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Corona auf Sylt: Sind Gäste Schuld am Ausbruch im Kultlokal Sansibar?

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Von: Kevin Goonewardena

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Nach dem Corona-Ausbruch im Kult-Lokal Sansibar auf Sylt gibt es jetzt einen Verdacht: Eine Gourmetbruderschaft soll das Virus eingeschleppt haben.

Hamburg – Sie gilt als die Schicki-Micki-Insel der Deutschen: Sylt, (dänisch Sild, friesisch Söl), die größte deutsche Nordseeinsel im schleswig-holsteinischen Wattenmeer. Rückzugsort der Schönen und Reichen, der Künstler und Promis. Nicht erst seit gestern, sondern bereits seit rund 100 Jahren. Der expressionistische Maler Emil Nolde, Hermann Hesse oder Marlene Dietrich – auf sie und viele mehr übte die Insel schon ab dem frühen zwanzigsten Jahrhundert einen ganz besonderen Reiz aus. Thomas Mann schrieb einst „An diesem erschütternden Meere habe ich tief gelebt.“

So geht es Vielen, bis heute. Nur das Leben in der Sansibar muss nach einem Corona-Ausbruch vorerst pausieren. Wie konnte es dazu kommen?

Insel:Sylt
Fläche:99 km²
Einwohner:18.118 (Stand 2019)
Gemeinden:12 Ortschaften

Sansibar Sylt: Fast vierzig positiv Getestete – ein Drittel der Belegschaft infiziert

37 Personen innerhalb der Belegschaft wurden in der vergangenen und bei einem weiteren Test in dieser Woche positiv auf das Coronavirus getestet. Nun ist das Kult-Restaurant bis auf weiteres geschlossen. Nicht, weil das Gesundheitsamt des Kreises Nordfriesland, zu dem Sylt und seine drei Gemeinden gehören, eine Schließung beschlossen habe, wie Inhaber Herbert Seckler gegenüber dem Hamburger Abendblatt betont. Sondern, weil er nach der Erkrankung von mehr als einem Drittel der Mitarbeitenden schlicht nicht genügend Personal haben, um die Sansibar vernünftig bewirtschaften zu können.

Sansibar Sylt: „Bruderschaft der Spießbräter“ für Corona-Ausbruch verantwortlich?

Wie das Virus in das Lokal kam, in dem 2020 Til Schweiger die Entspannung von dem Coronavirus-Lockdown suchte, ist nicht bekannt. Doch es gibt eine Vermutung: Durch eine Feinschmecker-Bruderschaft soll das Coronavirus in die Sansibar gelangt sein. Die Mitarbeitenden sollen sich an Infizierten innerhalb der Vereinigung angesteckt haben.

Die Sansibar ist ein bekanntes Restaurant in Rantum auf Sylt.
Sansibar geschlossen! Nach Corona-Ausbruch bleibt das Kult-Lokal auf Sylt dicht. © Manfred Segerer/imago

Das zumindest berichtet die Zeitung „Die Welt“ und zitiert einen Mitarbeiter des zuständigen Gesundheitsamtes, der nicht ausschließen kann, dass das Virus durch eben diese Feinschmecker-Gruppe in die Sansibar gelangt ist. Bei der Bruderschaft handelt es sich laut „Welt“ um die „Bruderschaft der Spießbräter“ („Chaine des Rotisseurs“). Deren Ursprünge liegen in Frankreich des 13. Jahrhunderts.

118 Mitglieder der Gruppe hatten im Oktober, als Sylt coronafrei war, vier Tage lang die Gründung einer Sylter Ortsgruppe der Insel gefeiert. Dabei hatten sie elf Restaurants besucht, so die „Welt“. Darunter eben auch die Sansibar.

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Sansibar Sylt: Dann soll das Kult-Lokal wieder öffnen – weitere Corona-Ausbrüche auf der Insel

Im Abendblatt verriet Seckler auch, wann er die Wiedereröffnung des Restaurants plane: Am 20. November 2021 soll die Sansibar wieder öffnen. „Rund um dieses Datum herum sind hoffentlich alle betroffenen Mitarbeiter wieder gesund“, so der Wirt. Auch von der Baustelle eines Luxusressorts wurde vergangene Woche ein Corona-Ausbruch gemeldet. Insgesamt 20 Personen sollen sich dort angesteckt haben. *24hamburg.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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