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Hamburg: Kostenlose FFP2-Masken für Risikopatienten – zu wenig bestellt?

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Von: Fabian Raddatz

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Risikogruppen in Hamburg sollten kostenlose FFP2-Masken bekommen. Bei der Verteilung gingen jedoch viele Anspruchswürdige leer aus.

Update vom 16. Dezember 2020, 08.10 Uhr: Am 15. Dezember fiel der Startschuss für die Verteilung der besonders gut vor Corona schützenden FFP2-Masken. Risikopatienten können sich seitdem drei Masken kostenlos in der Apotheke abholen. Dies klappte zum Start allerdings alles andere als gut. Vielerorts waren die Masken schnell vergriffen. Andere Apotheken gaben die Masken nur an Stammkunden aus, weil der Vorrat nicht für alle Menschen gereicht hätte. Für den Geschäftsführer des Hamburger Apothekervereins, Thomas Friedrich, war dies allerdings keine Überraschung: „Es ist unrealistisch, davon auszugehen, dass die Masken heute schon in den Apotheken vollumfänglich zur Verfügung stehen“, sagte er im Interview mit der Hamburger Morgenpost am Dienstag. Dies sei insbesondere auf die Kurzfristigkeit der Maßnahme zurückzuführen. Nachlieferungen seien aber bereits unterwegs, so Friedrich.

Kostenlose FFP2-Masken in Hamburg: So läuft das Verteilen ab

Erstmeldung vom 15. Dezember, 14.53 Uhr:

Hamburg – Mehr als 27 Millionen Menschen will die Bundesregierung kostenlos mit FFP2-Masken ausstatten. Senioren und Vorerkrankte sollen 15 der gut schützenden Masken bereits ab Mitte Dezember erhalten. Das kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Demnach soll in einem ersten Schritt über 60-Jährige oder Angehörige anderer Risikogruppen zunächst drei der FFP2-Masken in Apotheken abholen dürfen. Diese Regelung soll bis zum 31. Dezember gültig sein und ab Dienstag, 15. Dezember 2020, in Kraft treten. Ab Neujahr sollen diese Personen dann zusätzlich zwölf weitere Masken erhalten. Ähnlich soll es auch in Bremen ablaufen *.

Kostenlose FFP2-Masken in Hamburg: Viele Probleme vor der Verteilung

Wie der NDR berichtet, bräuchte es bereits im Dezember zwei Millionen FFP2-Masken, um Spahns Vorschlag in Hamburg umzusetzen. 640.000 Hamburger seien berechtigt, die schützenden Masken in der Apotheke abzuholen. Die Ausgabe der Schutzmasken in den rund 400 Apotheken der Stadt erfolgt laut Apothekerverein zunächst in einem stufenweisen Verfahren. FFP2-Masken filtern Partikel besonders wirksam, bieten allerdings auch keinen 100-prozentigen Schutz. Noch sei völlig unklar, ob solche riesigen Mengen in so kurzer Zeit überhaupt zu bestellen seien, sagte der Präsident der Hamburger Apothekerkammer, Kai-Peter Siemsen, gegenüber dem NDR.

Ein reinmontiertes Bild von Jens Spahn mit einer FFP2-Maske steht vor einer Schaufensterscheibe, an der der die Worte „Maske“, „FFP2“ und „OP“ stehen.
Auch in Hamburg sollen Risikogruppen kostenlose FFP2-Masken erhalten. Der Vorschlag kam von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). (24 hamburg.de-Montage) © Hauke-Christian Dittrich/dpa & Bernd von Jutrczenka/dpa

Hinzu käme, dass der Preis der begehrten FFP2-Masken mit Spahns Ankündigung in die Höhe schoss. Und: Wie viele Masken die berechtigte Person dann tatsächlich abholt – etwa, wenn diese von Apotheke zu Apotheke springt – das könne niemand kontrollieren. Krankenkassen wollen die Bezugsscheine erst im Januar ausstellen, so der NDR. Genau dieses Problem spricht auch Twitternutzerin Kerstin Hagemann an. „Das ist gut gemeint, aber nicht gut geplant“, schreibt sie.

Den Problemen zum Trotz soll die kostenlose Maskenverteilung in den Apotheken frühestens ab Dienstag, 14. Dezember 2020, starten. Im Dezember sollen die FFP2-Masken kostenlos erhältlich sein, ab Januar wird ein Eigenanteil fällig: Dann sollen drei Masken zwei Euro kosten.

Was halten Sie von der neuen Masken-Regelung? Stimmen Sie jetzt ab.

Maskenpflicht in Hamburg: Nicht jedemanns Sache

Dass das Infektionsgeschehen in Hamburg einfach nicht abflachen will, täglich über hunderte Neuinfektionen gemeldet werden – das könnte auch an dem Unwillen mancher liegen, einfach keine Masken tragen zu wollen. Doch Hamburg lässt das nicht durchgehen. Hohe Bußgelder drohen bei Verstößen. Nach wie vor kontrollieren Hamburgs Ordnungshüter auf den Straßen der Hansestadt sowie in den Zügen. So kassierte Hamburg bislang über eine Million Euro an Bußgeldern. Maskenmuffel werden gejagt und sind auch im Büro nicht sicher, wie unser Tweet zeigt:

Doch nicht immer laufen die Kontrollen glatt: Als eine Kontrolleurin einen Zug-Fahrgast auf die Maskenpflicht hinweist, eskaliert die Situation. Der Masken-Verweigerer attackiert die Bahnangestellte mit einer ungewöhnlichen Waffe. Und auch einige Hamburger Idole haben sich dem Kampf gegen die Masken-Verweigerer angeschlossen: Einer zeigt von ihnen zeigt besonders wenig Toleranz, nennt Masken-Gegnerhirntote Risikopiloten“. Wenig verwunderlich, schießt der Inzidenzwert in Hamburg doch durch die Decke. Ist doch gar nicht so schwer, möchte man meinen: Maske auf und fertig. In unserem großen Überblick haben wir festgehalten, welche Masken-Regeln in Hamburg gelten. Und wie es besonders an den Feiertagen aussieht. * 24hamburg.de und nordbuzz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

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