Clubszene auf Hilfe angewiesen

Hamburger Reeperbahn in Not: Coronavirus-Krise trifft Kiez-Clubs hart

Blick bei Nacht auf die menschenleere Seitenstraße „Große Freiheit“ auf der Reeperbahn.
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Gähnende Leere auf der Reeperbahn: Zum Schutz vor dem Coronavirus mussten die Clubs und Bars dicht machen.

Molotow, Große Freiheit, Knust und Co: Die Hamburger Clubs stecken aufgrund der Coronakrise aktuell in einer schwierigen finanziellen Situation. Wenn keine Konzerte und Partys mehr stattfinden können, dann fallen die wichtigsten Einnahmen weg. Eine Rettungsaktion der Hamburger Kulturbehörde soll nun akute Hilfe schaffen.

  • Bis mindestens Ende April muss die Clubszene in Hamburg eine Zwangspause einlegen.
  • Millionenschweres Rettungspaket soll die Clubs in Hamburg vor der Insolvenz bewahren.
  • Mit diesen Maßnahmen versuchen die Clubbetreiber, die Coronavirus-Krise durchzustehen.

Hamburg – So leergefegt wie jetzt hat man die Reeperbahn in Hamburg wohl selten gesehen: In Bars, Clubs und Konzertstätten wurden größtenteils die Lichter ausgeknipst. Sie mussten aufgrund der Coronavirus-Krise dicht machen. Von ausgelassener Stimmung und wilden Partygruppen ist auf der Feiermeile zurzeit keine Spur.  

Schwere Zeiten für Clubs und Bars in Hamburg aufgrund des Coronavirus

Wenn den Hamburger Clubs auf einmal die Einnahmequellen wegfallen, dann wird es für die Clubbetreiber eng, denn laufende Kosten wie Miete und Löhne müssen weiterhin gedeckt werden. Gerade jetzt sei die Zeit, in denen die Clubs das meiste Geld einnehmen, um die Sommerpausen zu überstehen, erklärt Terry Krug, Vereinsvorsitzender der Stiftung zur Stärkung privater Musikbühnen in Hamburg, kurz Clubstiftung, dem Norddeutschen Rundfunk (NDR).

Einige Clubs werden aufgrund der finanziellen Notlage durch das Coronavirus selbst aktiv: Das Knust in Sankt Pauli startete auf seiner Website einen eigenen Spendenaufruf. „Wir können unsere Mitarbeiter, die Miete und unsere Fixkosten nicht mehr zahlen und sind auf deine Hilfe angewiesen.“ heißt es dort. Mit der Aktion „Keep Cool & Rock on after!“ bittet das Knust seine Fans um Hilfe: Die Hamburger können auf der Website ein Statement-Shirt kaufen und ihren Lieblingsclub damit finanziell unterstützen.

„Keep cool & rock on after!“: Mit dem Kauf dieser T-Shirts können die Hamburger das Knust während der Coronavirus-Krise supporten.

Coronakrise: Rettungspaket soll den Clubs in Hamburg helfen

Dennoch sind die Clubs auf eine größere Finanzhilfe angewiesen: Wie der NDR berichtet, stellt die Hamburger Kulturbehörde den Clubs eine Finanzspritze von insgesamt 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Als Teil des 25 Millionen schweren Rettungspakets für die Hamburger Kulturbranche soll diese Aktion den Hamburger Clubs über die bis Ende April andauernde Zwangspause hinweghelfen.  

Das Verfahren soll schnell und reibungslos ablaufen: Die Clubs stellen ihre Anträge bei der Clubstiftung. Ein enger Austausch mit den Clubs bestünde ohnehin schon seit langer Zeit. „Da kennen wir die Bedarfe genau. Diese Clubs entsprechen den Kriterien. Das vereinfacht die Bearbeitung. Wir gehen davon aus, dass wir nur noch 20 Prozent der Anträge auf Herz und Nieren prüfen müssen.“ erklärt Krug.

Feiern trotz Coronakrise? Hamburger Clubs werden kreativ

Not macht kreativ: Auch wenn die Türen der Musikclubs verriegelt bleiben müssen, so verzichten sie dennoch nicht gänzlich auf ihre Events. Einige Clubs und Konzertstätten wie das Molotow und die Große Freiheit auf Sankt Pauli wollen ihren Gästen weiterhin die Möglichkeit zum ausgelassenen Feiern bieten – deswegen verlegen sie vereinzelte Verstaltungen daher kurzerhand ins Netz. Das Molotow überträgt regelmäßig (Geister-)Konzerte und Partys per Livestream auf Facebook.  

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