Pandemie-Plauze

Corona-Wampe: Hamburger Mediziner schlägt Alarm

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
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Plauze dank Pandemie: In der Coronavirus-Krise nehmen die Deutschen enorm zu. Ein Hamburger Mediziner klärt über die gesundheitlichen Folgen auf.

Hamburg – Die Hose zwickt am Bund, das T-Shirt spannt am Bauch – für viele Menschen in Deutschland eine vertraute Situation seit Beginn der Coronavirus*-Krise. Kein Wunder, schließlich führen Homeoffice, die Verlockungen im heimischen Kühlschrank und generell weniger Bewegung zu einer erheblichen Gewichtszunahme. Das weiß auch ein Sportmediziner der Universität Hamburg.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher
Vorwahl:040

Corona-Wampe: Erhebliche Gewichtszunahme durch Pandemie – „Lebensqualität verschlechtert“

„Gerade Übergewichtige zählen zu denjenigen, die oft die härtesten Krankheitsverläufe haben“, heißt es von Klaus-Michael Braumann. Der Sportmediziner von der Hamburger* Universität spricht über Menschen, die oft durch ein geschwächtes Immunsystem gekennzeichnet sind.

Pizza, Burger und nochmal von vorne: Die Deutschen legen in der Coronavirus-Krise mächtig. Wampe und gesundheitliche Schäden lassen grüßen. (24hamburg.de-Montage)

„Unter Corona haben sich Lebensstil und Lebensqualität vieler Menschen verschlechtert“, ordnet Hans Hauner die Ausgangssituation ein. Der Leiter vom Else Kröner Fresenius Zentrums für Ernährungsmedizin (EKFZ) in München weiß seine Ausführungen zu konkretisieren – und benennt die Personengruppen, die besonders betroffen sind.

Übergewichtige leiden unter Coronavirus-Krise – und legen enorm zu

Hierzu würden vor allem Männer, junge Menschen, aber auch Personen, die bereits von der Coronavirus-Krise Gewichtsprobleme hatten, zählen. Sportverbände warnen bereits vor den Folgen der Pandemie-Pfunde. Laut einer Umfrage der Technischen Universität München (TUM) haben 40 Prozent der Teilnehmer seit Pandemie-Beginn an Gewicht zugelegt. Es ist von durchschnittlich 5,6 Kilogramm die Rede.

Zudem würde sich rund jeder Zweite weniger als vor der Coronavirus-Krise bewegen. „Das betrifft vor allem die 18- bis 44-Jährigen“, sagt Hans Hauner. Er legt seinen Fokus erneut auf die Personen, die über einen erhöhten Body-Mass-Index (BMI) verfügen – und in der Pandemie zunehmen. Schon im März 2021 hatten Experten hinsichtlich einer Corona-Gewichtszunahme Alarm geschlagen*.

Corona befeuert Fettsucht und damit verbundene Krankheiten

„Corona befeuert damit die Adipositas-Pandemie“, sagt Experte Hans Hauner. Zum Hintergrund: Adipositas bezeichnet eine Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit mit starkem Übergewicht und positiver Energiebilanz. Fettleibigkeit oder auch Fettsucht führt oftmals zu krankhaften Auswirkungen auf die Gesundheit des Körpers.

Zudem würde Adipositas nach neuesten Erkenntnissen auch als Treiber der Coronavirus-Pandemie gelten. Mit einem erhöhten BMI steige die Wahrscheinlichkeit, an Corona zu erkranken. Damit liegt letztendlich „ein Teufelskreis aus dem Zusammenspiel von Corona und Adipositas“ vor, merkt Hans Hauner an.

Deutsche bewegen sich in Pandemie-Zeiten weniger – Übergewichtige sind Spitzenreiter

Hinzu kommt, dass sich mehr als die Hälfte der Deutschen weniger bewegen als vor der Coronavirus-Krise. 52 Prozent der Befragten nannten die nun nicht mehr geschlossenen Fitnessstudios* oder weniger Bewegung im Alltag als mögliche Gründe. Erneut kann auf Zahlen verwiesen werden, die das Dilemma der Corona-Wampe verdeutlichen.

Denn während sich 60 Prozent der Menschen mit einem BMI über 30 in der Pandemie weniger bewegten als zuvor, seien es lediglich 40 Prozent bei den Menschen mit einem BMI unter 20 gewesen. Zur Einordnung: Laut der „World Health Organization“ (WHO) liegen BMI-Werte zwischen 18,5 und 24,99 im Normalbereich.

Hamburger Sportmediziner alarmiert – mehr Bewegung und körperliche Aktivitäten für Deutsche

Die Entwicklung hinsichtlich der Gewichtszunahme im Rahmen der Coronavirus-Krise bereitet dem Deutschen Sportärztebund Sorgen. Sportmediziner Klaus-Michael Braumann von der Universität Hamburg wirbt deshalb für viel Bewegung und körperliche Aktivitäten.

„So bilden sich im Körper Botenstoffe, die das Immunsystem positiv stabilisieren und so vor schweren Verläufen schützen können“, heißt es von Braumann. Und auch für die motorische Entwicklung sei Bewegung zwingend notwendig. Das weiß auch TV-Koch Tim Mälzer, der den Kampf gegen seine Pandemie-Pfunde angenommen hat*. Doch sind die Verlockungen groß, schließlich hat die Gastronomie in Hamburg wieder geöffnet*. * 24hamburg.de und wa.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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