ADAC-Studie zeigt:

Coronavirus-Lockerungen: Hamburger Stau-Chaos kehrt zurück

Autos stehen auf der Autobahn 7 vor dem Elbtunnel im Stau (Zoomeffekt).
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Stau vor dem Hamburger Elbtunnel (im Jahr 2012).
  • Nicolai Hackbart
    vonNicolai Hackbart
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Aufgrund der Coronavirus-Pandemie ist die Anzahl der Staus in der Hansestadt auf annähernd null gesunden. Kommt jetzt der alltägliche Wahnsinn wieder zurück?

  • Viele Autobahnen in Hamburg sind bekannt für die kilometerlangen Staus.
  • Aufgrund des Coronavirus sind die alltäglichen Staus nahezu vollständig verschwunden.
  • Jetzt registriert der ADAC wieder einen deutlichen Anstieg zum alltäglichen Stau-Chaos.

HamburgCoronavirus-Sars-CoV-2 hat den Alltag in der Hansestadt und auf der ganzen Welt gehörig durcheinander gebracht. Dort wo normalerweise Menschen wimmeln und geschäftiges Treiben herrscht, ist seit vielen Wochen oft gespenstische Stille. In vielen Bereichen hat die Covid-19-Pandemie gehörigen Schaden angerichtet.

An einer ganz bestimmten Stelle hat die Coronavirus-Pandemie jedoch für starke Entlastung gesorgt: auf den sonst so verstopften Autobahnen in und um Hamburg.

Coronavirus: Hamburgs Autobahnen an Ostern laut ADAC zum ersten Mal staufrei

Ganz besonders hat sich diese außergewöhnliche Coronavirus-Situation zum diesjährigen Osterwochenende gezeigt. Normalerweise warnt der ADAC in dieser Zeit vor den „Osterstaus“ die in ganz Deutschland auftreten und die Straßen verstopfen. Betroffen sind dann auch immer die sonst schon überlasteten Autobahnen A7 und A1 in Hamburg.

In diesem Jahr war jedoch alles anders. Wie eine Statistik des ADACs zeigt, ist um das Osterwochenende 2020 ein absoluter Tiefpunkt in der Stau-Aufzeichnung zu erkennen. Im Zeitraum vom 23. bis 29. März wurden 52 Staus mit einer Gesamtlänge von 31 Kilometern auf Autobahnen in Hamburg registriert. Im Februar, vor Ausbruch der Coronavirus-Krankheit, waren es noch 409 Staus mit einer Länge von insgesamt 779 Kilometern. In der Karwoche gab es dann den Tiefstand in der Statistik mit gerade einmal 20 Kilometern Stau. Laut ADAC sei es das erste staufreie Ostern seit Jahrzehnten gewesen.

ADAC Hamburg: staufreie Autobahnen wegen Coronavirus-Lockerungen bald wieder vorbei?

Doch die leeren Autobahnen scheinen schnell wieder Geschichte zu sein. Wie der ADAC in seiner Pressemitteilung verlauten lässt, steigen die Zahlen der Stau-Stunden und Stau-Kilometer schon wieder leicht an. Die ADAC-Experten sehen den Grund darin in den gelockerten Coronavirus-Maßnahmen, die einen ersten Schritt zurück zum normalen Leben gehen sollen.

Vom 20. bis 24. April verbrachten Autofahrer auf Autobahnen in Hamburg mit knapp hundert Stunden fünfmal mehr Zeit im Stau als zwei Wochen zuvor. Die Anzahl der Staus, 210, wuchs fast um den Faktor vier und die Staulänge um den Faktor acht auf 164 Kilometer.

Trotz dieses starken Anstieges können die ADAC-Experten noch Entwarnung geben. Die aktuellen Stau-Zahlen seien noch weit entfernt vom „normalen Wahnsinn“, der sonst auf den Straßen in und um Hamburg herrscht. Im Vergleich zu der Zeit vor der Coronavirus-Krise wurden nur halb so viele Staus gemessen, deren Dauer rund zwei Drittel kürzer war. 

Stau-Entwicklung auf Autobahnen in Hamburg

Hamburg ist Spitzenreiter in Autobahn-Staus – ADAC stellt Forderungen.

Normalerweise gehört Stau auf den Autobahnen in Hamburg zum Alltag. In deutschlandweiten Statistiken taucht die Hansestadt immer ganz oben mit auf. So ist etwa die Autobahn A1 zwischen Lübeck, Hamburg und Köln mit 175 Kilometern Stau pro Autobahnkilometer auf Platz drei der verstopftesten Fernstraßen in Deutschland. Das geht aus der ADAC-Staubilanz 2019 hervor. Übertroffen wird dieses Ergebnis nur vor der A8 (Salzburg – München – Karlsruhe) und der A3 (Elten – Frankfurt – Suben).

Hamburg landet in der INRIX Verkehrsstudie 2019 auf Platz vier der am dichtest befahrenen Städte in Deutschland. Dabei verlieren die Autofahrer durchschnittlich 48 Stunden im Stau. Das raubt den Hamburgern nicht nur Zeit und Geduld. Für jeden Fahrer ergeben sich daraus außerdem Kosten in Höhe von 427 Euro. Die gesamte Stadt kosten die Staus jährlich etwa 280 Millionen Euro.

Kein Wunder, dass selbst der normalerweise so autofreundliche ADAC deshalb einen verstärkten Ausbau des Schienenverkehrs in seiner Staubilanz fordert: „Auch die Modernisierung der Schienensysteme im Nah- und Fernverkehr muss konsequent vorangetrieben werden, um so die Kapazitäten und die Zuverlässigkeit zu steigern mit dem Ziel, mehr Autofahrer zum Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen.“

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