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Corona-Zahlen in Hamburg sinken – Trendwende und Lockerungen aber weit entfernt

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Von: Kevin Goonewardena

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In Hamburg sinkt der Inzidenzwert, doch Lockerungen sind unwahrscheinlich. Ganz anders in Bremen: Dort stellt Regierungschef Bovenschulte Lockerungen in Aussicht

Hamburg – Schaut man sich die Inzidenz-Kurve für Hamburg an, so springt etwas ins Auge, das man schon fast für einen Fehler halten könnte, einen Knick in der Optik, einen Ausrutscher mit dem Stift: Eine sich senkende Linie, die fallende Zahlen illustriert. Nach dem vorläufigen Höhepunkt am vergangenen Sonnabend mit einem Inzidenzwert von 2197, sank jener Wert zwei Tage infolge auf 2104,8 zum Monatsende. Was bedeutet das nun für die Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt, die nach zwei Jahren Pandemie müde sind? Ist das etwa die Wende in der Corona-Pandemie?

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Bestätigte Coronafälle gesamt:252.936 (Stand jeweils 31. Januar 2022)
Inzidenz-Wert:2104,8
Stationär behandelte Corona-Patienten:533 (Davon 75 intensiv)

Corona in Hamburg: Inzidenz fällt, doch Trendumkehr nicht zu sehen

 „Von einer Trendumkehr zu sprechen ist gewiss zu früh“, wird der Sprecher der Hamburger Sozialbehörde Martin Helfrich in der Mopo zitiert. Denn ein stabiler Rückgang des Infektionsgeschehens sei bisher noch nicht zu sehen. Der Chef der CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgschaft, Dennis Thering, sieht das ähnlich. Thering wirbt aber auch für eine breite Debatte um Öffnungsperspektiven zu entwickeln und wünscht sich dabei ein aufeinander abgestimmtes Vorgehen von Bund und Ländern. Dass bei der heutigen Landespressekonferenz Lockerungen verkündet werden, ist deswegen so gut wie ausgeschlossen. Dafür ist es noch zu früh – findet nicht nur die Politik.

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Überraschung in den Kliniken: Großteil „mit“ und nicht „wegen“ Corona im Krankenhaus

Die Stadt Hamburg weist für den gestrigen 31. Januar 2022 auf ihrer offiziellen Internetseite 533 stationäre Covid19-Fälle in Hamburgs Kliniken aus, 75 davon müssen intensiv versorgt werden. Doch wie die Nachfrage einer Hamburger Zeitung ergab, liegen im Universitätsklinikum Eppendorf, Hamburgs größtem Krankenhaus, 90 Prozent zwar „mit“, aber nicht „wegen“ Corona auf der Normalstation. Oder anders: Der überwiegende Teil der Patienten wird wegen anderer Beschwerden in die Kliniken der Stadt eingeliefert, eine zusätzliche Corona-Infektion dann zufällig fest gestellt. Das Albertinen-Krankenhaus gibt ein Verhältnis von 50 zu 50 an.

Dennoch tauchen die Fälle in der offiziellen Statistik auf – schließlich liegt ja eine Corona-Infektion vor. Zufällig entdeckte Fälle hat es zwar immer schon gegeben, doch das Ausmaß zeigt sich erst seit der Ausbreitung der Omikron-Variante, wie auch Stefan Kluge, Leiter der Intensivmedizin des UKE, sagt.

Wir haben jetzt mit Omikron eine wachsende Gruppe von Patientinnen und Patienten, die zwar Sars-CoV-2-positiv sind, bei denen der Aufnahmegrund aber unabhängig davon ist. Das berichten auch Kolleginnen und Kollegen aus Hannover und Bremen – und es hat sich zuletzt schon in Ländern wie den USA und Großbritannien gezeigt. Damit müssen wir transparent umgehen

Professor Stefan Kluge, Leiter Intensivmedizin am UKE Hamburg

Von einer Entlastung kann dennoch keine Rede sein, denn der Aufwand für die Krankenhäuser ist gleichbleibend hoch. Alle Patienten, bei denen eine Coronainfektion nachgewiesen wurde, werden isoliert, unabhängig davon, ob sie sich aus einem anderen gesundheitlichen Grund in medizinische Behandlung begeben mussten. Ein erheblicher Aufwand für das Personal.

Die Binnenalster um den Jungfernstieg und eine Visualisierung des Coronavirus
Der Inzidenzwert in Hamburg fiel in den vergangenen zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Doch für eine Entwarnung ist es noch zu früh. Anders in Bremen: Dort öffnet sich die Politik für die Lockerungsdebatte (24hamburg.de-Montage) © imago image

Bremen will Öffnung vorbereiten – Landesvater Bovenstedt will lockern

In Bremen gestaltet sich die Situation ganz ähnlich, auch hier entspanne sich die Lage langsam. Anders als in Hamburg verschließen sich die Bremer Verantwortlichen nicht der Diskussion um Lockerungen*. Bremens Bürgermeister und Partei-Freund von Peter Tschentscher, Andreas Bovenschulte (SPD)*, will sich einer Perspektivdebatte um Öffnungen nicht verschließen, so der Landesvater im Deutschlandfunk. Bovenschulte sagte weiter, man könne nicht nur, man müsse über Öffnungen nachdenken. Insbesondere dann, wenn die stabile Situation auf den Intensivstationen anhalte und sich weiterhin und vermehrt zeige, dass „da ganz wesentlich auch Menschen mit Corona und nicht nur wegen Corona liegen”. 

Der Vorstoß Bovenschultes löste heftige Reaktionen aus. Doch vor allem Bayerns-Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und FDP-Vize Wolfgang Kubicki haben sich schon vor dem Bremer Politiker für Lockerungsmaßnahmen stark gemacht. Kubicki gilt als einer der größten Kritiker* der harten Corona-Politik von Bund und Ländern. *24hamburg.de , kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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