet wurde dieses dann durch die Polizei.

Polizei kontrolliert: Werden Coronavirus-Auflagen in Hamburg ernst genommen?

Der Band-Manager des Duos „Seemannstochter“, Ole Andresen (50), erzählte der Bild-Zeitung, wie die Hamburger Polizei ihr Vorgehen begründete: „Sie sagten, dass die Menschen, wegen dem was wir tun, stehen bleiben würden.“ In diesen Tagen kontrolliert die Polizei vermehrt, ob sich in Hamburg an die Coronavirus-Auflagen gehalten wird – erst kürzlich berichteten wir über ein weiteres Konzert in Eimsbüttel, das ebenfalls von der Polizei beendet wurde. Ole Andresen kann die Maßnahmen der Beamten jedoch nachvollziehen: „Wir waren schon etwas perplex. Sonst proben wir auch auf dem Balkon. Aber natürlich kann ich die Polizisten in diesen Zeiten verstehen.“ Auch auf ihrer Facebook-Seite bestätigt die Band den Vorfall als „krasses Erlebnis".

Grund für das Balkon-Konzert: Spendensammlung für Clubs in Hamburg

Eigentlich wollten Julia Böttcher und Coco Düppers mit ihrem Balkon-Konzert sogar eine gute Tat vollbringen: Eingenommene Spenden sollten der Hamburger Clubstiftung zugutekommen, die kürzlich die Aktion „Save our sounds" in Leben rief. Damit soll die Hamburger Clubszene wäherend der Coronavirus-Krise gestärkt werden. Wie 24hamburg.de berichtet, sind die Clubs in Hamburg durch die Coronavirus-Pandemie stark in Not geraten.

Rubriklistenbild: © Screenshot/Instagram/seemannstochter_official

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