Hygienisches Reisen

Corona-Viren im Urlaub: Wie sicher sind Hotelzimmer, Pool und Mietwagen?

Die Corona-Pandemie machte das Reisen erst unmöglich, dann unsicher. Wo verbergen sich im Urlaub die Viren-Fallen und welche Hygiene-Tipps sollten Sie beim Reisen unbedingt beachten?

Hamburg – In der Rezeption noch die unbequeme Maske getragen, wird sie im Hotelzimmer schnell vom Gesicht gerupft. Erstmal tief durchatmen. Die Hygienevorschriften wegen der Corona-Pandemie schränken das Reisen ein und die beschriebene Situation kennen momentan viele Reisende. Doch ist denn das Hotelzimmer, in dem gerade noch tief durchgeatmet wurde, auch virenfrei?

Wo lauern im Urlaub die Corona-Gefahren? Auf diese Dinge sollten Sie am Pool, im Mietwagen und auch im eigenen Hotelzimmer achten.

Corona-Fälle Deutschlandca. 3,7 Millionen
Genesene Deutschlandca. 3,5 Millionen
Todesfälle Deutschlandca. 90.000
Corona-Fälle Niedersachsenca. 260.000
Genesene Niedersachsenca. 253.000
Todesfälle Niedersachsenca. 5.700

Vor der Reise: Impfe, Reiseland und unverzichtbare Gepäckstücke

Es ist bereits der zweite Sommer, den Urlaubsliebhaber in Unsicherheit verbringen müssen. Allen voran wird oft die Frage gestellt, wo es denn hingehen soll. Wegen der sich rasch ausbreitenden Delta-Variante, die noch gefährlicher als das erste Virus und andere Mutationen ist, lassen sich Mutationsgebiete wie England, Indien oder Portugal aktuell nicht empfehlen. Im eigenen Land oder einem Nachbarland mit guten Inzidenzwerten zu verreisen, ist also für viele wieder ein Thema.

Doch auch wenn die Infektionszahlen in Ordnung sind, sollten einige Dinge beachtet werden: Wer die Möglichkeit hat, sollte sich vor seinem Urlaub impfen lassen, und dann noch ein oder zwei Tage mit dem Verreisen abwarten. „Die meisten vertragen die Impfung zwar sehr gut. Aber selbst wenn man leicht auf die Spritze reagiert und etwas Kopfschmerzen oder Fieber bekommt, will man nicht gern mehrere Stunden im Auto oder Zug sitzen“, sagt Ernst Tabori, Leiter des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene in Freiburg gegenüber der Zeit.

Corona-Gefahren im Urlaub: Wo lauern die tückischen Viren? (24hamburg.de-montage)

Darüber hinaus dürfen ein paar wichtige Mitbringsel im Handgepäck nicht fehlen. Die FFP2-Masken sind ein Muss, ebenso wie vielerorts ein negativer Corona-Test - und wenn vorhanden das EU-Impfzertifikat oder den digitalen Impfpass. Das Desinfektionsmittel sollten Sie auf keinen Fall zu Hause lassen und im Idealfall checken Sie auch regelmäßig Ihr Handy nach den Inzidenzahlen und aktuellen Corona-Nachrichten aus ihrer Urlaubsregion.

Wie wird gereist? Die Corona-Gefahren in Bahn, Flugzeug und Mietwagen

Wenn man sich dann für einen Urlaubsort entschieden hat, stellt sich die Frage des Transportes. Georg-Christian Zinn, Hygieniker und Umweltmediziner am Zentrum für Hygiene und Infektionsprävention in Ingelheim, empfiehlt gegenüber der Zeit, dass die besten Vorsichtsmaßnahmen auch hier die Maske und eingehaltene Abstände sind. Sowohl im Zug als auch im Flieger sollten Sie auf den Mund-Nase-Schutz achten. Zwar wird im Flugzeug durch Filteranlagen die Luft in kurzen Abständen gereinigt, doch seinen Sitznachbarn kann man sich nicht aussuchen und bei langen Flügen kann man sich auch hier bei einem Infizierten anstecken. In der Bahn haben Sie eher die Möglichkeit, sich von anderen Passagieren zu entfernen. Dort sollten Sie wegen der stehenden Luft allerdings auf keinen Fall die Maske absetzen.

Beim Mietwagen sieht es etwas anders aus. Im Auto trägt man in der Regel keine Maske und hinter den geschlossenen Autotüren fühlt man sich erst einmal sicher. Die Autovermietungsfirmen desinfizieren aktuell Lenkräder und Armaturen wie die Restaurants ihre Tische. Wenn Sie aber auf Nummer Sicher gehen wollen, dann könnten Sie am Anfang die Fenster herunterdrehen und durchlüften. Die Klimaanlage pustet zudem alte Luft aus dem Auto heraus und neue frische hinein. Am sichersten reist es sich aktuell allerding mit dem eigenen Auto, sofern sich nur der eigene Haushalt darin aufhält. Ins Inzidenzniedrige Italien kommt man aus Deutschland zum Beispiel wunderbar mit dem Wohnmobil.

Wie sicher ist das Hotel? Ansteckungsgefahr im Zimmer und am Pool

Dass im Pool Corona-Viren herumschwimmen, ist eine weitverbreitete Angst. Allerdings sagt das Umweltbundesamt und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), dass die Ansteckungsgefahr dort sehr gering ist. Die großen Wassermengen haben einen starken Verdünnungseffekt und machen eine Infektion im Pool daher sehr unwahrscheinlich.

Auch im eigenen Hotelzimmer fühlt man sich vor Corona-Viren eigentlich sicher, doch wie lange bleiben die Viren denn tatsächlich auf den Oberflächen, wenn sich vor Ihnen ein Infizierter im Raum aufgehalten hat? Unter Laborbedingungen erforschte man in China, dass die Covid-Viren bis zu 14 Tage auf Oberflächen von Bettwäsche, Tischen, Fernbedienungen oder Türklinken bleiben können.

In einer natürlichen Umgebung geben verschiedene Studien jedoch eine Überlebensdauer von Corona-Viren von nur maximal 7 Tagen an. Allerdings spielen so viele Faktoren wie Licht, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Oberflächenmaterial in diese Berechnung mit ein, dass noch niemand ganz genaue Angaben machen konnte. Experten gehen aktuell von einer Überlebensdauer der Viren auf Edelstahl und Plastik von maximal 72 Stunden aus.

Allerdings ist zu bedenken: Die Bettwäsche wird gewechselt und gewaschen und Hotels stehen in der Pflicht, sämtliche Flächen vor dem Bezug durch einen neuen Gast zu desinfizieren. Wem das noch zu unsicher ist, der kann natürlich sein eigenes Kissen mitnehmen, beim Beziehen des Zimmers einmal gut durchlüften und selbst mit Desinfektionsmittel Hand anlegen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marcus Brandt/picture alliance/dpa & Imago Images

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